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München - Michael van Gerwen dominiert mit 30 Jahren die Darts-Szene. Welche Erfolge hatten Phil Taylor und Eric Bristow in diesem Alter aufzuweisen? SPORT1 macht den Vergleich.

Die Frage, wer der beste Darts-Spieler aller Zeiten ist, begleitet Anhänger des Sports seit Generationen.

Wie im Fußball, bei dem früher von Pélé oder Diego Maradona und heutzutage von Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo geschwärmt wird, unterscheidet sich auch im Darts die Meinung von älteren und jüngeren Fans dieser Sportart.

Vor allem drei Spieler werden dabei Generationen-übergreifend genannt: Eric Bristow, Phil Taylor und Michael van Gerwen. Während bei den beiden Erstgenannten stets die volle Karriere in Betracht gezogen wird, feierte van Gerwen erst in der vergangenen Woche seinen 30. Geburtstag (Premier League Darts, ab 20 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1.de, ab 20.30 Uhr LIVE im TV).

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SPORT1 blickt zurück und erklärt, wie erfolgreich die drei Darts-Legenden mit 30 Jahren waren:

Eric Bristow

Der 1957 geborene Bristow stieg erst mit 20 Jahren als Profi in den Darts-Sport ein, feierte aber in seinen ersten Jahren zahlreiche Erfolge. So wurde "The Crafty Cockney" bis zu seinem 30. Geburtstag fünfmal Weltmeister der BDO, die bis dahin die globalen Turniere ausrichtete. Der aus der BDO abgespaltete Konkurrenz-Verband PDC wurde erst 1992 gegründet, zuvor war die BDO das Nonplusultra im Darts-Sport.

Bristow gewann neben seinen fünf WM-Titeln insgesamt 17 Major-Turniere bis zu seinem 30. Geburtstag, darunter fünfmal das World Masters und einmal das World Matchplay.

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Tragischerweise erkrankte Bristow im Jahr seines 30. Geburtstages bei den Swedish Open an Dartitis. Bei dieser Krankheit, an der unter anderem auch Österreichs Mensur Suljovic leidet, haben Spieler Probleme damit, den Pfeil beim Abwurf los zulassen.

Obwohl Bristow die Erkrankung nach einigen Jahren überwinden konnte, knüpfte er danach nie wieder an sein altes Niveau an. 2000 zog er sich aus dem Profi-Dartsport zurück, vor gut einem Jahr starb er mit 60 Jahren am Rande eines Spieltags der Darts Premier League an einem Herzinfarkt.

Bristow gilt als Entdecker und Förderer von Phil Taylor.

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Phil Taylor

Während Bristow mit 30 bereits den Zenit seiner Karriere erreichte, nahm diese bei Taylor zu diesem Zeitpunkt erst Fahrt auf.

Der 1960 geborene "The Power" startete erst 1986 im Alter von 26 Jahren seine Profi-Laufbahn, mit 28 trat er der BDO bei. Zuvor hatte ihm Bristow als "Sponsor" mit 10.000 Pfund den Einstieg erst ermöglicht.

Nach anfänglichen Problemen - unter anderem litt auch Taylor für kurze Zeit an Dartitis - qualifizierte er sich 1990 erstmals für die Weltmeisterschaft. Dabei trumpfte er als Außenseiter - die Wettquote auf den Titel betrug 1:125 - groß auf und bezwang seinen Mentor Bristow im Finale mit 6:1 Sätzen.

Wenige Monate später feierte auch Taylor seinen 30. Geburtstag und startete eine einmalige Erfolgsgeschichte. Zwölf der anschließenden 16 Weltmeisterschaften - drei bei der BDO, neun nach seinem Einstieg 1994 bei der PDC - konnte er für sich entscheiden, hinzu kamen zahlreiche weitere Major-Gewinne.

Taylor beendete als 14-maliger Weltmeister und 16-maliger Sieger beim World Matchplay mit 57 Jahren nach der WM 2018 seine Karriere und überließ die Bühne seinem immer dominanter werdenden Nachfolger Michael van Gerwen.

Michael van Gerwen

Der Niederländer begann seine Profilaufbahn bereits mit 14 Jahren und gewann dabei zahlreiche Jugendtitel. Während seiner BDO-Zeit von 2003 bis 2007 holte er unter anderem den Titel beim World Masters 2006, bei der BDO-WM ein Jahr später scheiterte er als Topfavorit jedoch bereits in der ersten Runde und gab anschließend seinen Wechsel zur PDC bekannt.

Sein erstes Jahr beim dominierenden Darts-Weltverband verlief wechselhaft, bei seiner WM-Premiere traf er gleich in der ersten Runde auf Phil Taylor: Trotz eines Matchdarts verlor er die Partie, auch im Anschluss verlief der Aufstieg von "Mighty Mike" in die Weltspitze zunächst mit Höhen und Tiefen.

Sein erstes Major-Turnier gewann MvG im Jahr 2012 beim World Grand Prix, anschließend gelang dem Niederländer der Durchbruch. Bei der WM 2013 musste er sich erst im Finale Taylor mit 4:7 geschlagen geben, ein Jahr später krönte er sich mit 24 Jahren erstmals zum Weltmeister.

Auch wenn van Gerwen erst drei WM-Titel gewonnen hat, dominiert er die immer breiter werdende Weltspitze im Darts-Sport. Der seit vergangener Woche 30-Jährige gewann bereits 32 (!) Majors, darunter viermal die Premier League. Seit 2014 führt "Mighty Mike" die Order of Merit an, bereits mit 30 Jahren ist er mehrfacher Millionär.

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Fazit

Die Karriere der drei Darts-Legenden verlief trotz ihrer großen Erfolge äußerst wechselhaft.

Während Bristow mit 30 Jahren bereits seinen Höhepunkt der Laufbahn erlebte und anschließend - auch krankheitsbedingt - abbaute, drehte Taylor in diesem Alter erst auf. "The Power" gewann in seinem 30. Lebensjahr seinen ersten von 14 WM-Titeln und startete anschließend eine unvergleichbare Karriere.

Van Gerwen beherrscht die Darts-Szene zum Eintritt ins vierte Lebens-Jahrzehnt ähnlich wie Bristow seit Jahren, ein Ende der Dominanz ist jedoch nicht absehbar.

Ob MvG an die unglaublichen Erfolge von Taylor herankommt, ist dennoch ungewiss: Im Gegensatz zu Taylors Glanzzeit ist die Weltspitze deutlich größer geworden. An guten Tagen können einige Topspieler das Niveau des aktuellen Weltmeisters erreichen.

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