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Apnoe Kurse speziell für Surfer
Apnoe Kurse speziell für Surfer
Lesedauer: 2 Minuten
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Nicolai Steidle -

Kennt das nicht jeder Sufer? Diesen Moment, wenn sich der Hold Down ein wenig zu lange anfühlt und Panik sich breit macht. Tausend Gedanken rasen durch den Kopf, die Ur-Angst vor dem Tod durch Ertrinken hat uns fest im Griff, ja sogar Mark Foo hat es erwischt.... Natürlich ist der letzte Gedanke hochgradig irrational, die Wellen die der Hawaiianer Foo gesurft hat, als er ertrank, sind soweit ausserhalb unserer Reichweite wie der gesunde Menschenverstand es für Donald Trump ist. Aber es bedarf keiner 8 Meter Brecher um in Surfanfängern Panik auszulösen. Oft reichen Waschgänge in Weisswasserwalzen um Grenzerlebnisse zu schaffen, nach welchen Surfanfänger nicht mehr aufs Brett zurück wollen. Einer, der dieses Problem kennt und sich aber unter Wasser pudelwohl fühlt ist der deutsche Freedive Profi Timo Niessner. Er hat in Zusammenarbeit mit Big Wave Surfern und Surfanfängern einen Apnoe Kurs speziell für Surfer entwickelt. Wir haben mit dem sympathischen Schwaben gesprochen und ihn um ein paar Fragen erleichtert:

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1. Freediven gilt als eine der gefährlichsten Sportarten der Welt. Wie kommt man als Deutscher dazu?

Ich liebe das Wasser schon seit meiner Kindheit. Abtauchen und Luftanhalten hat immer dazu gehört, da liegt Freediven nahe. Habe dazu ein paar Jahre als Geräte-Tauchlehrer gearbeitet, jedoch fehlte mir da der sportlich-körperliche Anreiz. Dann habe ich Freediven ausprobiert und tadaaa, hat mich das direkt in seinen Bann gezogen. Seither dreht sich mein ganzes Leben um diesen Sport und Lifestyle.

Timo in seinem Element

2. Du hast ein Apnoe/Freedive Programm extra für Surfer entwickelt. Wie unterscheidet sich das von einem normalen Freedive Kurs?

 

ApneaSurf habe ich in den letzten 4 Jahren zusammen mit Anfängern und Big-Wave-Surfern entwickelt. Dabei lege ich den Fokus der Workshops genau auf die Situationen die beim Surfen passieren, wie Wipe-Outs oder Hold-downs. An sich beginnt jedoch die Vorbereitung bereits am Strand. In einem Freedive-Kurs starten wir auch erst trocken, der Unterschied beim Surfen ist jedoch dass wir nicht lange Zeit haben bevor uns eine Welle packt. Daher zeige ich bei ApneaSurf wie man auch nur mit einem kurzen flachen Atemzug die Ruhe bewahrt und sogar ein intensives Set an Wellen entspannt übersteht.

Hier arbeiten wir viel mit der eigenen körperlichen Wahrnehmung durch Atemtechniken aus dem Freediving-Training. Dazu kommen Übungen und Vorbereitungen zum Luft anhalten. Gepaart mit den Sessions im Wasser, wie der simulierten „Waschmaschine“ und Sets in kurzen Intervallen, ist man nach einem intensiven Workshop-Tag top vorbereitet für das nächste Wipe-Out.

3. Wie viel Sinn mach so ein Kurs für einen Surfanfänger? Sollten deine Kunden nicht eher Laird Hamilton oder Koa Rothman heißen?

Gerade Surfanfänger können unerwartete Situationen unter Wasser abschrecken oder sogar blockieren. Wenn sie aber von Anfang an wissen solche Situationen zu meistern, trauen sie sich mehr zu, sind entspannter auch in turbulenten Bedingungen und dazu konzentrierter wenn es darum geht die nächste Welle zu kriegen.

In meinen Workshops lernen Anfänger wie langjährige Surfer von und miteinander. Denn auch die Arbeit mit Big-Wave-Surfern hat mir gezeigt, dass nur die Erfahrung im Wasser noch kein Garant dafür ist unter Wasser entspannt zu bleiben. Daher sehe ich diese Techniken aus ApneaSurf als Grundlage das eigene Potenzial voll auszuschöpfen und den Spaß am Surfen zu schüren.

Timo mit seinen Kursteilnehmern. Es passiert extrem viel im Kopf.

 

Auf der nächsten Seite lest ihr, ob es Sinn macht, einen Apnoe Kurs Online durchzuführen und was bei den Freedivern als äquivalent zur Barrel gilt. Ausserdem seht ihr die Termine für Timos Workshops.

4. Du bietest deine Kurse auch Online an. Kann man so einen Praxis orientierten Sport überhaupt via Video Botschaften erlernen?

Tatsächlich kann man das sehr gut sogar. Die Luft anzuhalten ist nämlich nicht durch unseren Körper limitiert sondern durch unseren Kopf. Wir blockieren uns eher mental als dass wir auf unseren Körper hören, der uns ganz klare Signale sendet wann wir langsam wieder atmen sollten. Im ApneaSurf-Online-Workshop habe ich dazu noch mehr Input reingepackt als ich in einem 1-Tages-Workshop unterbringen kann. Zusätzlich werden Übungen angeleitet und Atemtechniken im Detail vermittelt und erklärt.

Der Vorteil ist natürlich auch, dass ich mir die Videos egal von wo auf der Welt angucken kann und mich auch nach einem Workshop nochmals mit den Übungen aktiv und angeleitet auseinandersetzen kann.

5. Surfst du selber auch?

Ja das mache ich. Jedoch sehe ich mich nach dem ersten Kurs eher als Anfänger mit einer destruktiven-Passion für Wipe-Outs :)

Unter Wasser fühl ich mich nämlich auch in der Waschmaschine pudelwohl.

6. Welche Rolle spielt die physische Kompenente, welche Rolle die psychische? Eine Angabe in %?

20% Körper zu 80% Kopf. Da sind in meinen Workshops wirklich die größten „AHA-Effekte“ bei den Teilnehmern. Schon am Anfang wird es den meisten klar, dass sie sich bisher eher selbst blockiert haben.

Am wichtigsten ist, dass man unter Wasser die Ruhe behält

7. Was bei uns Surfern eine Barrel ist,  ist bei Freedivern …?

Der FreeFall oder auch freie Fall. Ein Zustand in dem ich ohne körperlichen Aufwand in die Tiefe falle, während ich das Wasser höre wie es immer schneller an mir vorbeizieht…*sssssssssssch* Totaler Punkt der Entspannung. Da krieg ich schon beim Schreiben wieder eine Gänsehaut :)

8. Du hast bereits einige Bigwave Surfer gecoacht. Wer war dein bekanntester Kunde?

Mit den Big-Wave Surfern arbeite ich nur 1zu1, da es hier meist ganz spezifische Punkte gibt an denen ich auch Techniken aus dem Coaching wie das "Auflösen von Ängste" einsetze. Dabei gehörten meine bisherigen Kunden, soviel ich weiß, nicht zur internationalen Wettkampf-Szene. Da bin ehrlich gesagt auch nicht ganz so informiert :)

Timo gibt Tagesworkshops in ganz Deutschland, ausserdem wird er den Sommer über einige Workshos in Portugal geben, unter anderm im Pure Surfcamp in Ingrina. Die genauen Termine sehr ihr auf der nächsten Seite.

Termine Portugal:

  • 18.-20.April - Janga Surfcamp in Figueira da Foz
  • 22.-30.April - Peniche/Ericeira/Lissabon offene Workshops „on the Road"
  • 10.+11.Mai  - Pure Surfcamp in Ingrina
  • 18.-23.Mai  - TSE in Lagos

Timos Workshops könnt ihr auf seiner Homepage www.apneasurf.de buchen. Wenn ihr noch mehr von Time sehen wollt dann folgt ihm doch einfach auf seinem Instagram Account.



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