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Eben erst hat Bayern-Trainer Guardiola das Top-Talent zu seinem Wunschspieler erklärt, schon melden die ersten Medien Vollzug.

[kaltura id="0_qirrgam5" class="full_size" title=""]Aus dem Trainingslager des FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel, Christian Ortlepp und Stefan KumbergerRiva del Garda - Pep Guardiola hat alle verblüfft mit seiner öffentlichen Forderung, Barcelonas Thiago Alcantara an die Isar zu lotsen.Womöglich wusste der Trainer des FC Bayern da aber auch schon mehr.Denn nur wenige Stunden, nachdem Guardiola den Youngster auf SPORT1-Nachfrage zu seinem absoluten Wunschspieler erklärt hat, melden schon die ersten, dass der Wunsch erhört ist.Die "Gazzetta dello Sport" berichtet, dass sich Bayern und der FC Barcelona über einen Wechsel einig seien, das einschlägig bekannte "Sky Italia" meldet, dass der Transfer so gut wie durch sei.Die Bayern dementieren die Berichte auf Anfrage nicht - beziehungsweise nur lauwarm: Pressesprecher Markus Hörwick spricht vielsagend von "Spekulationen", zu denen man sich nicht äußern wolle.Klare AnsageEs würde Guardiolas plötzliche Forschheit erklären."Ich habe Kalle und Matthias nach Thiago gefragt", sagte Guardiola: "Ich habe zu ihnen gesagt: Ich will diesen Spieler. Entweder Thiago - oder keinen."So deutlich hat schon lange kein FCB-Coach mehr seine Wünsche artikuliert. Jupp Heynckes träumte im vergangenen Sommer von der Verpflichtung von Javi Martinez. Er schwärmte zwar vom Spanier, hielt sich mit Forderungen an die Chefs aber brav zurück.Guardiola ist anders. Ruhig formulierte er am Donnerstagmittag, was Thiago für ihn ausmache. Dabei ließ sich aus jeder Miene ablesen, wie vernarrt er in dieses Offensivtalent ist ( 743990 DIASHOW: Das Guardiola-ABC).Ein "Super-Super-Spieler"Guardiola pries den U-21-Europameister als "Super-Super-Spieler" und erklärte: "Er kann drei, vier, fünf Positionen spielen. Ein sehr guter Arbeiter, sehr gut im Eins-gegen-Eins, sehr gut auch im Mittelfeld."Bayerns Coach hofft nicht auf Thiago, nein, er scheint nach seiner eigenen Wahrnehmung beinahe auf ihn angewiesen."Wir haben eine gute Mannschaft, aber sechs Wettbewerbe zu spielen", stellte er fest: "Ich brauche ihn im Mittelfeld, ich habe Kalle und Matthias meine Meinung gesagt, sie treffen die Entscheidung. Thiago kann auf der 6, 7, 8, 10, 11 spielen."Klausel macht Thiago zum SchnäppchenVariabel einsetzbar, wettkampf- und titeltauglich - Guardiola nannte Argument um Argument für Thiago. Und über ein äußerst attraktives Vertragsdetail dürfte der 42-Jährige auch informiert sein: Schließlich heißt Thiagos Berater zufällig Pere Guardiola und ist der Bruder von Bayerns Cheftrainer. Thiago ist derzeit für 18 Millionen Euro zu haben, ein Schnäppchen für den Jungspund, der bei der U-21-EM ganz Europa verzückte.Der 22-Jährige führte die spanische Auswahl in Israel als Kapitän zum Titel. Beim 4:2-Finalsieg gegen Italien erzielte er innerhalb von 33 Minuten drei Tore.[image id="90c2331a-63d3-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]Und da der Edeltechniker in der vergangenen Saison in weniger als 60 Prozent der Barca-Spiele zum Einsatz kam, soll seine festgeschriebene Ablöse von 90 Millionen Euro auf eben jene 18 Millionen geschrumpft sein.Dass Bayern ebenjene Summe bezahlen will, hat Rummenigge dem katalanischen TV-Sender "RAC1" zufolge Barca-Präsident Sandro Rosell mitgeteilt.Nach Informationen von "Radio Cope" hat Thiago Angebote von Manchester United und Real Madrid abgelehnt und sich für die Bayern entschieden."Kenne ihn sehr gut"Welches Potenzial Thiago hat, ahnte Guardiola schon vor sechs Jahren. Damals trainierte er Barcelonas zweite Mannschaft, als ihm just jener Youngster auffiel."Ich kenne ihn sehr gut", sagte Guardiola. Er holte den 1,72 Meter großen Mittelfeldspieler aus der Jugend in Barcas B-Team und später auch zu den Profis.Und Guardiola scheint ziemlich zuversichtlich, das von ihm entdeckte Talent nun in die Bundesliga locken zu können.Neymar-Wechsel spielt Pep in die Karten"Kein Spieler möchte von Barcelona oder Bayern oder Real Madrid weg. Aber jeder Spieler will spielen", berichtete Guardiola: "Jetzt mit Neymar spürt er, dass er nicht so viel spielen wird."Auf subtilere Weise hätte der Bayern-Trainer seinem Ex-Klub keinen Schlag versetzen können. Zugleich schmeichelte er Thiago und machte indirekt deutlich, dass Barcas neuer Superstar Neymar dessen Entwicklung im Wege stehe.Wie reagieren die Bayern-Stars?Guardiola ist sich bewusst, dass ein möglicher Transfer seines sportlichen Ziehsohnes enorme Bewegung in den Münchner Kader bringen könnte. Kommt Thiago, fehlt ein Platz für Javi Martinez, Bastian Schweinsteiger oder Toni Kroos. Doch der in Italien geborene Sohn des früheren brasilianischen Nationalspielers Mazinho begeistert Guardiola eben derart, dass er bereit ist, diese Unruhe einzugehen.Zur möglichen Verwendung von Martinez meinte er daher, dass der Spanier ja auch als Innenverteidiger spielen könne. Dann ergänzte er: "Bastian Schweinsteiger kann defensiv oder offensiv spielen. Ich bin glücklich, ich habe eine große Mannschaft. Shaqiri kann auch links spielen oder in der Mitte oder Linksverteidiger. Ich habe viele Möglichkeiten."Thiago würde ihm weiter Optionen bescheren.