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München - Der Schweizer WWE-Star Cesaro steht im SPORT1-Interview Rede und Antwort - über Tim Wiese, Donald Trump und die Folgen eines Klartext-Interviews im Sommer.

Den Gürtel, den er vergangene Woche in die SPORT1-Redaktion mitgebracht hat, ist WWE-Star Cesaro schon wieder los.

Beim Royal Rumble am vergangenen Sonntag verloren der Schweizer und seine irischer Partner Sheamus ihre Tag-Team-Krone.

Es ändert nichts daran, dass der 36-Jährige das deutschsprachige Aushängeschild bei der Showkampf-Liga ist. Vor der kommenden Deutschland-Tour von WWE (22. - 25. Februar) stand der 105 Kilo schwere "Landvogt" SPORT1 Rede und Antwort - über die Zusammenarbeit mit Tim Wiese, sein eigenes, holpriges WWE-Jahr und die Folgen eines Klartext-Interviews im vergangenen Sommer (SPORT1 erklärt: So funktioniert die Showkampf-Liga WWE).

SPORT1: Cesaro, Sie standen im November zusammen mit Tim Wiese bei dessen WWE-Debüt mit ihm im Ring. Die Resonanz war groß - wie viel hat der Auftritt bewirkt?

Cesaro: Generell: WWE wird immer größer in Deutschland, die TV-Reichweite vergrößert sich, man sieht, dass es hier wieder einen Wrestling und einen WWE-Boom gibt. Immer mehr Leute haben im Blick, dass WWE die beste Form der Unterhaltung ist.

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SPORT1: Wie zufrieden waren Sie mit Wieses Match?

Cesaro: Tim Wiese hat sich sehr gut geschlagen und wir haben gewonnen. Erfolg auf der ganzen Linie also.

SPORT1: Bevor es zu Wieses Ringauftritt kam, sind einige Pfeile zwischen Ihnen hin- und hergeflogen, auch bei Ihrem letzten Besuch hier. Wie haben Sie das denn beigelegt?

Cesaro: Pfeile fliegen im Wrestling halt immer gerne. Aber letztlich waren wir im selben Team, hatten dasselbe Ziel und haben's geschafft, also alles super.

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SPORT1: Wie lange haben Sie sich denn vorbereitet auf den Kampf?

Cesaro: Tim war ein paar Tage im Performance Center, da haben wir uns schon kurz getroffen und dann noch einmal am Tag der Show getroffen und uns im Ring vorbereitet.

SPORT1: Und danach, gab's ein Bier auf den gelungenen Kampf?

Cesaro: Ich trinke nicht, also kein Bier. Aber wir haben uns noch unterhalten. Tim ist ein super Profi-Sportler und da unterhalte ich mich immer gerne. Mich fasziniert jeder Sport, Bundesliga-Fußball natürlich auch, auch wenn es in den Staaten nicht so leicht zu verfolgen ist.

SPORT1: Für die kommende Tour ist Wiese nicht angekündigt. Würden Sie sich denn freuen, ihn noch mal im Ring zu begrüßen?

Cesaro: Da muss man abwarten und sehen, was er machen will. Es hängt an ihm.

SPORT1: Bei WWE stehen im Moment viele Altgediente im Mittelpunkt, Rückkehrer Bill Goldberg, der Undertaker. Würden Sie gern noch gegen eine der Legenden antreten, ehe diese mal abtreten?

Cesaro: Es scheint ja eher so, dass die Legenden es meistens untereinander ausmachen. Aber klar: Ich würde gern antreten gegen Leute wie den Undertaker, Brock Lesnar, Bill Goldberg. Das wären super Matches. Ich finde - und da stehe ich voll dahinter - im WWE-Ring kann mir keiner das Wasser reichen.

SPORT1: Sie sind bei WWE trotzdem noch nicht ganz oben angelangt, haben noch keinen der beiden wichtigsten Titel gehalten. Haben Sie das Gefühl, Sie kommen dem näher?

Cesaro: Auf jeden Fall. Letztes Jahr, bei meinem Comeback am Tag nach WrestleMania hatte ich das Gefühl ziemlich nah dran zu sein, irgendwie bin ich dann aber außer Reichweite gefallen. Meine Zusammenarbeit mit Sheamus hat mich aber wieder näher rangebracht. Es hat mir geholfen, das vergangene Jahr etwas zu retten für mich.

SPORT1: Mitte des Jahres, nach dem Draft, haben Sie vor der WWE-Kamera ein paar kritische Worte verloren über Ihren Status und die Ausrichtung der Liga. Es wirkte ernst gemeint.

Cesaro: Ich habe da nur die Wahrheit gesagt, das was ich denke. Ich wollte zu SmackDown gedraftet werden, weil diese Show eher als die Wrestling-Show beworben wurde, weniger als Entertainment-Show. Mittlerweile aber hat sich für mich auch gezeigt, dass das Wrestling bei RAW mithalten kann. Und Sheamus und ich haben viel damit zu tun. Wir sind ein Old-School-Team, stehen für einen physischen Stil und ich denke, es macht Spaß uns zuzusehen.

Cesaros kritisches Interview bei WWE:

SPORT1: Hat es vielleicht sogar geholfen, mal öffentlich Klartext zu reden?

Cesaro: Auf jeden Fall. Ich habe mir vorgenommen, immer Klartext zu reden. Wenn der Landvogt spricht, dann spricht er Fakten.

(Alle Neuigkeiten und Gerüchte zu WWE: Jetzt bei auf Facebook bei SPORT1-Wrestling mitdiskutieren)

SPORT1: Ein bewegtes Jahr hat auch Roman Reigns hinter sich, der im Sommer zwischenzeitlich wegen eines Doping-Verstoßes gesperrt wurde. Viele User haben uns gefragt: Warum gibt es denn bei WWE Doping-Sperren? Können Sie es erklären?

Cesaro: Weil es sinnvoll ist, ich befürworte es von ganzem Herzen. Ich bin dopingfrei und komplett gegen Drogen. Wir sind Vorbilder für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der ganzen Welt und da sollte man das beste Vorbild sein - ohne Doping, ohne irgendwelche Hilfsmittel. WWE hatte in der Vergangenheit Probleme damit, es ist wichtig, jetzt ein fortschrittliches und unabhängiges Anti-Doping-Programm zu haben, bei dem wir mehrmals im Jahr getestet werden.

SPORT1: Müsste das Programm aber nicht härter sein? Reigns wurde als Ersttäter nur vier Wochen gesperrt, Brock Lesnar, der außerhalb von WWE erwischt wurde, gar nicht.

Cesaro: Das ist nicht meine Entscheidung. Klar, eine Jahressperre wie bei UFC wirkt abschreckender, aber wir haben andererseits auch viel mehr Shows, da wirkt sich eine einmonatige Sperre anders aus.

SPORT1: Ein anderer Grund, der das Wrestling ins Gespräch gebracht hat: US-Präsident Donald Trump und die kuriosen Auftritte, die er bei WWE absolviert hat. Man hatte den Eindruck, er hat sich was abgeschaut für seinen Wahlkampf.

Cesaro: Wenn man sich das so angesehen hat: Parallelen kann man da definitiv ziehen.

SPORT1: Empfehlen Sie es auch den deutschen Politikern vor dem Bundestagswahlkampf?

Cesaro: (lacht) Ich bevorzuge da doch den europäischen Politikansatz, eher klar zu machen, wofür man selbst steht, statt zu erzählen, wie schlecht der Gegner ist. Ich persönlich lasse auch lieber gern Taten als Worte sprechen. Europäer sind eher so, dass sie erst dann über ein Projekt reden, wenn es abgeschlossen ist und gut funktioniert. Als Amerikaner neigt man eher dazu, schon auf halbem Weg der ganzen Welt zu erzählen, wie toll es ist.

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