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München - Nach dem Fehlstart ins EuroLeague-Viertelfinale gehen die Bayern in der Liga gegen ALBA unter. Nun gilt es, sich vor dem "Do-or-Die-Spiel" gegen Mailand zu sammeln.

Ganze drei Minuten blieb Andrea Trinchieri zur Halbzeit in der Kabine, dann ließ der aufgebrachte Trainer seine Spieler unter sich. 

Früh hatte sich für die Basketballer des FC Bayern ein Debakel gegen ALBA Berlin angekündigt, am Ende kassierten die Münchner beim 62:100 (30:52) ihre bislang höchste Pleite in der Bundesliga. Vor dem Alles-oder-Nichts-Spiel in der EuroLeague gegen Armani Mailand könnte die Stimmung kaum schlechter sein.

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"Angesichts der Saison, die wir bisher hatten, ist dieses Spiel inakzeptabel", sagte Trinchieri, "gegenüber uns selbst, gegenüber dem Verein. Wir können viele Gründe anführen, aber keiner ist ausreichend, um das zu erklären, was wir getan haben." Aus jedem Wort war die Enttäuschung herauszuhören.

Beim "Klassiker im Sandwich" (Bayern-Homepage) zwischen den Viertelfinalspielen gegen die Mailänder war es durch das ernüchternde Auftreten im zweiten Viertel (9:29) schnell gegen den Meister gelaufen.

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Bei den Bayern "funktioniert nichts"

München schonte nach dem Seitenwechsel viele Stars und fiel immer weiter zurück. Alba führte seinen Rivalen nach allen Regeln der Kunst vor.

"Es hat nichts funktioniert", sagte Bayern-Topscorer D.J. Seeley (16 Punkte) bei MagentaSport, "wir waren von Anfang an nicht bereit. Wir müssen jetzt wieder trainieren und gucken, was wir tun müssen, um wieder besser zu sein."

Es geht nun darum, schnell den Resetknopf zu drücken. Schon am Mittwoch kommt der italienische Pokalsieger mit einem 2:0 im Rücken zum dritten Duell. Die Bayern müssen gewinnen und am Freitag ein weiteres Mal, wenn sie ein Entscheidungsspiel erzwingen wollen.

Druck in der EuroLeague

Es sei "sehr schwer" sich jetzt direkt auf Mailand zu konzentrieren, so Seeley, "aber ich fühle, dass wir das schaffen können. Es ist ein 'Do-or-Die'-Spiel. Da gibt es nichts zu verlieren."

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Auch Geschäftsführer Marko Pesic glaubt noch an ein Weiterkommen. "Wir haben von acht Vierteln in zwei Vierteln zwei Spiele verloren", sagte der frühere Nationalspieler. Der Gegner habe "viel mehr individuelle Qualität", so Pesic: "Das haben wir durch Einsatz, durch Motivation und auch durch taktische Einstellung wettmachen können. Was man aber nicht wettmachen kann, ist die fehlende Erfahrung."

Ein Plus sei die "große Charakterstärke" der Mannschaft, sagte Pesic, allerdings vor dem Auftritt gegen Alba. Genau davon war an diesem denkwürdigen Sonntag vor den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl aber nichts zu sehen. 

Gegen Mailand kassierte das Team bereits zwei Pleiten
Gegen Mailand kassierte das Team bereits zwei Pleiten © Imago

ALBA-Coach relativiert Leistung der Bayern

Berlins Trainer Aito Garcia Reneses berücksichtigte bei aller Freude über den Sieg auch die schwierige Situation der Bayern.

"Zwei Wettbewerbe mit der EuroLeague zu meistern, ist sehr schwer. Jetzt sind sie in den Playoffs und haben diese Aufgabe", sagte der Spanier: "Für den Basketball wäre es gut, wenn Spieler sich erholen und mit Intensität spielen können – in jedem Spiel." 

Ein schwacher Trost für die Bayern (46:16 Punkte), die in der Liga hinter den MHP Riesen Ludwigsburg (54:4) und Alba (48:12) weiter Dritter sind. Trotz fehlender Wirkung war Trinchieris Kurzbesuch in der Pause für Seeley das Richtige: "Wir mussten da als Team wieder zusammenkommen."

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