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Vielen reicht es, mit dem Motorrad nach Feierabend eine Runde zu drehen oder eine Urlaubstour zu machen. Doch wer das Motorradfahren als Sport betreiben will, hat die Qual der Wahl:

Früh übt sich, das gilt auch beim Motorradsport. Denn was dem künftigen Formel-1-Fahrer sein Gokart, ist dem Motorradsportler von morgen sein Pocket-Bike. Mit diesen Mini-Motorrädern können schon die Kleinen ab circa sechs Jahren ihre ersten Erfahrungen im Straßenrennsport sammeln. Aber wie geht das generell?

Pauschale Tipps für den Einstieg in den Motorradsport sind allerdings schwer. Zu unterschiedlich und vielseitig sind die möglichen Disziplinen. Straße, Gelände oder Bahnsport - unterschiedliche Grundbedingungen erfordern unterschiedliche Ausbildungen.

Der Einstieg

Daher beginnt der Einstieg bei den meisten bereits mit der Wahl der Disziplin. Jutta Kleinschmidt hat die Rallye Dakar auf zwei und vier Rädern gewonnen. Sie betont die Vielzahl spannender Disziplinen wie etwa Motocross, Enduro, Trial sowie den Straßendisziplinen, wo beispielsweise um die Motorrad-Weltmeisterschaft in verschiednen Klassen gefahren wird. «In Europa gibt es dann auch noch die Motorrad-Europameisterschaft. Auf der Bahn gibt es Speedwayrennen, Grasbahnrennen und Eisspeedwayrennen», ergänzt sie.

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In der Regel ist der nationale Verband für ambitionierte Motorradsportler eine gute Anlaufstelle. In Deutschland ist dies der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB). Auf dessen Website gibt es auch Infos zu Dragster-Bikes und Motoball, dem Fußballspielen auf zwei Rädern.

«Ich bin früher auch viel Motorrad gefahren, das macht Spaß», sagt Autorennfahrer-Legende Hans-Joachim «Strietzel» Stuck. «Es ist beim Einstieg in den Sport aber wichtig, dass man klar weiß, was man machen will.» Der heutige DMSB-Präsident plädiert dafür, sich zu entscheiden. «Entweder Kart oder Motorrad. Beides zusammen gleichzeitig zu beginnen, halte ich nicht für zielführend.»

Mit Gleichgesinnten

Eine gute Idee ist es, sich mit Gleichgesinnten zusammenzufinden. Am besten bei einem der vielen Vereine. Allein in Deutschland gibt es über 2000. Informationen bekommt man über den ADAC, den Deutschen Motorsport Verband (DMV) und den Automobilclub von Deutschland (AvD), die drei Trägervereine des DMSB. Für die Jugend ist auch die Deutsche Motor Sport Jugend (dmsj) ein guter Ansprechpartner, die eigenständige Jugendorganisation des DMSB.

Wer aktiv in einer Meisterschaft fahren möchte, braucht eine Lizenz. Denn nur damit darf man bei Rennen auf offiziellen Kursen starten. Diese beginnt mit der seit 2018 neuen J-Lizenz für 6 bis 16-jährige. Doch auch die C-Lizenz kann man bereits ab 6 Jahren erwerben. Sie berechtigt ausschließlich zur Teilnahme an Wettbewerben im Inland.

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Alle Lizenzbestimmungen für Deutschland finden sich im Regelwerk des DMSB. Jutta Kleinschmidt hat Lizenzlehrgänge geleitet: «Zur Ausbildung gehört Training auf der Rennstrecke, aber auch viel Theorie, wie Flaggentraining, wie verhalte ich mich im Rennen, bezüglich der Ampeln, eben alles, was man wissen muss, damit man fit für Rennen ist.»

Passende Ausrüstung

Neben Talent, Training, Lizenz und dem der gewählten Disziplin entsprechenden Motorrad braucht man die passende Ausrüstung. Deren Art und Weise hänge wiederum davon ab, ob man aber beispielsweise Rundstrecke oder Gelände fahren will.

«Auf jeden Fall braucht man aber einen guten Helm. Dazu Handschuhe, Anzug, Stiefel und eventuell eine Brille. Unbedingt brauche ich auch Protektoren, das sind so die wichtigsten Dinge», so Kleinschmidt. «Beim Cross fahren brauche ich dazu natürlich auch noch Knie- und Ellbogen-Protektoren.» So eine Ausrüstung kann ganz schön teuer werden. Während man mit technischer Beratung durchaus eine gebrauchte Maschine kaufen kann, rät die Motorsportlerin, sich die Ausrüstung neu zuzulegen. «Vor allem beim Helm würde ich nie einen gebrauchten kaufen.»

Ein Renneinsatz mit Motorrad sei aber sehr viel billiger zu realisieren als mit einem Auto. «Ohne das Motorrad wäre ich, glaube ich, nie in den Motorsport gekommen», so die ehemalige Rennfahrerin.

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