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Manager Wolfgang Heyder wird die Erfurt Rockets verlassen
Wolfgang Heyder war zwischen 1999 und 2014 Bambergs Geschäftsführer © Getty Images
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München - Brose Bamberg verzichtet auf die Euroleague. Ex-Manager Wolfgang Heyder verteidigt die Entscheidung. Er glaubt nicht, dass man vor Bayern kapitulieren muss.

Brose Bamberg hat Basketball-Deutschland mit der Nachricht überrascht, dass man in den nächsten Jahren nur noch in der Champions League antritt und damit freiwillig auf eine mögliche Teilnahme an der EuroLeague bzw. am Eurocup verzichtet.

Einer, der sich mit dem Klub bestens auskennt, ist Bambergs Ex-Manager Wolfgang Heyder. Dieser war jahrelang das Gesicht und der Macher im Bamberger Basketball und feierte mit dem Team sechs Meistertitel. Für ihn kommt die Entscheidung Bambergs wenig überraschend.

"Es war schon längere Zeit im Gespräch. Ich denke, dass sich die Champions League immer mehr als attraktive Plattform entwickelt hat - vor allem im letzten Jahr. Es sind attraktivere Teams dabei und auch die wirtschaftlichen Bedingungen sind für den einen oder anderen sehr attraktiv", sagte Heyder bei SPORT1.

Er ist überzeugt davon, dass Bamberg sich dabei etwas gedacht hat - vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht.

Heyder: Bamberg will nicht mit Bayern wettrüsten

Als Kapitulation vor Meister Bayern München sieht Heyder dies keineswegs: "Das Zitat von Michael Stoschek (Bamberg-Aufsichtsratschef, Anm. der Red.) ist bekannt. Er will das Wettrüsten mit Bayern nicht mitgehen. Das ist sicher eine Reaktion darauf. Wenn man sich anschaut, mit welchem Budget ALBA Berlin es ins fünfte Spiel des Finales gegen Bayern geschafft hat, braucht man nicht zu kapitulieren."

Bei dem Versuch auch in Zukunft Bayern Paroli zu bieten, muss eine deutliche Budget-Kürzung von bis zu zehn Millionen Euro in Kauf gekommen werden. Somit wird es wahrscheinlich nur über einen Neuaufbau zu schaffen sein.

"Ich kann nicht beurteilen, um welche Kürzung es sich handelt. Was ich sagen kann, ist: Bamberg wird mit einem sehr konkurrenzfähigen Budget an den Start gehen. Man wird auch mit dem, was vorhanden ist, sehr gut oben in der Liga mitspielen können", ist sich Heyder sicher.

Heyder glaubt nicht an Dauer-Dominanz von Bayern

Die Bedenken von Bambergs Aufsichtsratschef Stoschek, dass nun auch eine Dauer-Dominanz des FC Bayern im Basketball droht, teilt er nicht. Als bestes Beispiel dafür sieht er seinen Ex-Verein. 

"Man muss klar sagen, dass Bambergs Dominanz über zehn Jahre nicht unbedingt ein Thema des überragenden Budgets war. Es wurde nicht nur von Geld geschaffen. Von daher ist es auch jetzt möglich, mit weniger Geld Erfolg zu haben. Selbst mit ganz viel Geld ist es noch kein Selbstläufer", sagte Heyder.

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