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Jeremy Williams ist mit 58 Punkten der Topscorer der DEL-Saison 2018/19
Jeremy Williams ist mit 58 Punkten der Topscorer der DEL-Saison 2018/19 © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Imago/iStock
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München - In den Pre-Playoffs gegen Berlin könnte Jeremy Williams den Unterschied machen. Der DEL-Topscorer findet in Straubing auf seiner Eishockey-Weltreise eine neue Heimat.

Für die Straubing Tigers wird es ernst: Im ersten Duell der Pre-Playoffs gegen die Eisbären Berlin wollen die Niederbayern den ersten Schritt Richtung Viertelfinale machen. (DEL: Straubing Tigers - Eisbären Berlin ab 19.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT 1 und im LIVESTREAM)

Ihr größter Trumpf: Jeremy Williams. Denn der Kanadier ist der Top-Scorer der DEL und lehrt sämtliche Abwehrreihen das Fürchten. 30 Tore und 28 Vorlagen gelangen ihm in der regulären Saison. "Es ist eine Ehre, Top-Scorer der DEL zu sein", sagte der 35-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

Trotz seiner Leistungen gab sich der Stürmer jedoch bescheiden und hob sein Trainerteam sowie seine Mitspieler hervor - insbesondere die Kollegen in seiner Sturmreihe Mike Connolly und Kael Mouillierat: "Beide haben mir mit ihren Fähigkeiten dazu verholfen, diese tolle Saison zu spielen."

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Eishockey-Weltreisender findet neue Heimat in Straubing

Der inzwischen 35-Jährige hat im sehr schnelllebigen Eishockey-Geschäft in Niederbayern eine neue Heimat gefunden. 2016 kam der Weltreisende, der nach dem NHL-Draft 2003 lange im Farmsystem der Toronto Maple Leafs spielte, nach Straubing. Abgesehen von einer kurzen Leihe nach Schweden stürmt er seitdem für die Tigers. Bereits im Dezember verlängerte er um ein weiteres Jahr.

"Straubing passt sportlich wie privat ideal für meine Familie. Wir haben eine tolle Gemeinschaft innerhalb des Teams", begründet er seine Entscheidung für die Zukunft. Williams spielte bereits in der Schweiz, für Red Bull Salzburg, in der zweiten deutschen Liga für Crimmitschau und einige Jahre in Schweden. In der NHL brachte er es immerhin auf 32 Einsätze und traf 2005/2006 gleich bei seinem Debüt für Toronto.

"Ich habe jede einzelne Minute in der NHL genossen. Meine Karriere ist eben verlaufen, wie sie verlaufen ist. Der Vergangenheit nachzutrauern macht alles andere als Sinn, weshalb ich immer positiv nach vorne schaue", sagt der sehr ausgeglichene Kanadier. Optimistisch blickt er auch auf das Duell mit dem großen Namen Eisbären Berlin.

Die DEL-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1

Williams als entscheidender Faktor?

Williams könnte für die Tigers zum entscheidenden Faktor werden. Seine Qualitäten sind breit gefächert. Ein Blick auf seine Karriere zeigt: In vielen Spielzeiten seiner Profilaufbahn waren Punkte durch Assists und durch Tore auf einem ähnlichen Niveau. "Ich schieße schon gerne Tore, aber die Mannschaft geht mir über alles. Zudem schadet es nicht, so vielseitig wie möglich zu sein", sagte er über seine Leistung.  (DATENCENTER: Die Tabelle der DEL)

Damit passt er perfekt in das Team der Tigers, das über seine mannschaftliche Geschlossenheit kommt. Das Team von Trainer Tom Pokel spielte eine historische Hauptrunde. "81 Punkte hatte noch kein Team der Straubing Tigers gesammelt", erklärte Williams. Kein Wunder also, dass der ehemalige NHL-Profi voller Zuversicht auf die Spiele gegen Berlin blickt. "Die Stimmung ist deshalb sehr gut und wir alle können kaum erwarten, dass es endlich losgeht."

Straubing mit besserer Bilanz

Vom Namen und den Erfolgen her sind die Eisbären der Favorit. Straubing hat die Hauptrunde allerdings mit Rang acht abgeschlossen - einen Tabellenplatz besser als Berlin. Auch die bisherigen Saisonduelle sprechen für die Niederbayern: Drei von vier Partien entschieden die Tigers für sich - darunter ein furioses 7:3 im Februar.

Einen Vorteil sieht Williams darin nicht unbedingt: "In den Playoffs werden die Karten neu gemischt und deshalb ist jeder Gegner schwer." Trotzdem ist Straubing alles zuzutrauen. Damit es mit dem Viertelfinale und einer Serie gegen eines der Topteams Red Bull München oder Adler Mannehim klappt, müssen die Tigers aber eine Schwachstelle gegen Berlin abstellen.

Sie waren in der regulären Saison das schlechteste Team der DEL in Unterzahl, während die Eisbären das zweitbeste Powerplay stellen. "Die Special-Teams sind immer von großer Bedeutung. Wir müssen in jeder Situation bereit sein und unser bestes Eishockey spielen", betont Williams. 

Neben den Fans, die ihm und dem Team Kraft geben, sieht Williams den Rückhalt seiner Familie als wichtigen persönlichen Erfolgsfaktor. Seine Frau Ashley hat sogar ihre Schauspielkarriere hinten angestellt. Wenn ihr Mann auch den DEL-Rekordmeister abschießt, kann sie damit sicher gut leben.

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