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Henrik Rödl (M.) muss für den finalen WM-Kader noch zwei Spieler streichen
Henrik Rödl (M.) muss für den finalen WM-Kader noch zwei Spieler streichen © Getty Images
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Trier - Mit dem ersten Testspiel gegen Schweden beginnt für die deutschen Basketballer die heiße WM-Vorbereitung. Die Tickets im finalen WM-Kader sind umkämpft wie selten zuvor.

Der Countdown läuft, das Casting für die "beste WM aller Zeiten" nimmt so richtig Fahrt auf - nur Anführer Dennis Schröder fehlt noch.

Zwölf aus 16 lautet die magische Formel für Bundestrainer Henrik Rödl auf dem Weg zur Basketball-Weltmeisterschaft in China.

Schon vor dem ersten Spiel der Vorbereitung am Sonntag in Trier gegen Schweden wurden mit Karim Jallow und Joshiko Saibou die ersten beiden Spieler aus dem Kader gestrichen.

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Schröder fehlt DBB-Team noch

Für Schröder ist bereits ein Ticket reserviert, der NBA-Star darf sich in der Heimat um "wichtige persönliche Dinge" kümmern und erst in der kommenden Woche zur Mannschaft stoßen.

Gegen Schweden fehlt er noch, für Rödl offenbar kein Problem: "Wir freuen uns, dass Dennis nach Hamburg kommt und wir dann mit der kompletten Mannschaft in die ganz wichtigen Spiele beim Supercup gehen können." Bis dahin soll das Team bereits einen Schritt weiter sein.

"Ich hoffe, dass wir die einen oder anderen Inhalte, an denen wir in dieser Woche gearbeitet haben, am Sonntag im Test gegen Schweden bereits wiedererkennen. Wir wollen sehen, wie die Woche gefruchtet hat", erklärte Rödl vor dem Duell mit dem Weltranglisten-54. in Trier.

Zipser schwärmt: "Gibt dicke Freundschaften"

Für den 50-Jährigen ist der gesamte erste Vorbereitungslehrgang eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte, von 2010 bis 2015 trainierte er den Bundesligisten TBB Trier.

In der ersten Trainingswoche ging es dem 178-maligen Nationalspieler vor allem darum, "taktisch und mannschaftlich eine gewisse Kultur zu finden und eine Identität aufzubauen".

Es wurde nicht nur geknüppelt sondern auch gelacht, unter anderem beim Kartfahren. "Alle kommen sehr gut miteinander aus, es gibt dicke Freundschaften im Team", sagte der frisch zu Bayern München gewechselte Paul Zipser.

Auch Wagner und Bonga müssen zittern

Dabei können sich nur wenige Spieler ihres Platzes im endgültigen Aufgebot sicher sein. Das zurückgetretene Idol Dirk Nowitzki sprach vom "tiefsten Kader, den die Nationalmannschaft je hatte", zahlreiche Medien schrieben bereits von einer "goldenen Generation".

So scheinen selbst die beiden NBA-Spieler Isaac Bonga und Moritz Wagner nicht zu 100 Prozent gesetzt.

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"Mit der Frage, ob man noch gestrichen wird, darf man sich als Spieler nicht so beschäftigen. Aber natürlich ist das irgendwo im Hinterkopf", gestand Wagner, der als einziger Spieler im Aufgebot noch kein Länderspiel absolviert hat.

Für sein womöglich erstes internationales Turnier hat das Toptalent große Ziele: "Es ist jedem klar, dass wir mit diesem Team nicht zur WM fahren, um dort um die goldene Ananas zu spielen." (SERVICE: Spielplan der WM im SPORT1-Datencenter)

"Müssen vor niemandem Angst haben"

Rödl sieht sein Team gegen keinen Gegner chancenlos: "Ich denke, dass wir eine Mannschaft haben, die in jedem Spiel das Potenzial hat, sich eine Siegchance zu erarbeiten. Wir müssen vor niemandem Angst haben."

Gleichzeitig sei dieses Turnier aber auch die "beste WM aller Zeiten. Die Qualität ist riesig. Es wird von NBA-Stars nur so wimmeln. Es gibt mehr Teams als jemals zuvor, die ganz oben landen können."

Olympia-Quali im Blick

Neben dem kurzfristigen Ziel Weltmeisterschaft hat die deutsche Mannschaft auch die Qualifikation für die Sommerspiele 2020 in Tokio im Blick. Die besten zwei Europäer der WM schnappen sich ein Direktticket, der Sprung in die schwierige zweite Gruppenphase sichert den Platz in einem weiteren Qualifikationsturnier.

Umso wichtiger also für Rödl, in den nächsten Wochen den bestmöglichen Kader zusammenzustellen.

Für die ersten beiden Spieler wird das WM-Casting deshalb bereits am Sonntag enden, noch bevor Anführer Schröder das Team verstärkt.

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