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München - Dennis Schröder ist bei der am Samstag beginnenden Basketball-WM Deutschlands wichtigster Spieler. Nowitzkis Nachfolger nimmt diese Rolle gerne an.

Im April 2019 hat eine neue Zeitrechnung im deutschen Basketball begonnen.

Zwar war Dennis Schröder in den vergangenen Jahren bereits der beste deutsche Spieler, seit Dirk Nowitzkis Karriereende ist der Point Guard aber nun endgültig das deutsche Aushängeschild der Sportart.

Zumindest in der Nationalmannschaft kennt er diese Rolle seit Nowitzkis DBB-Ende nach der EM 2015 bereits. In den kommenden Wochen kann der 25-Jährige unter Beweis stellen, dass er dieser Rolle gewachsen ist (Basketball-WM: Deutschland - Frankreich im LIVETICKER auf SPORT1).

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Schröder als wichtigster Mann

Die Basketball-WM in China, die am 31. August beginnt, ist eine riesige Herausforderung, gleichzeitig aber auch seine große Chance, sich in die Herzen der Basketball-Fans zu spielen.

Schafft Schröder sogar einen ähnlichen Coup wie Nowitzki, der das DBB-Team zu WM-Bronze 2002 und zu EM-Silber 2005 führte?

Denn trotz aller Tiefe im deutschen Kader – die Erfüllung der Olympia- oder gar Medaillen-Träume ist nur mit einem Schröder in Gala-Form möglich.

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"Ich erwarte von mir, dass ich top spiele. Ich weiß, dass das Team hinter mir steht. Ich muss es anführen, das ist meine Aufgabe", machte der Point Guard im Basketball-Magazin BIG keinen Hehl aus seinen Erwartungen.

Seine Teamkollegen schließen sich an. "Dennis Schröder ist unser wichtigster Mann", sagte Maxi Kleber von den Dallas Mavericks im SPORT1-Interview.

Robin Benzing meinte in der BIG: "Er ist der alles überragende Einzelkönner. Er kann immer punkten." Und Bundestrainer Henrik Rödl schwärmte: "Er ist einer der besten Point Guards der Welt. Er hat einen Speed, den niemand matchen kann."

Ehemann und Vater - Schröder gereift

Schröder ist nicht der bescheidene Star wie Nowitzki, er liefert Angriffsfläche. Mit seinem Lifestyle, mit Schlagzeilen außerhalb des Feldes wie der Verhaftung wegen Körperverletzung im September 2017, mit seinem Trash Talk.

Doch Schröder "wirkt schon gereift", wie auch der frühere Bundestrainer Dirk Bauermann feststellt: "Auf dem Feld, nicht nur basketballerisch, auch wie er versucht, zu führen."

Im Februar wurde Schröder Vater eines Sohnes, im Juli heiratete er seine langjährige Freundin Ellen. Ereignisse, die ihn verändert haben. "Meine Freunde sagen alle, ich sei geduldiger geworden", erklärt Schröder. Vater zu werden, relativiere alles.

Es gebe ihm "tatsächlich neue Motivation im Training, für die Familie noch härter zu arbeiten. So habe ich das vorher nie gefühlt."

Schröder über Aufmerksamkeit: "Das ist eine Ehre"

Bei der WM wird Schröder mit großer Aufmerksamkeit leben müssen.

Die Gegner, in der Vorrunde Frankreich, Jordanien und die Dominikanische Republik, "werden alles tun, um Dennis aus dem Spiel zu nehmen", prophezeit Bauermann.

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Doch der 61-Jährige, der zuletzt beim türkischen Klub Pinar Karsiyaka unter Vertrag stand, traut Schröder viel zu: "Das ist ein Junge, der vor keinem Angst hat, den die großen Gegner zu Höchstleistungen treiben werden."

Und auch Schröder freut sich auf seine besondere Stellung: "Das ist doch eine Ehre. Ich kenne das schon."

Nowitzki: Mannschaft tief wie nie

Und sollte es bei Schröder nicht wie gewünscht laufen oder er kaum Räume erhalten, werden die Teamkollegen gefragt sein – wie schon in der Vorbereitung, die abgesehen von der Pleite gegen Japan durchaus als Mutmacher dient.

"Wir haben so eine tiefe Mannschaft wie noch nie", sagte Dirk Nowitzki, der als WM-Botschafter dabei sein wird, zu SPORT1: "Wir haben viele Talente und Führungsspieler dabei - Dennis Schröder, Maxi Kleber und Daniel Theis - wir haben echt eine super Truppe am Start."

Schröder weiß: "Wenn mich die Gegner mit zwei, drei Männern verteidigen, werde ich Andi Obst, Niels Giffey, Maodo Lo, Robin Benzing oder unsere Big Men finden, die in der Ecke oder auf einem anderen freien Spot lauern."

Mit Ismet Akpinar und Paul Zipser stehen zwei weitere Akteure parat, die mit ihren Wurfqualitäten von Schröders Pässen profitieren können.

Große Konkurrenz um Olympia-Tickets

Mit dieser Erfolgsmischung soll der Olympia-Traum zur Realität werden. Doch soll dieser auf dem direkten Wege gelingen, ist in China womöglich ein Platz auf dem Podest Pflicht.

Denn: Nur die beiden besten europäischen Teams buchen das Ticket für Tokio 2020. Und mit dem ersten USA-Herausforderer Serbien, Spanien, Griechenland mit Superstar Giannis Antetokounmpo und Frankreich ist die Konkurrenz aus dem heimischen Kontinent groß.

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Der Schritt in die Zwischenrunde, der zumindest einen Platz in einem der vier Quali-Turniere sichern würde, ist Minimalziel und Pflicht zugleich.

Schröder: "Wir müssen wirklich abliefern"

Über diesen Weg hatte das DBB-Team zuletzt 2008 mit Dirk Nowitzki den Sprung zum Highlight Olympia geschafft.

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"Wir müssen uns vor keinem verstecken", meinte der damalige Fahnenträger zu SPORT1. Auch Schröder glaubt, man könne "jeden schlagen".

"Jeder von uns träumt davon, dieses Ziel zu erreichen", sagte der Anführer über Olympia: "Wenn nicht jetzt, wenn nicht mit dieser Generation - wann dann? Aber dafür müssen wir wirklich abliefern."

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