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Samoa Joe (r.) attackierte bei WWE Monday Night RAW Seth Rollins
Samoa Joe (r.) attackierte bei WWE Monday Night RAW Seth Rollins © WWE 2017 All Rights Reserved

München - Der WWE-Boss fand ihn einst zu dick, nun hat Samoa Joe ein begeisterndes Debüt bei RAW gefeiert. SPORT1 erklärt, was den Neuling so besonders macht.

Ein neuer Star hat bei WWE die große Wrestling-Bühne betreten. Und es sieht alles danach aus, als ob er eine tragende Rolle bekommen wird.

Eine Nacht nach der Traditions-Großveranstaltung Royal Rumble feierte Samoa Joe sein Debüt bei der TV-Show Monday Night RAW. Seine Attacke auf Publikumsliebling Seth Rollins beschloss die Show - und wurde von den Fans gefeiert mit dem Ruf: "This is awesome!"

Was ist so großartig an dem Neuankömmling?

Hart, humorlos - und sehr agil

Der 37-Jährige - bürgerlich: Joel Seanoa - ist in der Szene alles andere als ein Unbekannter. Der auf Hawaii aufgewachsene 128-Kilo-Mann machte sich bei diversen kleineren Ligen einen Namen, galt lange als einer der talentiertesten Showkämpfer außerhalb von WWE.

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Der Kalifornier ist keine Entertainment-Kanone, eher das, was man im Englischen treffend "no nonsense" nennt. Sein Erfolgsgeheimnis ist sein harter, realistischer, von den Mixed Martial Arts inspirierter Kampfstil, gepaart mit einer für seiner Masse erstaunlichen Agilität und Dynamik. Der Kampfsportfan schärft sein Können mit regelmäßigem Judo, Jiu-Jitsu- und Muay-Thai-Training.

Zwischen 2003 und 2004 hielt Joe 20 Monate lang den World Title von Ring Of Honor, der stilbildenden Independent-Liga der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte.

Joe trug mit seiner Regentschaft entscheidend dazu bei, lieferte sich große, von der Kritik gefeierte Schlachten, viele davon gegen spätere WWE-Stars wie CM Punk, AJ Styles und Bryan Danielson (Daniel Bryan).

Aushängeschild bei TNA und NXT

Joe mehrte seinen Ruhm, in dem er sich 2005 der kleinere WWE-Konkurrenzliga TNA anschloss, als Klassiker gelten vor allem seine Kämpfe gegen Styles und Christopher Daniels, sowie gegen den kommenden WWE-Hall-of-Famer Kurt Angle.

Samoa Joe (l.) und AJ Styles waren einst die Stars bei TNA, heute sind beide bei WWE
Samoa Joe (l.) und AJ Styles waren einst die Stars bei TNA, heute sind beide bei WWE © Imago

Anfang 2015 verließ Joe die kriselnde Promotion und schloss sich WWE an, zunächst "nur" als Aushängeschild des NXT-Kaders.

Dort werden Talente und Neuverpflichtungen ans WWE-Programm herangeführt - durch zahlreiche hochklassige und weniger showorientierte Matches ist NXT aber eine Erfolgsgeschichte für sich geworden. Auch hieran hatte Joe seinen Anteil.

Nun allerdings nutzt WWE Joes Qualitäten für ihre Hauptshows.

WWE-Boss fand Samoa Joe zu dick

Für den Moment scheint er Vollstrecker für WWE-Vorstand Triple H in dessen Fehde gegen Rollins zu sein. Langfristig bietet sich die Chance auf ein Wiedersehen mit alten Weggefährten wie Styles und neue Duelle mit anderen WWE-Stars, mit denen Joe in den Independents noch nichts zu tun hatte.

Früher oder später dürfte es auch Kämpfe gegen WWE-Rekordchampion John Cena geben, mit dem Joe eine Freundschaft und eine Vorgeschichte verbindet. Anfang der 2000er Jahre lernten Joe und der damals platinblonde Cena in Kaliforniern gemeinsam das Wrestling-Handwerk, in der damaligen WWE-Farmliga UPW.

Cena startete bei WWE durch, Joe war Ligachef Vince McMahon angeblich nicht muskulös und durchtrainiert genug. "Er sah nicht durchtrainiert, hatte nicht den Körper, den Vince mag", berichtete der frühere WWE-Offizielle Bruce Prichard kürzlich: "Man sah ihn als fetten Samoaner an."

Joe hat seitdem bewiesen, dass er weit mehr ist als das.

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