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Chavo Guerrero (l.) und Animal verklagen die WWE
Chavo Guerrero (l.) und der Road Warrior Animal verklagen die WWE © Imago

50 frühere Wrestling-Stars machen ihren Ex-Arbeitgeber WWE für die Folgen schwerer Verletzungen verantwortlich und reichen Klage ein. Ihre Erfolgsaussichten sind fraglich.

Drei Tage nach der Doping-Affäre um Brock Lesnar gibt es neuen Ärger für die weltgrößte Wrestling-Liga WWE.

Insgesamt 53 ehemalige Angestellte der Firma - 50 Wrestlerinnen und Wrestler, zwei Ringrichter (Dave und Earl Hebner), ein Manager (Slick) - haben vor einem Gericht in Connecticut eine Massenklage gegen sie eingereicht. Der Vorwurf: Ihr früherer Arbeitgeber sei verantwortlich für schwere Kopfverletzungen, die sie in ihrer Karriere erlitten hätten.

Die Klage ist das nächste Kapitel der "Concussion Crisis", die neben WWE auch schon die NFL und NHL erschüttert hatte. Es geht um die Langzeitschäden, die durch wiederholte Gehirnerschütterungen ausgelöst werden, insbesondere um die Demenzkrankheit CTE (chronisch traumatische Enzephalopathie).

"WWE hat gegenüber ihren früheren Wrestlern alles in ihrer Macht Stehende getan, um abzustreiten, zu vertuschen und Aufmerksamkeit davon abzulenken, dass diese Krankheit existiert", heißt es in ihrer 214 Seiten langen Klageschrift.

WWE nennt Klage "lächerlich"

Hauptkläger ist Joe Laurinaitis, legendär geworden als Road Warrior Animal. Er hält WWE unter anderem vor, vier schwere Gehirnerschütterungen, die er im Lauf seiner Karriere erlitten hätte, nicht oder nicht ausreichend behandelt zu haben.

Auch die meisten anderen Kläger sind Stars der achtziger und neunziger Jahre, unter ihnen Jimmy Snuka, Paul Orndorff, King Kong Bundy, Kamala, Marty Jannetty, Ahmed Johnson, Demolition Ax und Smash, der Berzerker, der Barbarian und der Warlord.

Aus der jüngeren Vergangenheit kommen Chavo Guerrero (zusammen mit Vater Chavo Sr.), Muhammad Hassan, Mark Jindrak, Johnny Stamboli und Jon Heidenreich hinzu. Auch die Erben des kürzlich verstorbenen Axl Rotten haben sich der Klage angeschlossen und fordern von WWE Kompensationszahlungen.

Organisiert wird sie von dem Anwalt Konstantine Kyros, der schon zwei ähnliche Klagen gegen WWE angestrengt hat. Beide wurden verworfen, auch die neue nennt WWE "lächerlich": "Wir sind zuversichtlich, dass dieser Prozess dasselbe Schicksal erleiden wird."

Rechtsverletzung - oder Berufsrisiko?

Das Problem, an dem die vergangenen Klagen gescheitert sind: Zwar ist unstrittig, dass die gesundheitlichen Probleme der Betroffenen Folge ihres Wrestlerlebens und der Aktionen sind, die sie eingesteckt haben - Aktionen, bei denen sie auf dem Kopf landeten, Stuhlschläge, chronische Belastung durch hunderte Matches pro Jahr.

Ob WWE aber tatsächlich haftbar dafür ist, entscheidet sich an der Frage, ob sie tatsächlich Rechtsverletzungen begangen hat, etwa durch Täuschung oder Nötigung ihrer Angestellten oder grobe Fahrlässigkeit.

Kyros ist das in seinen bisherigen Prozessen nicht gelungen. Die Gerichte werfen seinen Klienten im Wesentlichen vor, dass ihre gesundheitlichen Probleme Folgen ihres Berufsrisikos seien - und Kyros eine vage, teils fehlerhafte Beweisführung habe. Auch in der neuen Klage finden sich Merkwürdigkeiten, etwa der Hinweis, Axl Rotten habe "während seiner WWE-Karriere zahlreiche und wiederholte Kopfverletzungen erlitten". Rottens WWE-Karriere bestand aus zwei Matches.

WWE hat in den vergangenen Jahren versucht, dieses Berufsrisiko einzudämmen: Stuhlschläge und einige andere gegen den Kopf gerichtete Aktionen sind inzwischen verboten, seit 2008 gibt es Gehirnerschütterungstests.

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