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Eine neue Generation WWE-Stars: Dean Ambrose (l.) und Roman Reigns
Eine neue Generation WWE-Stars: Dean Ambrose (l.) und Roman Reigns © Getty Images

München - John Cena und Brock Lesnar sind am Zenit, die Generation Roman Reigns ist gefordert: Ein Börsen-Experte rät der Wrestling-Liga WWE zum Umbruch.

Rechtzeitig zum neuen WWE-Jahr ist er wieder da: John Cena, populärster Wrestler der Welt.

Rund zwei Monate hatte der 15-malige WWE und World Champion pausiert, um sich einem TV-Projekt zu widmen.

Vergangene Woche kehrte er bei Monday Night RAW zurück. Auf der Road to WrestleMania - den Monaten, in denen auf die Großveranstaltung am 3. April hingearbeitet wird - muss die WWE also nicht auf ihr Zugpferd verzichten.

Trotzdem bekommt die Schaukampf-Firma genau jetzt auch eine Ermahnung in Sachen John Cena: eine Ermahnung, dass er nicht mehr allzu lange das Zugpferd bleiben kann.

John Cena und Brock Lesnar am Zenit

Cena habe "wahrscheinlich die Grenze seiner Popularität erreicht", zitiert das Wirtschaftsportal Business Insider einen auf das Wrestlinggeschäft spezialisierten Wall-Street-Experten.

James Clement, der für das Finanzunternehmen Macquarie Capital monatliche Analysen über die an der Börse notierte Schaukampffirma erstellt, befindet in seinem neuesten Bericht: Cena ist aus geschäftlicher Sicht am Zenit, ebenso wie Brock Lesnar.

Will sagen: "Wir sehen nicht, dass einer von ihnen die Popularität der WWE noch auf eine Stufe heben wird, vor allem nicht bei den neueren, jüngeren Fans."

Hoffnungsträger Reigns und Ambrose

Übermäßig waghalsig ist die These nicht: Cena und der frühere UFC-Champion Lesnar sind 38, kurz nach WrestleMania beginnt Cenas 40. Lebensjahr. Für einen Wrestlingstar zwar nicht zwingend ein Rentenalter - Cenas wahrscheinlicher WrestleMania-Gegner, der Undertaker, ist bald 51 -, aber es ist doch ein Alter, in dem die Nachfolge geregelt sein sollte.

Die WWE weiß das, rückte deshalb in Cenas Abwesenheit jüngere Kollegen in den Vordergrund. Roman Reigns, 30 Jahre alt und größter Hoffnungsträger der Liga, wurde jüngst zum WWE Champion gekrönt. Der ebenfalls sehr populäre Altersgenosse Dean Ambrose bekam den Intercontinental Title verliehen.

Richtiger Schritt, befindet auch der Wall-Street-Mann, wenngleich er es natürlich etwas fachlicher ausdrückt: "In Reigns und Ambrose kann die WWE einen Markenwert aufbauen, indem sie sowohl im Ring als auch am Mikrofon weiter an ihren Persönlichkeiten feilt und damit eine größere Talent-Tiefe auf dem Main-Event-Level kreiert."

Ein großer Star = zig Millionen Dollar

Man muss wissen: Das Geschäftsmodell der WWE lebt sehr stark von seinen Topstars, Cena selbst schätzte vor zwei Jahren, dass sein Charakter 100 Millionen Dollar im Jahr für seinen Arbeitgeber erwirtschaftet - die Konsequenz, mit der dieser seit Jahren auf Cena setzt, spricht dafür, dass das mehr als Prahlerei war. Im vergangenen Jahr machte die WWE 540 Millionen Dollar Umsatz insgesamt.

Dass der Wechsel von der Generation Cena zur Generation Reigns gelingt, ist für die WWE zudem deshalb wichtig, weil sie auch wirtschaftlich im Umbruch ist: Soeben hat sie erfolgreich das WWE Network etabliert, eine Art Wrestling-Netflix, das an diesem Dienstag auch in Deutschland startet.

Trotz sinkender TV-Quoten hat das für einen steigenden Aktienkurs gesorgt, im dritten Quartal 2015 stieg die Abonnentenzahl aber schon wieder in etwas geringerem Maße an als erwartet.

Damit die Einnahmen weiter fließen, ist es pure Notwendigkeit, jetzt mit Reigns und Ambrose den nächsten Schritt zu gehen.

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