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Mittlerweile ist der Nissan Note von der Hersteller-Website verschwunden. Erhältlich ist der Van nur noch als Gebrauchtwagen. Was kann der gealterte Japaner?

Ein weiteres Opfer im stillen Sterben einer Fahrzeuggattung: Nachdem schon andere Hersteller den ein oder anderen Van aus ihrem Katalog gestrichen haben, ist auch der Nissan Note seit einiger Zeit von der Hersteller-Website verschwunden.

Wer ein Exemplar des für seine Größe geräumigen Microvans kaufen will, muss sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen. Dabei gilt: Besser nach der zweiten Generation Ausschau halten, die ist technisch besser.

Häufige Probleme mit dem Licht

"Der Zweite trifft die Töne besser", schreibt der "Auto Bild Tüv Report 2019" über das gut vier Meter lange Modell, das bei umgelegter Rückbank über 1300 Liter Stauraum bietet. Was aber auch die Zweitauflage plagt, sind oft verstellte Scheinwerfer, kaputte Birnen und Fehlfunktionen von Blinker und Warnblinker sowie häufiger Ölverlust in den ersten fünf Jahren. Defekte Auspuffanlagen sind bei beiden Auflagen ein Thema. Weit besser als sein Vorgänger E11 ist der E12 beim Fahrwerk: Die Achsaufhängung wird bei der Hauptuntersuchung (HU) so gut wie nie beanstandet, Federn und Dämpfer machen zumindest bei der ersten HU nur noch selten Probleme.

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Mittel bis gut - so beurteilt auch der ADAC den Note mit Blick auf sein Pannenverhalten. Weil die Zulassungszahlen gesunken sind, taucht der kleine Van zwar in der aktuellen Pannenstatistik des Clubs nicht mehr auf. Doch registriert haben die Pannenhelfer häufig entladene Batterien bei Fahrzeugen vom Baujahr 2009 bis 2015 sowie Probleme mit den Zündkerzen bei Benzinern von 2007.

Der absolute Pragmatiker

Einige Rückrufe trafen das Modell, darunter Ende 2016 gut 200 Exemplare der Neuauflage vom gleichen Baujahr wegen möglicher ABS-Fehler. 2017 machten gleich zwei Mal die Airbags Ärger - bei wenigen Fahrzeugen von 2016 sowie bei mehreren Zehntausend Nissan-Modellen, darunter der Note, die zwischen 2005 und 2015 vom Band liefen.

Seine Fahrer wissen im 2006 erstmals im Handel angebotenen Note vor allem den Pragmatiker zu schätzen: Neben den guten Platzverhältnissen, die auch mal Sperrgut vertragen, ist der Zugang dank großer Heckklappe und serienmäßig vier Türen komfortabel. Hinzu kommen das kleine, eher handliche Fahrzeugformat und die verschiebbare Rückbank. ESP wurde allerdings erst 2010 in den Serienumfang aufgenommen. 2013 kam die zweite Generation in den Handel, die ab Werk mit unter anderem Tempomat und sechs Airbags üppig bestückt wurde. Käufer können darauf achten, ob der Safety Shield an Bord ist, der den toten Winkel, die Fahrspur und bewegliche Objekte vor der Haube überwacht.

Hybrid nicht in Deutschland

Unter der Haube bietet der Note weniger avantgardistische Technik und mit Benzinern und einigen Dieseln erwartbare Motorkost: Die Ottomotoren geben je nach Generation und Ausführung zwischen 59 kW/80 PS und 72 kW/98 PS ab, die Selbstzünder von 50 kW/68 PS und 76 kW/103 PS, wobei beim E12 nur noch ein Diesel mit 66 kW/90 PS aus 1,5 Litern Hubraum montiert wurde. Den in Japan vermarkteten Hybrid gab es in Deutschland nie zu kaufen - auch die sportliche Nismo-Variante nicht.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem Note 1.6 mit 81 kW/110 PS vom Baujahr 2012 umschaut, muss mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von je nach Ausstattung ab 5950 Euro kalkulieren, den die Deutsche Automobil Treuhand ermittelt und im "DAT Marktspiegel" mit einer Laufleistung von 92.000 Kilometern vermerkt hat. Soll es ein neuerer Dreizylinder sein, so dürften beim Note 1.2 mit 59 kW/80 PS von 2016 um die 8500 Euro anfallen (40.000 Kilometer). Ein 1.2 DIG-S mit 72 kW/98 PS aus ebenfalls drei Zylindern von 2014 wird mit 8400 Euro und 67.000 Kilometern veranschlagt.

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