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Vassilis Spanoulis (M.) trifft mit Olympiakos auf den FC Bayern
Vassilis Spanoulis (M.) trifft mit Olympiakos auf den FC Bayern © SPORT1-Montage Philipp Heinemann/Getty Images/Imago
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München - Olympiakos Piräus spielt in dieser Saison nur in der EuroLeague. Der heutige Gegner des FC Bayern München musste nach mehreren Eklats zwangsabsteigen.

Die Basketballer des FC Bayern München befinden sich im Dauereinsatz. Seit dem ersten Saisonspiel am 30. September hat der Meister in der Bundesliga, dem BBL Pokal und der EuroLeague bereits 16 Pflichtspiele bestritten.

Mit Beginn der Saison in der Königsklasse des europäischen Basketballs sind für die Bayern-Basketballer drei Spiele pro Woche keine Seltenheit.

Nur zwei Tage nach dem Sieg in der Bundesliga gegen medi Bayreuth geht mit dem Heimspiel gegen Olympiakos Piräus (Basketball, EuroLeague: FC Bayern München - Olympiakos Piräus ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) das Mammutprogramm weiter.

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Ein Programm, mit dem auch Top-Klubs anderer Ligen zu kämpfen haben, nicht aber Piräus. Denn die Griechen bringen es in dieser Saison bisher auf ganze acht Spiele - alle in der EuroLeague.

Grund dafür ist nicht, wie man vermuten könnte, dass die Meisterschaft in Griechenland noch nicht begonnen hat. Nein: Olympiakos läuft mit seinen Stars nur in der EuroLeague auf.

Zwangsabstieg nach Boykott

In Griechenland musste der Klub zwangsabsteigen, nachdem Debatten mit Erzrivale Panathinaikos Athen und dem griechischen Verband wegen Schiedsrichteransetzungen im Vorjahr in Boykotts gipfelten. Nun läuft der neunmalige griechische Pokalsieger in der zweiten Liga unter dem Namen "Olympiakos B" mit einem Team auf, das fast ausschließlich aus Nachwuchsspielern besteht.

Ein Novum und zugleich eine Farce für den europäischen Vereins-Basketball, zumal Olympiakos als Inhaber einer A-Lizenz in der EuroLeague noch auf Jahre hinaus gesetzt ist.

Doch wie konnte es zu dieser Situation, die im Fußball wohl undenkbar wäre, kommen?

Olympiakos spielt nicht weiter

Panathinaikos und Olympiakos, die sich auch im Fußball spinnefeind sind, befinden sich seit Langem auf direktem Konfrontationskurs. Zwischen dem mächtigen Panathinaikos-Anteilseigner und Pharmaproduzenten Dimitris Giannakopoulos und der Reeder-Familie Angelopoulos aus Piräus fliegen seit jeher die Fetzen. 2019 eskalierte die Feindschaft.

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Im Februar gingen die Spieler von Olympiakos im Pokal-Halbfinale gegen Panathinaikos aus Protest gegen die Schiedsrichter-Leistungen nach der Pause beim Stand von 25:40 nicht mehr aufs Feld. Es folgten Beleidigungen und Provokationen vonseiten Giannakopoulos, der beispielsweise einen roten Damenslip über die leere Ersatzbank der Kontrahenten hängte.

Olympiakos kündigte daraufhin an, gegen Panathinaikos nur noch unter der Leitung ausländischer Schiedsrichter anzutreten. Bei Ansetzung der beim Pokal-Halbfinale beteiligten Referees werde man ohnehin in keiner Partie mehr antreten. Das für März geplante Derby in der Liga fiel aus diesem Grund aus, Olympiakos wurde mit einem Punktabzug bestraft. 

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Olympiakos boykottiert Playoff-Duell

Im Mai weigerte sich der zwölfmalige Meister dann, bei Promitheas Patras anzutreten, da mit Panagiotis Anastopoulos einer der drei "Skandal-Schiedsrichter" angesetzt wurde. Dieser verzichte, auch auf Druck etlicher Olympiakos-Anhänger, freiwillig auf das Spiel. 

Dies rief nun wiederum Panathinaikos auf den Plan. Der Tabellenführer trat zum letzten Spiel der Hauptrunde gegen Kymi B.C nicht an und kassierte einen Punktabzug mit pikanter Folge. Denn der Klub rutschte in der Tabelle auf Platz zwei ab, was ein Playoff-Duell mit Olympiakos zur Folge hatte. 

Doch weil auch dort mit Anastopoulos und Anastasios Manos zwei Pokal-Referees angesetzt waren, boykottierte Piräus das erste Spiel. Es folgte der Zwangsabstieg in die zweite Liga. 

Anfang Dezember gegen Panathinaikos

Die weitere Teilnahme an der EuroLeague, in der die Griechen neben Zalgiris Kaunas, dem FC Barcelona und Baskonia Vitoria-Gasteiz eines von vier Teams sind, die seit Einführung der Liga im Jahr 2000 immer dabei waren, blieb davon aber wie beschrieben unberührt. 

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Die bisherige Saison verläuft für den Champion von 2012 und 2013 noch nicht ganz nach Wunsch. Trotz Stars wie Nationalheld Vassilis Spanoulis, der auch mit 37 Jahren noch ein Leistungsträger ist, Kostas Papanikolaou, Brandon Paul und Will Cherry im Kader stehen bislang nur drei Siege auf der Habenseite (DATENCENTER: Die Tabelle) - ebenso viele wie beim FC Bayern.

Während die Griechen den Vorteil haben, deutlich ausgeruhter zu sein, sind die Bayern eingespielter - zumal bei Piräus satte zwölf neue Spieler integriert werden mussten und müssen.

Nach der Partie in München trifft Olympiakos in der EuroLeague auf ALBA Berlin und Armani Mailand. Dann steht am 6. Dezember das mit Spannung erwartete Duell mit Panathinaikos auf dem Programm.

Nach heutigem Stand der Dinge wird die Partie stattfinden - bei der Vorgeschichte der beiden Rivalen scheint darüber das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. 

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