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Carlito trat zwischen 2004 und 2010 für die WWE an Wrestling
Carlito trat zwischen 2004 und 2010 für die WWE an Wrestling © Imago

Ein Schmerzmittel-Problem, das er nicht einsah, beendete vor sechs Jahren die WWE-Karriere von Carlito. Nun hofft John Cenas alter Rivale auf ein Comeback.

Einst war er ein Top-Talent und John Cenas Erzrivale. Später stoppte ein Absturz in die Sucht seine WWE-Karriere. Nun will Carlito zurück in die größte Wrestling-Liga der Welt.

"Ich habe dort angefangen und Karriere gemacht, ich bin nie woanders hingegangen", sagte Carlito in einem Interview auf dem YouTube-Kanal seines Wrestler-Kollegen Hannibal. Er sei in der Form seines Lebens, alles hänge davon ab, ob auch die WWE ihn wieder engagieren wolle: "Der Ball liegt in ihrem Feld", sagte der 37-Jährige.

Alter Rivale von John Cena

Der Puertoricaner hatte 2004 als Carlito Caribbean Cool sein WWE-Debüt gefeiert. Er wurde vorgestellt mit einer Serie kurzer Videos, in denen er festhielt, dass er Menschen ins Gesicht spucke, die "nicht cool" seien. Das Bespucken der Gegner - vor dem er stets in einen Apfel biss - wurde sein Markenzeichen.

In seinem ersten Match durfte er John Cena besiegen und ihm dessen US Title abnehmen, eine längere Rivalität folgte.

Während Cena zum großen Star aufstieg, blieb Carlitos Karriere an einem gewissen Punkt hängen, Kritiker vermissten Einstellung und Weiterentwicklung. Carlito wurde später Tag-Team-Wrestler an der Seite seines jüngeren Bruders Primo, ehe er 2010 gefeuert wurde.

Entlassen wegen Schmerzmitteln

Carlitos Vater, der legendäre Carlos Colon, bestätigte kurz darauf Berichte, dass Carlito durch einen Drogentest gefallen war und ein Therapie-Angebot abgelehnt hatte. Er wäre abhängig von Schmerzmitteln gewesen.

In einem offenen Einblick hinter die Kulissen des Geschäfts nannte Vater Colon die Mittel "ein irgendwie notwendiges Übel für Wrestler wegen der Schmerzen und der vielen Reisen".

Carlito habe nach einem Armbruch angefangen, Pillen zu nehmen: "Es geriet außer Kontrolle, als er anfing Rückenprobleme zu bekommen." Diese stünden in Zusammenhang mit Carlitos berühmtester Aktion, dem Backstabber: Das Manöver, bei dem Carlito nach hinten springt und den Rücken des Gegners auf seine angewinkelten Knie fallen lässt, belastet Rücken und Knie.

"Als Anti-Depressiva missbraucht"

Carlito selbst nahm seinem Vater die Aussagen übel. Er räumte in einem späteren, recht widersprüchlichen Interview zwar die Einnahme von Schmerzmitteln ein, bestritt jedoch ein Suchtproblem: "Ich bin nicht abhängig. Ich habe Rezepte und legitime Gründe, sie zu nehmen."

Im selben Atemzug sagte er dann, dass er die Pillen auch gegen den Frust über seine stockende Karriere einsetzte: "Ich glaube, ich habe sie als Anti-Depressiva missbraucht."

Trotz der Verstimmung trat Carlito nach seinem WWE-Aus vor allem für die WWC-Promotion seines Vaters an. Sollte er seine Probleme überwunden haben, wird einem Comeback nichts im Weg stehen. Schon im vergangenen Herbst soll es eine Anfrage der WWE gegeben haben, die angeblich am Finanziellen gescheitert ist.

Dass die WWE-Fans Carlito nicht vergessen haben, zeigte sich 2014, als er seinen Vater in die Hall of Fame einführte. Er wurde laut bejubelt.

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