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London - Martin Schindler nennt in seiner Kolumne zur Darts-WM bei den Titel-Favoriten auch einen Außenseiter und erklärt, warum Gabriel Clemens weniger zu verlieren hat als Max Hopp.

Hallo Darts-Freunde,

bei der WM hat es mit Rob Cross, Michael Smith oder auch Ian White bereits einige Favoriten erwischt.

Das ist schon eine Besonderheit, aber es wundert mich auch nicht wirklich. Es geht um viel Geld und ein Turnier, das deine Karriere verändern kann. Als großer Name hat man den Druck auf seiner Seite, den ein Luke Woodhouse, der Smith rausgeworfen hat, zum Beispiel nicht hat.

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Neben Michael van Gerwen muss man im Kampf um den Titel immer mit Gary Anderson rechnen, der hat sich gegen Brendan Dolan in starker Verfassung gezeigt. Auch Gerwyn Price, der im Finale der Players Championship Finals stand und den Grand Slam of Darts gewonnen hat, ist ein Kandidat.

Als Außenseitertipp würde ich Nathan Aspinall nennen, der im vergangenen Jahr im Halbfinale stand.

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Aus dem deutschen Trio Max Hopp, Gabriel Clemens und Nico Kurz traue ich Max am meisten zu. Er hat in den letzten Jahren sehr gute Leistungen gezeigt und sich in der Rangliste sehr weit nach oben gearbeitet. Er ist inzwischen die Nummer 24 der Welt.

Aber auch Gabriel hat in den vergangenen zwei Jahren hervorragende Ergebnisse eingespielt.

Nico Kurz wird es etwas schwerer haben. Denn es ist seine erste Weltmeisterschaft, er ist noch sehr jung und hat noch wenig Bühnenerfahrung. Stark ist vor allem sein Timing. Er hat gegen mich schon so viele High Finishes gespielt oder Finishes genau im richtigen Moment ausgepackt. Wenn er das auch bei der WM abruft, wird er gute Chancen haben.

In der zweiten Runde hoffe ich natürlich auf ein deutsches Duell zwischen Max Hopp und Gabriel Clemens. Zuvor muss Gabriel aber gegen Benito van de Pas antreten.

Wenn beide ihr normales Spiel spielen, dann wird Gabriel gewinnen. Natürlich ist Benito ein Spieler, den man nicht unterschätzen darf. Aber Gabriel ist für mich der klare Favorit.

In einem Duell mit Hopp würde sich zeigen, wer die besseren Nerven bewahrt. Max wäre für mich aber der Favorit.

Allerdings hätte Gabriel aufgrund der Situation, beispielsweise wegen des Rummels, das um das Spiel und die Frage nach der deutschen Nummer 1 gemacht wird, weniger zu verlieren.

Denn Max ist als gesetzter Spieler der Favorit und muss dieser Rolle erst einmal gerecht werden. Gerade Gabriel, der ein gutes Jahr gespielt hat, würde es ihm alles andere als einfach machen. Der Druck läge in diesem Fall definitiv mehr bei Max.

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Zusätzlichen Druck hat er sich mit seinen Ansagen gemacht, zukünftig Weltmeister zu werden. Das ist eine gefährliche Aussage, weil sie so viel Druck auf die eigenen Schultern lädt.

Man muss sich aber auch Ziele setzen – und wird ja wohl noch träumen dürfen. Man muss sich die Messlatte sehr hoch setzen, um in diesem Sport zu bestehen und weiter voranzukommen.

Aber dennoch bin ich ehrlich, und das habe ich auch Max gesagt: Es wäre definitiv zu früh, wenn er beispielsweise in diesem Jahr Weltmeister werden würden. Das weiß er auch selber.

Es ist natürlich sehr gut, dass mindestens ein Deutscher in der dritten Runde ist, wenn Clemens van de Pas schlägt.

Einen Darius Labanauskas, der dann warten würde, darf man nicht unterschätzen, denn gerade bei der Weltmeisterschaft gibt es einige, die über sich hinauswachsen.

Dennoch: Der Gewinner eines möglichen deutschen Duells sollte gegen Labanauskas vorne sein – egal, ob Max oder Gabriel. Und das würde den deutschen Darts-Sport pushen.

Bis dahin, Game On!

Euer Martin Schindler

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