Das sagt die deutsche WM-Hoffnung zu seinem Los
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München - Robert Marijanovic ist bei der WM als vierter deutscher Starter dabei. Im SPORT1-Interview spricht er über seine Ziele, Favoriten und was er von Frauen im Darts hält.

Als letzter Deutscher qualifizierte sich Robert Marijanovic für die anstehende PDC-WM 2019 (13. Dezember bis 1. Januar täglich LIVE im TV auf SPORT1).

Der 38-Jährige setzte sich im Finale der BILD Super League Darts Germany gegen Dragutin Horvat durch und komplettierte damit das Darts-Quartett mit Max Hopp, Martin Schindler und Gabriel Clemens.

Nachdem der "Robstar" bereits zweimal unter kroatischer Flagge im Alexandra Palace vertreten war, gibt er nun sein Debüt für Deutschland auf der größten Darts-Bühne der Welt.

Im Interview mit SPORT1 sprach der gebürtige Freudenstädter über seine Ziele bei der Weltmeisterschaft, die einzigartige Stimmung im "Ally Pally" sowie die Chancen seiner Landsleute.

Robert Marijanovic: "Ich will die erste Runde überstehen"

SPORT1: Herr Marijanovic, die Auslosung der ersten Runde bei der PDC-WM ergab ein Duell mit Richard North. Welche Erwartungen haben sie vor diesem Spiel?

Robert Marijanovic: Es wird ein schweres Spiel. Richard North ist ein sehr, sehr guter Spieler. Er hat sich sehr schnell in der Weltrangliste nach oben gearbeitet und wird wahrscheinlich selbst denken, dass ich ein angenehmer Gegner für ihn sein werde.

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SPORT1: Sie gehen in ihrer dritte PDC-WM, sind bei den beiden ersten Male in der Qualifikation bzw. ersten Runde gescheitert. Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr gesteckt?

Marijanovic: Ich will die erste Runde überstehen. Alles was danach kommt, ist ein Bonus. Dann kommen die richtig großen Jungs. 

Größeres Teilnehmerfeld: "Qualität leidet ein wenig"

SPORT1: In diesem Jahr wurde das Teilnehmerfeld vergrößert. Erstmals nehmen nun 96 Spieler an der Weltmeisterschaft teil, darunter auch zwei Frauen. Was ist ihre Meinung zum neuen Modus?

Marijanovic: Ich weiß es noch nicht, das wird man erst danach wissen. Es gab im Vorfeld viel Kritik. Andererseits will die PDC internationaler werden, mehr Teilnehmer und Übertragungen haben. Ich glaube aber auch, dass die Qualität, vor allem in der ersten Runde, vielleicht ein wenig darunter leidet.

SPORT1: Was trauen Sie den beiden Frauen Lisa Ashton und Anastassija Dobromyslova zu?

Marijanovic: Es sind beides erfahrene Damen, Lisa Ashton ist aktuelle Weltmeisterin. Ich weiß es nicht. Es wird wahrscheinlich auch viel vom Publikum abhängen, weil das vermutlich auf der Seite der Damen sein wird und sie nach vorne schreit. Da könnte der ein oder andere Herr eventuell etwas nervös werden.

"Frauen können genauso gut Darts spielen wie Männer"

SPORT1: In anderen Sportarten kennt man es ja, dass Frauen einfach körperlich einen Nachteil im Wettbewerb mit Männern haben. Wie ist das im Darts?

Marijanovic: Nein, eigentlich nicht. Frauen können genauso gut Darts spielen wie Männer – das ist überhaupt kein Thema. Es macht einfach die Masse aus. Es spielen wahrscheinlich zehnmal so viele Männer Darts wie Frauen. Entsprechend finden sich dann eben auch zehnmal mehr gute Männer. Je mehr Damen spielen, desto mehr gute Damen wird es in Zukunft geben.

Marijanovic jubelt: "Darts-Deutschland geht ab!"

SPORT1: Außer Ihnen sind mit Max Hopp, Martin Schindler und Gabriel Clemens noch drei weitere Deutsche in London vertreten. Was trauen Sie ihnen zu?

Marijanovic: Ich traue natürlich Max Hopp sehr viel zu. Er ist direkt in der zweiten Runde gesetzt und hat in diesem Jahr auch schon bewiesen, dass er ein ganz großer werden kann. Aber auch bei Martin Schindler sehe ich sehr viel Potential. Er ist ein junger Spieler und hat noch richtig Hunger. Gabriel Clemens ist beim Score sehr stark. Bei ihm wird es darauf ankommen, wie er mit der Bühne zurechtkommt.

Alexandra Palace: Stimmung "manchmal etwas übertrieben"

SPORT1:  Was verbinden Sie mit dem Alexandra Palace?

Marijanovic: Es ist groß, die längste Bühne, die es im Darts überhaupt gibt. Die Stimmung ist traditionell gut. Jeder der ein Ticket für den "Ally Pally" kauft weiß, dass er praktisch verpflichtet ist, für gute Stimmung zu sorgen. Manchmal ist es allerdings etwas übertrieben, manchmal auch etwas komisch.

Marijanovic brilliert und erfüllt sich den WM-Traum

SPORT1: Wer sind ihre Meinung nach die Favoriten bei der anstehenden Weltmeisterschaft?

Marijanovic: Michael van Gerwen und Gary Anderson sind für mich die Favoriten. Danach kommen Spieler wie James Wade, der in diesem Jahr bereits zwei Major-Turniere gewonnen hat. Ein Geheimtipp von mir ist Krzysztof Ratajski aus Polen. Er ist ein sehr guter und ruhiger Spieler. Bei Mensur Suljovic habe ich gehört, dass er diesmal mit einer ganz anderen Einstellung zur WM fährt. Bisher war das ja nicht unbedingt sein Lieblingsturnier. Er ist auch nervenstark und kann eigentlich alles. Er ist ein Allrounder beim Spiel. Daher traue ich auch ihm den ganz großen Wurf zu,

So bereitet sich Marijanovic auf die WM vor

SPORT1: Es sind nur noch wenige Tage bis es los geht. Wie sehen die nächsten Wochen bei Ihnen aus?

Marijanovic: Durch die Übertragung von SPORT1 habe ich natürlich eine Menge Aufmerksamkeit bekommen. Ich habe noch einige Medientermine und dann werde ich mich voll auf meine Vorbereitung fokussieren, um langsam in den WM-Modus zu kommen.

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SPORT1: Wie kann man sich das vorstellen. Wie lange wird dann täglich trainiert?

Marijanovic: Das ist abhängig davon, wie die Lust und körperliche Verfassung ist und  wie es läuft. Wenn es Spaß macht und gut läuft, könnten es drei bis vier Stunden an einem Tag werden. Wenn ich merke, es läuft nicht und ich habe heute nicht die Einstellung dazu, dann höre ich eben nach einer halben Stunde wieder auf.

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