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München - Am Dienstag starten die Viertelfinals der DEL-Playoffs. SPORT1-Experte Rick Goldmann analysiert in seiner Kolumne Chancen, Stärken und Schwächen der Teams.

Hallo Eishockey-Freunde,

der Auftakt in die #geilsteZeit ist genommen. Und die erste Runde der Playoffs hat uns gleich mal gezeigt, was uns erwartet. Schnelles, hartes Eishockey mit reichlich Emotionen und Dramatik. Und was für Dramatik. Fünf Spiele, drei Mal Verlängerung.

Am Dienstag starten nun die Viertelfinals, den Auftakt macht bei SPORT1 die Neuauflage des Finals von 2014 mit Kölner Haie gegen ERC Ingolstadt. (DEL-Playoffs, Viertelfinale: Kölner Haie - ERC Ingolstadt am Dienstag ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und im LIVETICKER)

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Und um euch richtig einzustimmen auf die geilste Zeit, gibt es um 18.30 Uhr schon "N.ICE – Goldis Eishockey-Welt". Zum Einstieg der neuen Doku-Serie passend zur Partie mit Mo Müller. Kölns Kapitän gibt tiefe Einblicke in sein privates Leben und Off-Ice-Training u.a. mit Boxen gegen Profi Deniz Ilbay.

Aber zur Serie.

Zwischen den Kölner Haien und dem ERC Ingolstadt bestimmte nach 52 Spieltagen lediglich das Torverhältnis über das Heimrecht. Das wird eine richtig knackige Serie, und auch wenn nur noch wenige Spieler beider Klubs von der Finalserie von 2014 dabei sind, sie spielt im Hinterkopf schon noch eine Rolle, allein, weil die Spieler darauf angesprochen werden.

Bei Köln stimmt das Klima in der Mannschaft, es heißt, dass es so gut wie schon lange nicht mehr ist. Dennoch spricht die Hauptrundenbilanz mit drei von vier Siegen für Ingolstadt. Und da stand beim ERC jeweils Jochen Reimer im Tor, wenn sie gewonnen haben. Deshalb erwarte ich auch, da das Torhüterduell durchaus entscheidend sein wird, dass es Gustaf Wesslau gegen Reimer heißen wird.

Auch bei Augsburg gegen Düsseldorf kommt es zu einem richtig spannenden und engen Duell der Goalies. Olivier Roy gegen Matthias Niederberger. Drittbeste Fangquote der Hauptrunde gegen beste. Roy steht stellvertretend für die defensiv unglaublich starke Saison der Augsburger. Zudem überzeugen sie wieder mit ihrer bekannten Heimstärke.

Daher dürfte es schwer werden für die DEG. Zwar war auch zwischen den drittplatzierten Panthern und der DEG der Punktabstand minimal. Allerdings zeigt die Formkurve bei den Düsseldorfern nach unten. Nur drei Siege nach der Länderspiele-Pause.

Was für die DEG spricht, ist ihre Auswärtsstärke und die Special Teams. Überragend in Unterzahl und in Überzahl, da vor allem durch ihre Paradereihe Descheneau-Barta-Gogulla, die über Düsseldorfs Erfolg oder Misserfolg mit entscheiden wird.

Mit Mannheim (gegen Nürnberg) und München (gegen Berlin) steigen jetzt die mit Abstand besten Teams der Hauptrunde ein. (Alle Infos zu den DEL-Playoffs 2019)

Mannheim geht nach einer fantastischen Vorrunde mit Punkterekord, den meisten geschossenen Toren und den wenigsten kassierten mit maximalen Selbstvertrauen in die Viertelfinalserie. Mit ihrer unglaublichen Tiefe im Kader sind die Adler für mich klarer Favorit gegen die Thomas Sabo Ice Tigers, die in der Hauptrunde vor allem Konstanz vermissen haben lassen. Nürnberg hat sich am Ende nur durch einen Kraftakt und vor allem einen überragenden Niklas Treutle im Tor gegen Bremerhaven durchgesetzt. Aber ein Treutle allein reicht gegen Mannheim nicht, da muss weit mehr kommen als in der ersten Playoff-Runde.

Meister München erwartet mit Berlin die momentan heißeste Mannschaft der DEL. Die Eisbären surfen gerade die Erfolgswelle ab. Das haben sie mit den beiden Siegen gegen Straubing bewiesen. Die Hauptrunde dient bei den Berlinern nicht wirklich als Referenz, da hatten sie einfach zu viele Verletzte. Was das Duell München-Berlin noch so besonders macht, ist, dass es die Neuauflage des Vorjahresfinals ist, das ja bekanntlich über die volle Distanz von sieben Spielen ging.

Die Frage ist, ob die Berliner die Münchner trotz deren Tiefe im Kader beeindrucken können. Immerhin stand München mit dieser Truppe im Finale der Champions Hockey League. Sie haben in Danny aus den Birken den Spieler und Torhüter des Jahres. Und aus den Birken ist nur einer von sehr vielen Hochkarätern der Münchner, die Spiele allein gewinnen können.

Die Münchner treten auch mit der Erfahrung und dem Selbstbewusstsein von drei Meisterschaften in Folge sowie Don Jackson hinter der Bande an. Jackson ist ein Trainer, der immer einen Weg findet, mit seiner Mannschaft absolut konzentriert in den Playoffs aufzutreten. Das müssen die Red Bulls aber auch. Sie können es sich nicht leisten, dass der Schlendrian Einzug hält. Sonst wird das nichts mit dem Halbfinale.

Aber jetzt erst einmal viel Spaß mit den Viertelfinals der geilsten Zeit, wir sehen, hören und lesen uns auf SPORT1.

Euer Rick

Rick Goldmann, 42, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft und der DEL.

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