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Braun Strowman macht bei Monday Night RAW den WWE-Ring kaputt
Braun Strowman macht bei Monday Night RAW den WWE-Ring kaputt © WWE 2017 All Rights Reserved

München - Er war einst so schwer, dass er sich die Schuhe nicht binden konnte, nun kracht der Ring unter ihm zusammen: Braun Strowman ist auf dem Weg zum WWE-Topstar.

Neu war sie ja nicht, die Idee mit dem WWE-Ring, der unter der Last der Wrestling-Kolosse zusammenkracht.

2003 gab es das schon in einem Match zwischen Brock Lesnar und The Big Show, 2011 noch einmal bei Big Show und Mark Henry.

Effektvoll war es trotzdem, wie WWE das Schauspiel Montagnacht bei Monday Night RAW erneut inszenierte: der gewaltige Superplex von Braun Strowman gegen Big Show, die sich aus der Verankerung lösenden (präparierten) Ringpfosten, der wegpurzelnde Ringrichter - und Strowman, wie er sich am Ende triumphierend erhebt und noch einen Urschrei ausstößt.

Es war ein Superstar-Moment für das aufstrebende "Monster among Men", das bei WWE immer stärker in den Fokus rückt (SPORT1 erklärt: So funktioniert die Showkampf-Liga WWE).

Einst 185 Kilo schwer

Adam Scherr, wie der angeblich 175 Kilo schwere Strowman eigentlich heißt, ist dabei noch recht neu im Geschäft.

Sein erstes Match bestritt der 33-Jährige erst im Dezember 2014, er war vorher professioneller Strongman, Teilnehmer an Wettbewerben für  Kraftproben wie das Anheben von Autos und das Wenden von Traktorreifen.

Nach eigenen Angaben war Strowman einmal sogar fast 190 Kilo schwer - was im Alltag aber zur Qual geraten sei: "Meine Freundin musste mir damals die Schuhe zubinden", verriet er in einem seiner seltenen Interviews beim Podcast von WWE-Legende Steve Austin.

2013 heuerte er - ohne jede Ring-Erfahrung - bei WWE an, der spätere Kollege Mark Henry entdeckte den 2,03-Meter-Hünen aus North Carolina und sah Star-Potenzial.

2015 debütierte Strowman als Mitglied der Wyatt Family im Windschatten der erfahreneren Bray Wyatt und Luke Harper. Im Sommer 2016 startete er allein durch.

Bray Wyatt (M.), Anführer der Wyatt Family, ist einer der Enkel von Blackjack Mulligan
Braun Strowman (l.) und seine früheren Gefährten Bray Wyatt (l.) und Erick Rowan © Getty Images

Herzensprojekt von WWE-Boss Vince McMahon

Immer wieder gab es Meldungen, dass WWE-Chef Vince McMahon große Stücke auf Strowman hält - und dass er seinem Kreativteam überdurchschnittlich detailreich hineinregiert, wie es ihn darzustellen hat.

Es gab auch Gerüchte, dass schon im vergangenen Jahr große Matches für Strowman gegen den Undertaker oder Brock Lesnar in Planung waren – für die es dann aber wohl doch noch zu früh war.

Von der Mehrzahl der Fans im Netz wurden diese Meldungen skeptisch bis ablehnend aufgenommen: Massive, von McMahon geförderte Muskelberge stehen bei ihnen unter starkem Nichtskönner-Verdacht.

Bei Strowman zeigt sich inzwischen, dass der Verdacht unbegründet ist: Sein handwerkliches Niveau im Ring ist gemessen an seiner geringen Erfahrung bemerkenswert, er hat Charisma und Präsenz, seine Power-Aktionen den nötigen Wumms.

Beim Krankenwagen-Wurf wurde nachgeholfen

Mehr und mehr Fans wissen Strowman inzwischen hörbar zu schätzen, WWE scheint nun den nächsten Schritt mit ihm zu gehen. Es deutet sich an, dass er beim SummerSlam, der zweitgrößten Show des Jahres, auf Universal Champion Brock Lesnar treffen wird.

Am 30. April, bei Payback, geht es zunächst gegen Roman Reigns. Auch diese Fehde wurde vergangene Woche spektakulär intensiviert, als Strowman den "Big Dog" in einen Krankenwagen prügelte und das tonnenschwere Fahrzeug danach umschubste.

Bei dieser auch für starke Menschen unmöglichen Aktion half WWE mit hydraulischen Geräten nach. Beeindruckend sah es trotzdem aus.

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