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Dennis Schröder im Länderspiel der WM-Qualifikation gegen Israel
Dennis Schröder (r.) wurde 2013 von den Atlanta Hawks in die NBA © Getty Images
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Leipzig - Dennis Schröder führt das Nationalteam im Thriller gegen Israel zur perfekten WM-Qualifikation und macht eine Ansage Richtung WM in China. Das Potenzial ist groß.

Breiter hätte die Brust bei Dennis Schröder kaum sein können.

Respekt vor der großen Aufgabe in China war überhaupt kein Thema, als die deutschen Basketballer nach ihrem Nervenflattern das WM-Ticket in der Tasche hatten. "Ach, Quatsch. Wenn wir alle beisammen haben, brauchen wir uns vor keinem zu verstecken", sagte der NBA-Profi, musste nach kurzer Überlegung aber lachen. "USA natürlich, aber sonst vor keinem."

In der Tat ist das Potenzial da. Mit Paul Zipser, Daniel Theis, Tibor Pleiß fehlten unter anderem einige Topspieler. Dazu kommen junge Leute wie Moritz Wagner, Isaiah Hartenstein und Isaac Bonga, die um ihren NBA-Traum kämpfen. Selten hatte ein Nationalteam so viel Talent.

Erstmals seit 2010 und zum sechsten Mal insgesamt spielt das Nationalteam auf der zweitgrößten Bühne hinter Olympia und bleibt im Rennen für Tokio 2020. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Amtsantritt von Bundestrainer Henrik Rödl gelang der Sprung nach einem Spektakel gegen Israel.

Sieg erst in der Verlängerung

Mehrmals sahen die Gastgeber in Leipzig wie der Verlierer aus, am Ende gelang ein 112:98 (92:92, 35:54) nach Verlängerung, der achte Sieg im achten WM-Qualifikationsspiel sorgte für die vorzeitige Entscheidung.

"Es ist eine ganz, ganz, ganz besondere Leistung", betonte Rödl. Der Europameister von 1993 war zufrieden, auch wenn er sich einen anderen Auftritt gewünscht hatte - gerade in der ersten Hälfte. "Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf den Charakter des Teams bin", sagte der 49-Jährige.

Über die lange Zeit nicht überragende Leistung wollte Rödl gar nicht groß reden. "Wir sollten feiern, dass wir uns für die Weltmeisterschaft qualifiziert haben - mit 8:0. Es gibt nur lachende Gesichter, das ist ja klar."

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DBB-Team mit Schröder zeitweise mit 23 hinten

Naja, das stimmte nicht ganz. Während Rödl seine Spieler lobte und auf das Große und Ganze blickte, kochte Robin Benzing. "Es war absolut unverdient für uns, keine Frage. Es war einfach nur Glück", beschwerte sich der Kapitän über die Vorstellung, zwischenzeitlich hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) 23 Punkte zurückgelegen. "Wir können so nicht spielen. Wir haben den Israelis alles gegeben, was sie wollten."

Im Gegensatz zu Schröder, der sich mit 30 Punkten und 13 Assists über fast die komplette Spielzeit durchbiss, war Benzing auf die Chancen bei der Endrunde (31. August bis 15. September 2019) angesprochen etwas weniger optimistisch. Es sei "gar nix" zu holen, "wenn wir so spielen wie heute. Dann fahren wir wahrscheinlich ohne Sieg nach der Vorrunde nach Hause." 

Benzing und Kleber warnen

Mit etwas Abstand dürfte der Ärger verfliegen. Insgesamt verlief die Qualifikation unerwartet glatt, das Schwergewicht Serbien wurde gleich zweimal geschlagen, die deutsche Mannschaft zeigte ihr enormes Potenzial. "Wir haben sehr viel Talent in der Mannschaft, aber wir müssen es nutzen", warnte Benzing. Maximilian Kleber sah es ähnlich. "Es ist schwer, Prognosen zu machen. Wir können überraschen, aber es gehört immer einiges dazu. Es muss alles zusammenpassen."

In Leipzig schenkte das DBB-Team den 5197 Fans einen unvergesslichen Abend. 0,4 Sekunden waren beim Stand von 90:92 auf der Uhr, als Schröder mit einem Einwurf Kleber hoch in der Luft bediente, der NBA-Profi der Dallas Mavericks legte den Ball in den Korb, es gab zusätzliche fünf Minuten. "Ein geiler Pass von Dennis, ein super Play aufgemalt von Henrik", sagte der Würzburger.

"Es war kein gutes Spiel, aber wir haben es über die Bühne gebracht", meinte Schröder, "wir haben uns gegenseitig getragen." Dass die Qualifikation ohne Niederlage gelang, sei "unglaublich, die Leute hätten das nicht gedacht." Er selbst gebe nicht mehr so schnell auf: "Ich bin besser geworden, älter geworden, erwachsener geworden."

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