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Kira Walkenhorst beendet ihre Karriere. Bei SPORT1 spricht die Beachvolleyball-Olympiasiegerin über die Hintergründe dieser Entscheidung und ihre Zukunftspläne.

Beachvolleyball-Olympiasiegerin Kira Walkenhorst hat mit ihrem plötzlichen Karriereende ein Beachvolleyball-Beben ausgelöst. Denn ihr Rücktritt führte zu einer Kettenreaktion von personellen Änderungen bei einigen Teams.

Im SPORT1-Volleytalk erzählt Walkenhorst, wie es zu der Rücktritts-Entscheidung kam und verrät, dass diese alles andere als spontan getroffen wurde.

"Es war keine Entscheidung von heute auf morgen. Wir haben uns nach 2016 mit dem Team hingesetzt und überlegt, wie es weiter geht. Wir hatten alle weiterhin Bock und große Ziele vor uns. Für mich war immer die Voraussetzung, dass mein Körper mitmacht", sagte die 28-Jährige.

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2017 wird für Walkenhorst zur Qual

Doch dies war 2017 so gut wie nie der Fall: "Ich habe mich da durch wenige Turniere gequält und für die Höhepunkte spritzen lassen. Da hatte der Körper eigentlich schon gezeigt, dass er über der Grenze ist."

Walkenhorst unterzog sich danach zwei Operationen, doch auch diese brachten nicht die erhoffte Verbesserung. Oft schaffte sie es nicht länger als 15, 30 Minuten zu trainieren, ehe sie weinend aufhörte.

"In den letzten Wochen und Monaten waren immer wieder Momente, wo man gedacht hat: Wie lange gebe ich dem Körper noch? Wann musst er fit sein? Damit ich auch Laura die Chance gebe, sich gegebenenfalls noch ein neues Team aufzubauen, um ihre Ziele zu erreichen", sagte Walkenhorst.

Walkenhorst spricht als Erstes mit ihrer Frau 

Mit der Zeit gelangte die 1,84 Meter große Blockspezialistin schließlich an den Punkt, an dem sie ihre Entscheidung getroffen hatte und bereit war, diese auch laut auszusprechen. Ihre Beachvolleyball-Partnerin Laura Ludwig erfuhr jedoch nicht als Erste davon.

"Ich habe zuerst mit meiner Frau darüber gesprochen. Meine Eltern waren an dem Tag auch gerade hier. Ich bin aber am selben Abend noch zu Laura gefahren und habe ihr die Entscheidung mitgeteilt. Da die Zeit für sie knapp ist, ein neues Team zu finden, war es mir wichtig, recht schnell mit Laura und dem Team zu reden", sagte Walkenhorst.

Laura Ludwig (Foto) spielt in Zukunft gemeinsam mit Margareta Kozuch
Laura Ludwig (Foto) spielt in Zukunft gemeinsam mit Margareta Kozuch © Getty Images

Walkenhorst gibt dabei zu, dass sie etwas nervös vor dem Gespräch war - doch die Reaktion von Ludwig fiel sehr verständnisvoll aus: "Ich glaube, Laura fiel ein Stein vom Herzen für mich. Sie hat mitbekommen, wie ich die letzten Wochen und Monate gelitten hatte. Sie hat sich für mich gefreut, dass ich mich dafür entschieden habe und es mir damit gut geht."

Zukunft von Walkenhorst offen

Wie es mit Walkenhorst nun weiter geht, weiß sie noch nicht sicher. "Aber es laufen viele Gespräche und es haben sich auch schon einige Türen geöffnet. Ich habe viel aus dem Sport - auf und neben dem Feld - mitgenommen, was ich gerne weitergehen würde. Ich werde dem Sport auf jeden Fall treu bleiben", blickt Walkenhorst optimistisch in die Zukunft.

Nur eines hält sie für unwahrscheinlich: Trainerin beim Team ihres Bruders Alexander Walkenhorst zu werden. "Ich weiß nicht, ob mein Bruder sich von mir was sagen lassen würde. Da bin ich für ihn dann doch die kleine Schwester", erzählte Walkenhorst lachend.

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