vergrößernverkleinern
Ayman Motya über Localism in Marokkos Anchor Point
Ayman Motya über Localism in Marokkos Anchor Point
teilenE-MailKommentare
Nicolai Steidle -

Luke Davis sagt in seinem Spotguide zu Marokko, dass er keinerlei Localism am Anchor Point erfahren hat. Wir haben uns gefragt in welchem Marokko Luke surfen war. Sicher war es ein anderer Anchor Point, als der in dem wir an allen guten Tagen gedropt, beleidigt und eingeschüchtert wurden. 

Anchor Point war an guten Tagen von einer Qualität, wie man sie sonst nur in Indonesien findet. Aber leider stand die Crowd derer in Indonesien um nichts nach, vielleicht war es sogar noch ein wenig heftiger. Die Atmosphäre im Wasser war vergiftet, ausser den Locals wagte sich keiner an den Peak und sollte doch einmal eine Welle durchgelaufen sein und ein Tourist hat sie bekommen, wurde dieser mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Local, der nach seiner Welle gerade zurück paddelte gedropt. Der Surftourismus in Marokko ist irre und vor allem Anchor Point ist an guten Tagen ein wahres Mayhem aus Kooks, Pros, Locals und solchen die denken welche zu sein. Es gibt hervorragende Wellen die man beinahe alleine surft, aber Anchor ist der Primespot und jeder will hin.

Wir haben mit einem Local gesprochen und ihn zur Situation am Anchor Point befragt.

Ayman Motya ist in Agadir geboren und stand mit 11 Jahren das erste mal auf einem Surfbrett. Seine ersten Schritte machte er an dem Strand neben dem weltberühmten Anchor Point. Mittlerweile findet man den heute 20 Jährigen nicht mehr am Strand neben der Weltklasse Welle, nein, jetzt ist der Anchor sein Zuhause.

Wir haben uns mit Ayman zusammengesetzt und über marrokanische Wellen, Touristen und Localism gesprochen.

Wann bist du das erste mal am Anchor Point gesurft?

Ich war 15. Ich ging mit meinem Freund Snoopy das erste mal raus. Man hatte ich die Hosen voll. Ich hatte einige heftige Wipeouts, es waren solide 6 Fuß, ich habe nicht nur einmal gebetet da heil wieder raus zu kommen.

War es damals schon sehr voll?

Es ist immer voll. Aber damals war es noch nicht so schlimm wie heute.

Leider haben wir es versäumt, selbst ein Bild zu schießen aber an guten Tagen rotten sich locker 50- 80 Surfer am Anchor zusammen. Zu viel für einen Pointbreak.

Wie ist das Verhältnis zwischen den marokkanischen Locals?

Ich mein, als ich Jung war, sie waren alle super nett, sie haben uns motiviert und auch sehr viel geholfen, gezeigt wo man die Wellen nimmt, wo die Steine versteckt sind. Aber es gab auch Fights zwischen den Locals. Aber ich bin hier mit den Locals cool. ich streite mich nicht mit ihnen, außer dem üblichen Trashtalk passiert hier nicht viel.

Ayman am Devilsrock

Es gibt hier sehr viel Aggression gegen Touristen, woher kommt das?

Es sind einfach zu viele. Und sie haben oft keinen Respekt. Sie paddeln direkt an den Peak, dropen in die Wellen, verhalten sich einfach verkehrt. Oft weil sie es nicht besser können, aber dann haben sie an Wellen wie dem Anchor Point nichts verloren.

Gibt es noch andere Wellen in und um Taghazout wo Localism ein Problem ist?

Anza!!! Früher war es fast unmöglich dort zu surfen. Sehr feindliche Atmosphäre Verdammt gute Welle aber die Jungs beschützen sie. Die wirklich schlimmen Jungs sind dort die ganz Jungen. Es hat sich hier eine neue Generation an Surfen formiert, die ihren Spot nicht mehr teilen wollen.

Ayman cruising in Devils Rock

Taghazout Bay (Touristen Village) ist gerade auf dem Vormarsch, es werden gerade riesen Resorts aus dem Boden gestampft. Was denkst du darüber?

Es ist ist einerseits gut das hier neue Straßen gebaut werden und sich manche Dinge ändern. Aber die Schönheit Marokkos geht kaputt. Es sind jetzt schon viele Touristen. Und es werden immer mehr. Ein paar sind in Ordnung, aber es sind mittlerweile einfach zu viele. Mir wäre es am liebsten wenn das hier alles geheim wäre. Ich teile gerne meine Wellen und treffe auch gerne Menschen aus aller Welt, aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt.

Ayman surft einen der letzten Secret Spots Marokkos

Warum surfen die Lokals die Spots Dracula, Boilers und Deserts nicht?

Es ist weit. Die meisten Jungs hier haben keine Autos. Ich würde Anchorpoint einmal im Monat surfen wenn ich ein Auto hätte. Ich wäre nur in Draculas, Boilers oder Tamri.

Wenn wir dir einen Surftrip zahlen würden, wo würde der hingehen?

Indonesien! Muss der beste Platz der Welt sein. Wenn ich ne Million hätte, würde ich sofort dahin ziehen. Ich will unbedingt mal Padang Padang surfen.

Wo sehen wir Ayman in 5 Jahren?

Vielleicht bin ich in Frankreich bei meiner Familie. Aber ich weiß es nicht. Es ist schwierig mit den Papieren.

Man kann in Marokko absolut entspannte Surfsession in sehr guten Wellen haben. Und die meisten Locals sind auch im Wasser nett, solange man sich respektvoll verhält. Für den Anchor Point und Anza gelten jedoch eigene Gesetze und man sollte ein dickes Fell haben, wenn man sich hier an guten Tagen in der High Season ins Wasser wagt.

 



Mehr Surf News findet ihr auf PRIME Surfing

© Primesports.de

Nächste Artikel
previous article imagenext article image