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Lasst uns über Mozambique sprechen
Lasst uns über Mozambique sprechen
Lesedauer: 2 Minuten
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Nicolai Steidle -

Mozambique hat ausgezeichnete Wellen die man auch an guten Tagen beinahe alleine surfen kann. Aber Ostfrika ist nicht Disneyland und falls ihr vorher schonmal in Indonesien wart und denkt ihr seid vorbereitet dann täuscht ihr euch.

Mozambique das ist nicht Instalife und Sushibowl, Mozam kann hardcore sein und man sollte die gewisse Portion Abenteuergeist mit ins Rennen bringen, um dort eine gute Zeit zu haben. Ein Mann, der sich bestens im Wellenparadies Mozambique zurecht findet ist der Deutsch/Südafrikaner und J-Bay Local Toby Schröder. Er hat uns in der 16ten Printausgabe von seiner Mozam Reise erzählt. Hier nun exklusiv bei uns online zu lesen.

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Die Protagonisten

Tobias Schröder alias "Schniitz", unser Wellenheld aus München/J- Bay und Kopf der Crew, wird mit seinem modifizierten Toyota Landcruiser die Reiseleitung übernehmen. Toby leitet zu Hause in J-Bay die Surf Lodge und hat gemeinsam mit Ludi Bunds Surf Adventures gegründet, das Surftouren durch Südafrika anbietet.

Soren "The Beast" Petzka, Weltreisender aus Hamburg City wird sich um das allgemeine Wohl der Truppe kümmern. Medis, Musik, Kokosnüsse etc...

Ludi "Seekat" Du Toit, unser Local aus Jeffreys Bay und Longboard- Champ, wird noch viel Aufregung in die Geschichte bringen.

Clinton Theron "Alley Cat", bewaffnet mit dem neuesten Kram der Media-Welt, Vintage-Filmkamera, Drohne und GoPros, wird immer zur Stelle sein, um alles zu dokumentieren.

Boys on the run!! Von links nach rechts: Soren alias 'Das Biest', Clinton Theron, Toby Schröder und Ludi, die Seekatze




Von gierigen Polizisten und Mücken

Bestückt mit Utility-Westen, einem voll beladenen Allrad-Monster und guter Laune geht es auf zur ersten Station in Mosambik: Ponto do Oura. Nachdem wir die Wild-Coast bei Nacht, Durban zum Sonnenaufgang und Wetwipe-Shower auf einem Mall-Parkplatz absolviert hatten, stieg die Spannung ins Unermessliche. Denn Mosambik ist leider auch für seine korrupten Polizeibeamten bekannt, die es auf schnelles Geld von naiven „Sunburn“-Touristen in ihren geliehenen 4x4s abgesehen haben. Wir kamen zum Glück ohne weitere Probleme an ihnen vorbei.
 Die Grenze in Ponto überquert, wurden wir von tief feinsandigen Holperwegen überrascht. Ohne 4x4 keine Chance!!! Auch die Landschaft wurde schlagartig anders. Um genau zu sein: traumhaft. Üppig grün und authentisch afrikanisch.
 Als sich die Sonne langsam dem Horizont näherte, tauchte sie den Himmel in ein tief leuchtendes Orange und wir begaben uns auf die Suche nach einem geeigneten Platz für die Nacht. Nicht weit entfernt vom lokalen Markt, auf dem

wir die größten Avocados kauften, die wir je gesehen haben, fanden wir einen ruhigen Campingplatz direkt am Indischen Ozean mit den ersten Pointbreak-Waves.

Als es dunkel wurde und uns die ersten Moskitos attackierten, versorgte uns Soren mit Tabbard Mosquito Repellent und sorgte kurzzeitig für Ruhe. Schniitz war dennoch „paranoid”. Er hatte Angst, an Malaria zu erkranken und badete sich förmlich in Chemie. Dies zog sich durch den gesamten Trip und wurde zum Running Gag. Der Einzige, der darüber nur müde lachen konnte, war Seekat. Er nutzte weder Moskitonetz noch Chemie und wurde bis zum Ende der Reise einmal gestochen. Der Rest der Truppe hingegen wurde quasi aufgefressen.

Auf der nächsten Seite lest ihr den Abschnitt "Auf in die Einsamkeit Afrikas".

Auf in die Einsamkeit Afrikas

Der nächste Morgen brachte die ersten Longboard-Wellen mit sich und machte uns happy. Pralle Sonne, warmes kristallklares Wasser, Boardshorts und Honeyshield. Das war alles,was wir vorerst benötigten.

Doch nach einigen Stunden im Wasser waren wir leicht verbrannt, dehydriert und sauhung- rig. Wir verbrachten den Rest des Tages mit unseren Campnachbarn, tranken selbstgebrannten „Moonshine“-Schnaps und fuhren von Bar zu Bar, um uns mit dem Local-Drink „R&R” (süßer Rum mit Himbeeren) zu betrinken. Schließlich endeten wir im Captain Guzz’s Pub und tobten uns wie kleine Kids auf der Wasserrutsche aus. Am Ende waren wir alle sturzbetrunken, und unsere Camp Grannys fuhren uns im Kofferraum wieder heim. Was für großartige Menschen!

Die Jungs haben es klein erwischt. An guten Tagen läuft der Point in Ponta über einen Kilometer, die Locals sprechen vom zweitlängsten Righthander der Welt–nach J-Bay.

Ponto D’Ouro ist ein toller Fleck Erde, doch schon ziemlich gezeichnet durch den hungrigen südafrikanischen Touristen, und somit entschieden wir uns, nach größeren Wellen und Einsamkeit suchend, weiter nördlich nach Tofo zu fahren.

Von Zahnweh und Tofu

Eine 12-Stunden-Tour mit Wildlife, mehr korrupten Beamten und einem infizierten Backenzahn in Ludis rechter Wange, der uns noch richtig in Aufregung bringen sollte, erreichten wir unsere Surf Lodge bei Nacht. Ausgelaugt führte uns Clint zu „Mini Black“, der Chefkoch in einem kleinen Lokal war. Die typisch lokale Küche war unglaublich lecker! Fast jeden Tag aßen wir dort und wurden gute Freunde.

Da hatte Seekatze Ludi noch Spaß.

Seekats entzündeter Zahn begann jedoch, ihm große Probleme zu bereiten, und so entschlossen wir uns, ins nächstgelegene Krankenhaus zu fahren. Er sah mittlerweile aus wie Popeye auf Turkey. Lange Krankenhaus-Wartezeiten zwangen uns, mit Hilfe von Jacky, unserem Lodge-Dude, ins Hinterland zu einem Ex-Militär-Doc zu fahren. Dort wurde ihm unter Schmerzen bis hin zur Bewusstlosigkeit der Zahn gezogen. Was für eine Tortur! Noch am selben Nachmittag surften wir am Spot „Backdoor” und tankten alle wieder neue Kraft für die nächsten Tage. Denn der Swell kam und brachte einzigartige Wellen!

Eine Albtraumnacht und Traumbarrels

Von nun an surften wir von morgens bis abends, trafen wundervolle Menschen, tranken Rum und feierten auf dem kleinen Marktplatz in Tofo.

Vom Erkundungsfieber getrieben, beschlossen wir, noch einmal das Auto für einen längeren Ritt gen Norden zu rüsten. Es ging nach Pomene. Hier wurde unser 4x4 so richtig gefordert. Absolute Abgeschiedenheit, ursprünglicher geht es wohl kaum. Inmitten eines Naturreservats, geleitet von einigen Einheimischen, trafen wir den Chief „Satane”. Der wohl freundlichste Mensch unserer Reise. Er bot uns einen Schlafplatz in einem kleinen hölzernen Unterstand an. Platz für ein Zelt, Hängematte und Boardbags, schlugen wir für einige Tage abgeschieden von allem unser Lager auf. Sanitäre Einrichtungen: Fehlanzeige. Nur wir vier, Strand, Kokospalmen und absolute Stille. Wir fühlten uns wieder wie Kinder, kundschafteten die Küstenlinie aus, fingen Krabben, erklommen Palmen, um an die Kokosnüsse zu kommen, saßen am Lagerfeuer und aßen frischen Fisch, der am Stock über dem Feuer garte.

Auf der nächsten Seite lest ihr, was die Jungs bei ihrer Rückkehr nach Tofu erwartete, ausserdem gibt es noch einige Fakten zu Mozambique.

Zurück nach Tofu

Immer den Swell im Auge, fuhren wir nach ein paar Tagen zurück nach Tofo. Wir campten direkt auf einer Erhöhung am Point, so dass wir am nächsten Morgen sicher die Ersten im Wasser sein würden. Das war mit Abstand die wohl härteste Nacht des Trips! Tropische Hitze, Millionen Moskitos und Krabbelgetier, permanentes Her- umgewälze. Am Morgen begrüßten uns dafür perfekt geformte 4-6ft Wellen, die am flachen Riff, das auf eine Sandbank läuft, brachen. Barrels, Barrels, Barrels!

Schniitz schnitzt. Und wie!!!

9 Stunden im Wasser mit nur kurzen Pausen, um das ein oder andere Bier zu trinken. Viel braucht man da wohl nicht mehr zu sagen. Tofo ist ein wahrhaftig phänomenaler Ort. Wir fanden echte Freunde, genossen jede Nacht in den kleinen typischen Bars mit Locals und Internationals und aßen frisches lokales Essen.

This is Mozam...this is paradise! Mit Tränen in den Augen traten wir den utopischen Heimweg von 47 Stunden zurück nach J-Bay an. So viele Eindrücke und Erinnerungen an diese Expedition, wir könnten ein ganzes Buch darüber schreiben. Alles, was du brauchst, ist ein „Open mind“, die Willensstärke und einige „Mates“ als Backup, und du wirst die besten Erfahrungen deines Lebens machen.

Fakten zu Mozambique

Wenn man gute leere Wellen sucht, muss man manchmal an Orte Reisen, wo es eben ein bisschen weh tut. Zu einem anderem Zeitpunkt haben wir bereits über Peru berichtet, wo man auch noch ohne Crowds surfen kann.

 



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