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Das DBB-Team um den deutschen NBA-Star Dennis Schröder gewinnt in Serbien
Denis Schröder verpasst mit Deutschland das Finale © Getty Images
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Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft verliert gegen die Türkei und verpasst das Supercup-Finale gegen Tschechien. Dennis Schröder kritisiert das Team.

Das war zu wenig! Die deutschen Basketballer haben trotz einer Gala von NBA-Profi Dennis Schröder ihre erste Niederlage unter Bundestrainer Henrik Rödl kassiert und spielen beim Supercup in Hamburg um Platz drei. 

Das Team um den Akteur der Oklahoma City Thunder unterlag der Türkei bei dem traditionsreichen Testturnier am Freitagabend nach einem Einbruch im Schlussviertel deutlich mit 79:100 (41:51). In den sechs Pflichtspielen der WM-Qualifikation hatte Rödl, Europameister von 1993, zuvor keine Niederlage hinnehmen müssen.

Schröder: "Nicht aggressiv genug"

Bester Werfer für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) war vor 2019 Zuschauern in der Hansestadt Schröder, er stellte mit 32 Punkten seinen Karrierebestwert im Deutschland-Trikot ein. Grund zur Freude hatte er deshalb dennoch nicht.

Nach einem starken Start und einer zwischenzeitlichen Acht-Punkte-Führung gab das DBB-Team die Partie komplett aus der Hand, was Schröder nach Spielende in Rage brachte: "Wir haben als Team nicht gut verteidigt, haben es bei den Dreiern sehr offen gelassen. Wir waren auch unter dem Korb nicht aggressiv genug", sagte Schröder.

In dem Vier-Nationen-Turnier, das als Vorbereitung auf die heiße Phase der WM-Qualifikation dient, ist am Samstag Italien der Gegner des jungen deutschen Teams im Spiel um Platz drei.

Für Rödl sind es beim Supercup die ersten Testspiele, seit er im vergangenen September Bundestrainer geworden war. Vor den enorm wichtigen Partien in Estland (13. September/Tallinn) und gegen Israel (16. September/Leipzig) auf dem Weg zum Großevent 2019 in China, kann der 49-Jährige so noch einmal ohne ganz großen Druck am Vortrag seines Teams feilen.

Starkes deutsches Viertel

Deutschland, das seine makellose Bilanz in der WM-Quali teils ohne NBA- und EuroLeague-Profis erkämpft hatte, legte ein starkes erstes Viertel gegen die ebenbürtigen Türken hin. Schröder war auch aus der Distanz sofort enorm treffsicher, mit 29:26 ging es in den zweiten Abschnitt.

In der Folge wechselte Rödl mehr durch und der Spielfluss ging zeitweise ein gutes Stück verloren, die Gäste nutzten die Schwächephase vor allem durch ihre NBA-Stars Cedi Osman und Furkan Korkmaz konsequent aus.

Nach dem Wechsel versenkte Kleber seinen ersten Dreier und Schröder spielte nun wieder deutlich effektiver, zum Ende des dritten Viertels war Deutschland bis auf zwei Punkte dran (68:70). Doch im Schlussviertel dominierten wieder die Türken und das deutsche Team hatte phasenweise nur noch wenig entgegenzusetzen.

Hoffnungsträger fehlen

Das Potenzial im deutschen Basketball scheint ungeachtet der Niederlage so groß wie seit Jahren nicht mehr. Etliche Hoffnungsträger fehlen in Hamburg. Daniel Theis (Boston Celtics), Moritz Wagner, Isaac Bonga (beide Los Angeles Lakers), Isaiah Hartenstein (Houston Rockets) sowie Paul Zipser (vereinslos, zuletzt Chicago Bulls) sind ebenso wenig vor Ort wie Kapitän Robin Benzing und Johannes Voigtmann.

"Wenn alle dabei sind, ist das, glaube ich, mit die stärkste Nationalmannschaft, die wir jemals hatten", hatte Schröder am Donnerstag gesagt.  

Der Spielmacher ließ eine starke Vorstellung folgen. Und war letztlich dennoch enttäuscht.

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