Krösches Erbe hat ein Ass im Ärmel
Die Eintracht hat den Nachfolger von Markus Krösche verkündet. "Joti" Chatzialexiou steht auch für eine Neuausrichtung der Hessen. Der gebürtige Frankfurter kann auf einige Trümpfe verweisen.
Für Panagiotis „Joti“ Chatzialexiou geht ein Traum in Erfüllung. Wenn der 50 Jahre alte Sohn griechischer Gastarbeiter am 1. Februar 2027 seine Arbeit als Vorstand Sport bei Eintracht Frankfurt aufnehmen wird, ist es eine Rückkehr in seine Stadt, zu seinem Klub.
„Die Anfrage aus Frankfurt ist für mich eine ganz besondere, da es sich um meinen Heimatverein handelt“, erklärte Chatzialexiou in der Verlautbarung seines aktuellen Arbeitgebers 1. FC Nürnberg.
Dass Chatzialexiou durchaus mit einem Engagement bei der Eintracht geliebäugelt hat, verdeutlicht die Tatsache, dass er im August nach SPORT1-Informationen in seinen neuen Vertrag in Nürnberg eine Ausstiegsklausel ausschließlich für die Frankfurter hineinverhandelt hat. Demnach müssen die Hessen 400.000 Euro für den Erben von Markus Krösche überweisen.
Bei der Eintracht wird Chatzialexiou ein Jahresgehalt von einer Million Euro beziehen. Es soll gut angelegtes Geld sein in der Bankenmetropole. Die Verantwortlichen der Eintracht sind sowohl menschlich als auch fachlich von ihrem neuen Mann überzeugt. Kennen tun sie sich ohnehin gut. Chatzialexiou wickelte nicht zuletzt den Transfer von Can Uzun nach Frankfurt ab.
Chatzialexiou steht auch für eine Frankfurter Neuausrichtung
„Wir wollen unsere eigenen Talente noch stärker fördern, den deutschen Markt intensiver in den Blick nehmen und gleichzeitig unsere internationalen Ambitionen aufrechterhalten“, wurde Eintracht-Präsident Mathias Beck in der Bild zitiert: „Joti bringt dafür hervorragende Voraussetzungen mit.“
Chatzialexiou steht somit auch für eine konzeptuelle Neuausrichtung. Günstig einkaufen und teuer verkaufen – das, was unter Krösche lange Zeit vorzüglich funktioniert hat, ist längst kein Selbstgänger mehr. In Zukunft sollen die Top-Talente wieder vermehrt aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum kommen und der Fokus auf die Jugendarbeit nochmal intensiviert werden.
Chatzialexiou hat ein Ass im Ärmel
Dass Chatzialexiou eben dies gut kann, hat er in der Vergangenheit bereits häufig bewiesen. Zudem hat er ein weiteres Ass im Ärmel. Chatzialexiou nutzt eine Software, die im Ruf steht, schneller, präziser und verlässlicher zu scouten – und die unter anderem auch aufstrebende Vereine wie Brighton und Como nutzen.
So wurde Chatzialexiou in Nürnberg auch auf Mohamed Ali Zoma aufmerksam. Im August 2025 mit 21 Jahren aus der Serie C zum Club gewechselt, ist der Angreifer innerhalb einer Saison zum italienischen Nationalspieler aufgestiegen. Solche Coups sollen Chatzialexiou auch in Frankfurt gelingen und Vorgänger Krösche, der Mitte Oktober auf eigenen Wunsch nach über fünf Jahren bei der SGE freigestellt wurde und als Kandidat für den Posten des Sportdirektors beim italienischen Spitzenklub AC Mailand gilt, vergessen machen.
Und da ist noch die emotionale Note, die Chatzialexiou und die Eintracht verbindet. Von 2001 bis 2009 trainierte er die Jugend der SGE, begleitete dabei unter anderem einen Emre Can. Auch einen Mario Götze kennt er noch von seiner Zeit als erfolgreicher DFB-Funktionär und dem EM-Titel 2009 mit der deutschen U17.