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München - Peter Wright beweist mit seinem Auftritt bei der Darts-EM seine bestechende Form. Die Konkurrenz muss mit Blick auf die WM schon jetzt zittern.

Was für ein Auftritt von Peter Wright bei der European Darts Championship!

"Snakebite" hat sich mit seinem 11:4-Finalsieg gegen James Wade erstmals zum inoffiziellen Europameister gekrönt und dabei im gesamten Turnierverlauf eine wahre Machtdemonstration abgeliefert. Insbesondere seine Performance im Finale dürfte die Konkurrenz ins Grübeln bringen.

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Gleich sechs Mal warf der Schotte das Maximum von 180 Punkten und beendete das Match mit einem Drei-Dart-Average von über 104 Punkten. Aber damit nicht genug: In allen fünf Spielen des Turniers spielte Wright einen Average von mindestens 102 Punkten, sodass sein Turnierdurchschnitt am Ende bei 103,41. "Ich freue mich über den Sieg, es ist großartig für mich", sagte der 50-Jährige nach dem Finale.

Und weiter: "James hat das schon einmal gewonnen und ist ein Spieler von großer Qualität. Er kann die Spiele abspulen, also muss man versuchen, ihn in Schach zu halten. Und glücklicherweise habe ich das geschafft."

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Wright schwächelt nur im Halbfinale

Im gesamten Turnier wurde es nur ein einziges Mal wirklich eng: Im Halbfinale gegen Jonny Clayton setzte sich Wright am Ende zwar mit 11:8 durch, musste aber einige kritische Momente überstehen.

Sieben Breaks musste der Weltranglistenzweite hinnehmen. Ein Rechenfehler seines Kontrahenten, der somit den Ausgleich zum 9:9 verpasste, lieferte schlussendlich die Entscheidung. "Ich habe im Halbfinale Mühe gehabt. Es war wahrscheinlich mein schwierigstes Spiel und ich kam nicht in Fahrt, aber ich bin damit fertig geworden", lautete Wrights Analyse.

Mit einem Average von rund 85 Punkten in den ersten fünf Legs erwischte "Snakebite" einen schlechten Start. Dass er am Ende trotzdem noch bei 102,06 Punkten rauskam, sagt alles.

Alle anderen Partien entschied der Paradiesvogel des Darts ohne große Probleme für sich: In Runde eins fegte er den Deutschen Gabriel Clemens mit 6:3 weg. Danach folgten je ein 10:6 gegen Gerwyn Price und Steve West.

Dabei schien Wright die Pause vor der Europameisterschaft gut getan zu haben. Zwei Wochen lag sein letzter Auftritt bei der Unibet Premier League, wo er sich im Halbfinale Nathan Aspinall geschlagen geben musste, zurück.

Denn: Die beiden Events der European Tour vor dem Turnier in Oberhausen ließ der Sieger der PDC-WM 2020 aus. "Es war gut, dass ich mich ein wenig ausruhen und die Batterien wieder aufladen konnte. Ich wusste, was zu tun ist, um mich darauf vorzubereiten", so Wright.

Wright verzichtet auf Team-WM

Auch nach seinem Triumph hat "Snakebite" nun erst einmal Zeit, seinen Erfolg zu genießen. Zwar findet schon am kommenden Wochenende in Salzburg die Team-WM statt, allerdings ohne die schottischen Titelverteidiger. Wright und Gary Anderson pausieren, weil sie in Zeiten der Corona-Pandemie möglichst auf Flugreisen verzichten wollen.

Dementsprechend trat Wright auch die Heimreise aus Deutschland mit dem Auto an - und mit der Trophäe im Gepäck.

Möglichkeiten zur Vorbereitung auf die anstehende Weltmeisterschaft im Dezember bleiben trotzdem genug. Mit dem Grand Slam of Darts und den Players Championship Finals (beide Turniere LIVE im TV auf SPORT1) stehen noch zwei Major-Turniere vor dem Highlight des Jahres an. 

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Wright kann van Gerwen ablösen

Dabei sind Zweifel erlaubt, ob der aktuelle Weltmeister auf seiner Mission Titelverteidigung wirklich noch Training braucht - befindet er sich schließlich jetzt schon in bestechender Form.

Wenn Wright und Michael van Gerwen so weitermachen wie derzeit, könnte er den Niederländer nach der WM sogar als Nummer eins der Welt ablösen. Denn MvG, der seit Beginn des Jahres mit starken Formschwankungen kämpft, hat bei den kommenden drei Majors deutlich mehr Punkte von vor zwei Jahren zu verteidigen als sein Verfolger in der PDC Order of Merit. Der Vorsprung von rund 450.000 Pfund täuscht. 

Wright selbst sieht trotz des jüngsten Erfolgs noch Luft nach oben. "Ich glaube, dass ich konsequenter sein und hohe Averages spielen kann", sagte er selbstbewusst und fügte hinzu: "Ich fühle mich gut mit meinen Darts und mit der Art, wie ich dastehe. Aber ich glaube, ich kann noch besser werden."

Sollte dem so sei, darf sich die Konkurrenz im Hinblick auf die WM wirklich warm anziehen.

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