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Der Privatsender aus Köln sticht im Rennen um die Quali-Rechte für die EM 2016 und die WM 2018 die Öffentlich-Rechtlichen aus.

München - RTL zeigt die deutsche Nationalmannschaft auf ihrem Weg zur EM 2016 und WM 2018. Der Privatsender stach überraschend die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF aus und sicherte sich die Übertragungsrechte für die deutschen Länderspiele in der Qualifikation zu den beiden Turnieren. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte die Rechte erstmals zentral vermarktet. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich dem gemeinsamen, europaweiten Modell angeschlossen."Endlich wieder großer Fußball bei RTL", kommentierte Frank Hoffmann, RTL-Programm-Geschäftsführer, die Entscheidung. Das Paket umfasst 20 Live-Spiele der DFB-Elf sowie die Höhepunkte der anderen Qualifikationsspiele. Erste DFB-Partien bei RTL seit 1993RTL hatte bereits während der Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika einige Spiele live übertragen - allerdings ohne deutsche Beteiligung. Länderspiele der DFB-Auswahl hatte der Kölner Privatsender zuletzt im Dezember 1993 im Programm gehabt: die beiden Partien gegen Argentinien und die USA im Rahmen der USA-Reise.ARD und ZDF, die bislang immer die deutschen Gruppenspiele auf dem Weg zu den großen Turnieren übertragen hatten, nahmen die Entscheidung der UEFA "zur Kenntnis". Sie hätten sich "mit einem fairen und marktgerechten Angebot um die Übertragungsrechte beworben, aber auch gemeinsam eine klare finanzielle Obergrenze definiert", hieß es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Öffentlich-Rechtliche behalten EndrundenDie Endrunden der EM 2016 in Frankreich und der WM 2018 in Russland übertragen weiter ARD und ZDF. Die Öffentlich-Rechtlichen zeigen bis 2016 auch alle übrigen Länderspiele der DFB-Elf. Der DFB hatte lediglich die Medienrechte an die UEFA abgetreten, die Stadionwerbung ist davon nicht betroffen.Alle Spiele weiter frei empfangbar"Selbstverständlich respektieren wir diese Entscheidung und können versichern, dass wir auch mit dem neuen Partner RTL eng zusammenarbeiten werden", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Ebenso selbstverständlich stehen wir zur Partnerschaft mit ARD und ZDF. Unser bis 2016 laufender Vertrag mit SportA umfasst nicht nur die Länderspiele der Männer und Frauen, sondern auch den DFB-Pokal, die Dritte Liga und die Frauen-Bundesliga. Für die Fans ist sicherlich die wichtigste Botschaft, dass alle Länderspiele auch in Zukunft frei empfangbar bleiben."Riesenjubel bei RTLRTL und UEFA unterzeichneten den Vertrag am Mittwochmorgen. "Was für eine Nachricht! Endlich können wir selber spüren, was wir bislang nur aus der Beschreibung der Kollegen kannten", sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe: "Als Außenseiter haben wir quasi in der Nachspielzeit des Finales um die Rechtevergabe genau im richtigen Moment den entscheidenden Pass gespielt. Tor, Abpfiff und Riesenjubel in der RTL-Kurve."