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Die Krefeld Pinguine sind sportlich wieder in der Erfolgsspur. Im SPORT1-Podcast "DIE EISHOCKEY SHOW spricht Daniel Pietta über die Probleme im Verein und seine Rolle.

Licht und Schatten bei den Krefeld Pinguinen!

Sportlich hat sich der Meister von 2003 wieder etwas aus der Krise gearbeitet. Nachdem es ab dem vierten Spieltag neun Pleiten in Folge setzte, feierten die Pinguine in den letzten vier Partien drei Erfolge - darunter Prestigesiege wie das 4:3 im Derby gegen Düsseldorf und zuletzt das 6:3 bei den Adlern Mannheim.

Damit bewegt sich der Verein sportlich wieder in ruhigere Fahrwasser. Dieser Trend soll nach der Pause wegen des Deutschland Cups nun bei den Straubing Tigers fortgesetzt werden. (DEL, 18. Spieltag: Straubing Tigers - Krefeld Pinguine, Freitag ab 19.30 Uhr im SPORT1-Liveticker)

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"Wir hatten diese neun Pleiten am Stück. Zum Glück sind wir jetzt mit zwei Siegen in die Pause gekommen. Da wollen wir am Wochenende weitermachen", fordert Krefeld-Urgestein Daniel Pietta den nächsten Erfolg im Podcast "DIE EISHOCKEY SHOW powered by SPORT1" .

Allerdings wäre ein weiterer Sieg nicht nur aus sportlicher Sicht ein dickes Plus. Er würde vielleicht auch dabei helfen, den gesamten Verein wieder voranzubringen. Denn nicht nur in der Tabelle waren die Pinguine in Schieflage geraten, auch wirtschaftlich stehen die Schwarz-Gelben auf der Kippe.

Da der Verein über keine verlässlichen Geldgeber wie die Branchenführer Adler Mannheim (SAP) und EHC Red Bull München (eben Red Bull) verfügt, muss man versuchen, den Spielbetrieb mit regionalen Gönnern zu finanzieren.

Probleme mit Geldgeber Ponomarew

In Krefeld ist dies seit Jahren der Unternehmer Wolfgang Schulz als einer von zwei Hauptgesellschaftern. Der zweite ist Michail Ponomarew, auch Präsident des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen. Der schießt - laut Krefelds Geschäftsführer Matthias Roos - aber trotz Zusagen kein Geld zu. Ponomarew bestreitet dies. Öffentliche Aussagen zu den Pinguinen darüber hinaus gibt es von ihm nicht.

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Die Etat-Unterdeckung für diese Saison soll rund eine Million Euro betragen. "Wenn Herr Ponomarew nicht zahlt oder keine anderen Gelder reinkommen, müssten wir Insolvenz anmelden", sagte Roos bei der dpa. Gelingt der Plan nicht, Ponomarew zum Verkauf seiner Anteile zu bewegen, wäre Krefeld spätestens zur neuen Saison kein DEL-Standort mehr.

Daher stand die Deutschland Cup-Pause in Krefeld auch ganz im Zeichen der Lösung dieses Problems. "Wir haben am 19. November unsere Gesellschafterversammlung. Das ist dann schon ein existenziell entscheidender Tag für uns", sagte Roos weiter.

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Ziel ist es, die Gesellschaftsstruktur zu ändern und ohne Investor Ponomarew weiter zu machen. In der Zeit bis dahin hat Roos dafür einiges zu tun. "Die Gespräche laufen bis dahin. Wir hoffen, dass dann alles bestätigt werden kann, was wir uns vornehmen. Das hängt aber eben auch von Herrn Ponomarew ab, weil ich den nicht einschätzen kann", sagte der 39 Jahre alte Pinguin-Macher. Kontakt zwischen Club und Ponomarew gibt es seit geraumer Zeit keinen.

Pietta hofft auf eine Lösung

Eine Situation, die auch an den Spieler nicht spurlos vorbeigeht, wie Pietta bei SPORT1 verrät. Gerade er als Veteran steht dabei besonders in der Pflicht.

"Natürlich kam da auch der ein oder andere zu mir als erfahrenen Spieler und hat gefragt, was so Sache ist. Aber im Endeffekt konnte ich auch nur erzählen, was hier in der Vergangenheit schon so alles abgelaufen ist und habe versucht die Jungs bei Laune zu halten", gewährt der 32-Jährige einen tiefen Einblick: "Da versuche ich dann, eine mentale Stütze für die Jungs zu sein, um auf dem Eis abliefern zu können."

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Dabei liegt ihm vor allem auch der Standort am Herzen. "Eishockey ist in Krefeld einfach eine Pflicht. Das hat man jetzt auch wieder im Derby (gegen Düsseldorf/Anm.d.Red.) gesehen. Die Halle war voll, obwohl wir gegen Ingolstadt ein unterirdisches Spiel hatten. Aber die Leute unterstützen uns weiter und daran sieht man, dass Eishockey in Krefeld Sport Nummer eins ist", schwärmt er.

Auf das Sportliche konzentrieren

Doch er weiß auch, dass die Spieler in dieser Situation nur sehr begrenzt die Möglichkeit haben, Dinge zu beeinflussen. Daher gibt er seinen Teamkollegen immer wieder den Rat, sich auf das Sportliche zu konzentrieren. "Wir können auf dem Eis unsere Leistung bringen, um potenzielle Geldgeber oder auch die Stadt auf uns aufmerksam zu machen."

Wenn seine Mitspieler diesen Rat befolgen, sei es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Mit weiteren Siegen würde sich der Tabellenvorletzte weitere Luft verschaffen. Durch die enge Tabellenkonstellation kann sich das Team mit einem Sieg schon wieder in die Nähe der Playoff-Plätze katapultieren. (SERVICE: Die Tabelle der DEL)

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Zum anderen sind Siege natürlich auch im Eigeninteresse der Spieler. Sie retten so ihren Arbeitsplatz oder würden sich im Notfall für andere Vereine empfehlen. "Im Endeffekt muss jeder seine Leistung abrufen. Umso leichter ist es dann auch in einem Worst-Case-Szenario, einen neuen Job zu finden", erklärt Pietta.

Seinen Optimismus hat sich der Flügelstürmer allerdings bewahrt. 2015 schloss er erst einen Zehn-Jahres-Vertrag mit seinem Herzensclub und diesen will er auch erfüllen. "Es ist bisher noch immer alles gut geworden in Krefeld", ist er sich sicher.

© SPORT1

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