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München - Nach der Europa League im Fußball kommt es dank des Münchner Coups in der CHL zum Bruderduell im Red-Bull-Konzern. Die Österreicher sind heiß auf den "kleinen Bruder".

Die Stimmung im Hotel der Malmö Arena war wenig überraschend ausgezeichnet.

Und dem Vernehmen nach blieb es an einem historischen Abend für das deutsche Eishockey auch nicht bei einem Siegerbier, verdientermaßen genehmigte sich der ein oder andere Spieler von Red Bull München noch mindestens ein zweites. Am Mittwoch bestieg die Reisegruppe aus München nach der Busfahrt über die Öresund-Brücke am Flughafen Kopenhagen dann bestens gelaunt die Maschine zurück nach Bayern.

Nach einem spektakulären 5:5 nach Verlängerung (Hinspiel 2:1) gegen die schwedische Spitzenmannschaft Malmö Redhawks steht der Meister der vergangenen drei Jahre als erster deutscher Klub im Halbfinale der Champions League - ein Coup, und nach Olympiasilber der Nationalmannschaft ein weiterer Höhepunkt für das deutsche Eishockey. "Das war ein Spiel auf Augenhöhe", sagte Abwehrspieler Maximilian Kastner, er betonte freilich: "Wir wollten es mehr als die anderen."

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Red Bull schon jetzt der Gewinner

Bester Laune dürfte auch Dietrich Mateschitz sein. Zu seinem Imperium gehören ja nicht nur unter anderem die Fußball-Klubs RB Leipzig und Red Bull Salzburg, die sich gerade eben in der Gruppenphase der Europa League trafen, mit dem besseren Ende für Salzburg. Im Portfolio stehen auch Eishockey-Klubs: die Roten Bullen aus München, und ebenso ihr Halbfinalgegner, die Roten Bullen aus Salzburg. Die Österreicher schalteten ähnlich überraschend Kärpät Oulu aus Finnland aus (3:2, 1:1).

Das nächste Duell im Zeichen der Dose wird  nun am 8. Januar (19.30 Uhr) in München stattfinden, das Rückspiel steigt am 16. Januar (20.20 Uhr) in Salzburg. Red Bull steht als Gewinner schon fest. "Das ist genau das, was sich jeder gewünscht hat, jeder will das Spiel sehen", behauptete Kastner. Der Salzburger Trainer Greg Poss, einst in Nürnberg und Mannheim beschäftigt und vom 1. Oktober 2004 bis 12. Dezember 2005 ein ziemlich erfolgloser deutscher Bundestrainer, sagte: "Das wird ein einzigartiges Duell - die gleiche Situation wie im Fußball."

München hat deutlich mehr Geld als Salzburg

Im Eishockey, dem Vernehmen nach die Lieblingssportart von Mateschitz, ist alles eine Nummer kleiner als im Fußball, was aber an der Vormachtstellung der Red-Bull-Mannschaften nichts ändert: München, mit angeblich 13,5 Millionen Euro und damit dem vermeintlich höchsten Etat der Deutschen Eishockey Liga (DEL) alimentiert, ist Meister der Jahre 2016, 2017, 2018. Die Salzburger, Etat angeblich 7,5 Millionen Euro, gewannen vier der letzten fünf und acht der letzten zwölf Titel.

Der Salzburger Kapitän Matthias Trattnig bezeichnete die Filiale in München schon mal feixend als "kleinen Bruder", denn: "Die gibts ja noch gar nicht so lange wie uns." Stimmt: Beim Salzburger Klub stieg Red Bull 2000 ein, unterhält zudem im nahegelegenen Liefering eine große Akademie für Fußball und Eishockey: Die Eishockey-Abteilung wird vom ehemaligen deutschen Nationaltorhüter Helmut de Raaf geleitet. 

In München stieg Red Bull 2012 ein. Das Unternehmen rettete den Klub damals vor dem Konkurs, so richtig aufwärts ging es ab 2014. Als Trainer Don Jackson nach einem Jahr in Salzburg nach München wechselte.

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