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München - Moritz Müller befindet sich derzeit in Quarantäne. Der Haie-Kapitän spricht im SPORT1-Interview über den Alltag während des Coronavirus und Superstar Leon Draisaitl.

Als Vereinsikone der Kölner Haie erlebte Moritz Müller seine "mit Abstand härteste Saison" in der DEL. Nach einer völlig verkorksten Spielzeit verpassten die Haie die Playoffs, welche durch die Coronakrise allerdings ohnehin nicht stattfinden.

Im Instagram-Interview mit SPORT1-Moderatorin Laura Papendick spricht der 33-Jährige über seinen aktuellen Alltag in Quarantäne, die finanzielle Not der Vereine und Leon Draisaitls überragende Saison in Edmonton.

Moritz Müller: "Mache gefühlt eine Ausbildung zum Erzieher"

Durch die anhaltende Coronakrise sind auch die Eishockey-Profis aus Deutschland derzeit dazu gezwungen, die Füße still zu halten. Müllers Kinder halten den gebürtigen Frankfurter allerdings auf Trab.

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"Ich mache die letzten zehn Tage gerade gefühlt eine Ausbildung zum Erzieher. Mit den Mädchen habe ich letztens schon eine Schatzsuche in den Wald unternommen - ich versuche, mir jeden Tag etwas auszudenken", gibt Müller preis.

Da die Eishalle und das Fitnessstudio geschlossen sind, beschränkt sich der Verteidiger momentan auf Individualtraining in den eigenen vier Wänden oder geht Laufen.

Sorgen um die körperliche Fitness macht er sich nicht, viel mehr beschäftigt ihn die fehlende Eis-Fitness. "Den Fitnessstand kann man schon hochhalten, aber wir müssen einfach wieder aufs Eis. Eis-Fitness ist einfach was anderes - das weiß jeder Eishockeyspieler", offenbart Müller.

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Haie verpassen Playoffs - "Sind in einen Negativstrudel gekommen"

Dass es für die Kölner Haie in der vergangenen Spielzeit nicht lief, hängt für den 33-Jährigen an einer bestimmten Komponente.

"Wir haben es einfach nicht geschafft, konstant gutes Eishockey zu spielen. Wir hatten immer wieder Phasen, wo es lief, aber auch immer wieder Phasen, in denen wir unserem Niveau hinterhergelaufen sind. Dann sind wir in einen Negativstrudel geraten, den ich noch nie so erlebt habe", erklärt Müller die schwache Saison.

Erst der Trainerwechsel zu Urgestein Uwe Krupp konnte die Wogen in der Domstadt ein wenig glätten. Ob dieser Impuls schon hätte früher gesetzt werden müssen, vermag der Kapitän nicht zu beurteilen: "Wir wollten in Köln was aufbauen und das will man auch nicht so schnell aufgeben. Im Nachhinein kann man es vielleicht so sagen, aber es ist auch nicht die Entscheidung der Mannschaft. Das ist nicht immer einfach, den richtigen Zeitpunkt für so eine Entscheidung zu treffen."

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Müller: Viel hängt an den Sponsorenverträgen

Durch die Absage der Playoffs fehlt den DEL-Klubs eine wichtige Einnahmequelle. Zwar werde das Eishockey durch den späten Zeitpunkt in der Saison weniger hart getroffen, für Müller stellt sich allerdings ein neues Problem.

"Ich denke, viele Sponsoren werden ihr Engagement überdenken, was sie dem Verein zur Verfügung stellen. Je nachdem wie lange die Krise und der Lockdown gehen, wird es auch das Eishockey treffen", prognostiziert der 93-Kilo-Mann.

Leon Draisaitl "derzeit der beste Spieler der Welt"

Von der bisherigen Saison seines ehemaligen Teamkollegen bei den Kölner Haien, Leon Draisaitl, war Müller derweil ein wenig überrascht.

"Ich wusste, wie gut Leon ist, aber was er dieses Jahr gezeigt hat, ist von einem anderen Stern. Ich denke, er ist derzeit der beste Spieler der Welt", so der Familienvater.

Draisaitl pausiert mit den Edmonton Oilers in der NHL ebenfalls. Anders als die DEL befand sich die US-Liga zur Zeit des Lockdowns noch in der Regular Season. Ob die Saison zu Ende geführt oder auch abgebrochen wird, ist noch unklar.

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