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Dimitris Giannakopoulos ist Besitzer von Panathinaikos Athen
Dimitris Giannakopoulos ist Besitzer von Panathinaikos Athen © dpa Picture-Alliance
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München - Der griechische Spitzenklub Panathinaikos Athen hat einen der schillerndsten Besitzer in der Basketball-Welt. Erst kürzlich rechnet er mit seinem Team hart ab.

"Was mich am meisten ärgert ist, dass ihr nicht die Eier hattet, euch bei den Fans und beim Klub zu entschuldigen."

Dimitris Giannakopoulos war nach dem Pokalaus von Panathinaikos Athen auf Hundertachtzig. Der Besitzer des griechischen Topklubs legte, laut des Portals sdna.gr, noch nach: "Ihr habt gegen ein Team verloren, dessen Gesamtbudget geringer ist als der Wert eurer Schuhe. Das ist eine Schande für den Klub, ihr müsst verstehen, für welches Team ihr spielt."

Giannakopoulos, ein reicher Pharmaproduzent und Anteilseigner bei Panathinaikos, hatte nach der Pleite gegen Underdog Promitheas zum Rundumschlag ausgeholt. Doch dies war beileibe nicht das erste Mal, dass der exzentrische Besitzer der Panathinaikos-Basketballer, die am Freitag in der Euroleague beim FC Bayern München (Basketball, Euroleague: FC Bayern - Panathinaikos Athen ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) ihre Pleitenserie stoppen wollen, für Aufsehen sorgte. 

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Roter Slip kostete Giannakopoulos 3.000 Euro

Im Februar, beim Hass-Duell mit Erzrivale Olympiakos Piräus, legte er einen roten Damen-Slip auf die Bank der Gäste. Was war passiert? Piräus hatte sich im Pokalhalbfinale bei Panathinaikos nach der Pause geweigert, die Partie fortzusetzen, weil es sich von den Schiedsrichtern benachteiligt fühlte. Daraufhin platzierte Giannakopoulos das Utensil auf der Bank und wurde später dafür mit einer Geldstrafe von 3.000 Euro belegt.

"Ich will mich bei der Basketball-Welt entschuldigen, außer bei Olympiakos. Es war eine humorvolle Aktion. Wenn es schlecht gewesen sein sollte, trage ich natürlich die Verantwortung", räumte der 45-Jährige ein.

Das obligatorische Hausverbot in der Arena der Erzrivalen hat er sich trotzdem eingehandelt.

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Doch diese Aktion zeigte wieder einmal: Giannakopoulos lebt und atmet Panathinaikos mit jeder Faser seines Körpers. So übernahm er 2012 als Präsident den Klub von seinem Vater Pavlos und Onkel Thanasis und erreichte auf Anhieb das Double in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. 

2014 gab er das Präsidentenamt wieder ab - laut eigener Aussage wegen der drohenden Sanktionen gegen seinen Klub von Seiten des griechischen Staates. Seine Anteile am Klub behielt er jedoch.

Panathinaikos-Besitzer drohte mit Ausstieg

In einer Pressekonferenz im vergangenen Juni forderte er Yannis Alafouzos, Besitzer der Fußballabteilung von Panathinaikos, dazu auf, sein 20-Millionen-Angebot für die Anteile anzunehmen. Giannakopoulus verwies darauf, dass er es gewesen sei, der nicht nur die Basketball-Abteilung vor dem finanziellen Ruin bewahrt habe und Alafouzos habe schließlich gesagt, dass er nicht länger Teil von Panathinaikos sein wolle. 

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Gleichzeitig forderte er mehr finanzielle Unterstützung durch andere wohlhabende Fans von Panathinaikos und drohte sogar mit Rücktritt. 

Wenige Monate später ist Giannakopoulos aber noch immer da und hat weiterhin die Kontrolle inne. So entließ er nach der Pleite gegen ALBA Berlin kürzlich den bisherigen Trainer und holte Legende Rick Pitino zurück. Der US-Amerikaner führte "Pana" in der vergangenen Saison zum Double aus Meisterschaft und Pokal, bevor er aus persönlichen Gründen in die Heimat zurückkehrte.

Pitino gegen Bayern noch nicht dabei

Doch Giannakopoulos konnte ihn wohl von einer Rückkehr überzeugen, obwohl Pitino auch das griechische Nationalteam trainiert.

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Gegen Bayern, wo Panathinaikos nach zwei Pleiten in Serie wieder gewinnen will, wird Pitino allerdings wohl noch nicht dabei sein.

Dann muss er aber auch womöglich den nächsten Wutausbruch des Panathinaikos-Besitzers nicht miterleben. Der nach der Pokalblamage zeigte aber Wirkung, denn kurz danach veröffentlichte das Team ein Schreiben, indem es sich für die Leistung gegen Promitheas entschuldigte. 

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