vergrößernverkleinern
Lenni Jensen: Made in Germany
Lenni Jensen: Made in Germany
teilenE-MailKommentare
Nicolai Steidle -

Glaubt man dem Meinungsforschungsinstitut Forsa, können sich 22 % der Deutschen vorstellen, ihrem Vaterland für immer den Rücken zu kehren. Lenni hatte das Glück, an der felsigen Küste Teneriffas groß zu werden und hatte dort die wohl besten Wellen Europas vor der Haustür.

Als Lenni mit 11 Jahren zu surfen anfing, wurde schnell klar, dass der deutsche Blondschopf aus der Masse herausstach: dieser Junge hatte ein besonderes Gespür für Wasser. In der Sportwissenschaft existiert bis Dato keine verlässliche Definition von dem Wort "Talent", Talent wird schlichtweg an der individuellen Leistung in Relation zum Trainingsalter festgemacht. Und diese Leistung wird von vielen Faktoren beeinflusst: Sozialisation, Motivation, Fleiß.

Bereits in Jungen Jahren erfolgreich: Lenni Jensen gewinnt damals 11 jährig 2012 den King of the Groms auf den Kanaren

In Lenni's Fall war sowohl seine Leistung im Vergleich mit Anderen herausragend, durch sein Umfeld war er bestens sozialisiert, seine Eltern unterstützten ihren Sprössling sowohl finanziell wie auch organisatorisch und die Motivation? Na die verstand sich einfach von selbst. Lenni machte innerhalb kürzester Zeit immense Fortschritte und sein Vater erkannte schnell die Notwendigkeit professioneller Unterstützung damit der Grom sein Niveau weiter steigern konnte.

Trainer und Erfolge

Mit Carlos Suarez fanden die Jensens einen exzellenten Trainer mit dem Lenni sportlich wie zwischenmenschlich hervorragend harmonierte. Längst hatten Insider den Deutschen auf dem Zettel und das Lenni mit nur 16 Lenzen die kanarischen Meisterschaften gewann, überraschte nur Auswärtige, auf den Kanaren wusste die Surfszene bereits, dass Lensen das Gesamtpaket hat: Fleiß, Sozialisation, Motivation und eben die herausragende Leistung in der Relation zum Rest des Fests.

Seit 2015 surft Lenni die Junior Tour der World Surf League mit, sein neuer Trainer ist der Franzose Didier Piter, seines Zeichens fünffacher Europameister. Didier hat schon mit Surfern wie Marc Lacomare oder Johanne Defay gearbeitet, momentan coacht er ein Team von Young Guns mit denen er die Tour Stops der Junior Tour abfährt und in welchem unter anderem sein Sohn Sam und eben Lenni surfen.

Lenni mit seinem Coach Didier (ganz rechts im Bild) und dem Rest vom Team

Didier betreut Lenni auch bei der deutschen Nationalmannschaft, für die sich der damals 16 Jährige über den Junioren Meister Titel bei der deutschen Meisterschaft qualfiziert hat.

Junior Tour

Die Junior Tour beendete Lenni in diesem Jahr auf dem fünften Platz. Eigentlich eine vorzügliche Platzierung, wenn sie denn nicht so unglücklich zu Stande gekommen wäre und die Konsequenzen dieses einen verlorenen Platzes nicht so drakonisch wären. Bis zum letzten Tourstop in Pantin lag Lenni auf Platz 4 und war somit für die World Junior Champs in Australien qualifiziert, zu welcher die jeweils 4 besten Surfer aller 7 Kontinente geladen werden. Ausgerechnet in Pantin patzte der junge Deutsch Kanare und wurde im Schlusspurt noch von Tiago Carrique auf die Plätze verwiesen. Didier hat jedoch reagiert und eine Wildcard für Lenni beantragt, für den durch die Teilnahme ein Traum in Erfüllung gehen würde. Es bleibt abzuwarten wie die WSL entscheidet.

Deutsche Meisterschaft

Besser lief es bei der deutschen Meisterschaft dieses Jahr in St. Girons. In der Alterskategorie U18 sicherte sich Lenni den ersten Platz, in der Open Class Men blieb ihm in einem unglücklichen Final Heat nur Blech. Allerdings war das Niveau dieses Jahr für ein Finale einer deutschen Meisterschaft auch extrem gut und wohl jeder der Finalteilnehmer hätte sich hier nicht beschweren dürfen, leer auszugehen. Aber so konnte Lenni auch sehen, dass die Konkurrenz nicht schläft und die Luft nach oben dünner wird.

Lenni unterhält sich mit der Lip

Eine Zukunft als Bodyboarder?

Mit dem deutschen Nationalteam nahm Lenni dieses Jahr ausserdem an der Eurosurf teil. Hier kommt ein Wertungssystem zur Anwendung, welches die Ergebnisse der Bodyboarder und Surfer zu einem Gesamtergebnis addiert und somit ein Gesamtranking entsteht. Aus Mangel eines Bodyboarding Teams schnitt Deutschland bisher miserabel ab, letztes Jahr beendete das Team Deutschland den Contest auf Platz 17 von 18. Da es allein für das Antreten in der Bodyboarding Sparte bereits Punkte gab, brachten die Jungs und Mädels ihre Bodyboards mit, um sich zumindest die Punkte für das Antreten zu sichern. Dass Mister Jensen mit seinem besonderen Gespür für Wasser gleich mal ins Halbfinale "bodyboardete" ist vielleicht kein Kompliment für den Sport, oder aber aber eben mal wieder ein Beweis, dass dieser Junge und der Ozean sich wirklich ausgezeichnet verstehen.

Wo ist Lenni jetzt

Momentan ist er in Japan und nimmt dort mit der Nationalmannschaft an der ISA Weltmeisterschaft teil, wie er und der Rest des Teams sich schlagen könnt ihr ab Samstag im Livestream mitverfolgen.

Jensen bei der Eröffnungszeremonie in Japan

Wir drücken Lenni und dem Nationalteam beide Daumen und hoffen dass wir ihn eines Tages in der WCT bewundern dürfen.

 

Sponsoren

Lenni wird momentan unterstützt vom DWV (Deutscher Wellenreitverband), der deutschen Sporthilfe , Quiksilver,  Puresurfcamps, Pukas und Swox.

 

 

 

 

 

 

 



Mehr Surf News findet ihr auf PRIME Surfing

© Primesports.de

Nächste Artikel
previous article imagenext article image