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Die Kölner Haie mit Andreas Pokorny (M.) und Mirko Lüdemann (r.) wurden 1995 erster DEL-Meister
Die Kölner Haie mit Andreas Pokorny (M.) und Mirko Lüdemann (r.) wurden 1995 erster DEL-Meister © dpa Picture-Alliance
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Köln - Am 9. April 1995 wurden die Kölner Haie erster Meister der neugeschaffenen DEL. Eine große Überraschung, blickt man auf die vorangegangenen Turbulenzen.

Es ist Spiel fünf, 42 Minuten gespielt, noch keine Tore: Spannender hätte die Konstellation im entscheidenden Spiel der Playoff-Finalserie am 9. April 1995 zwischen den Kölner Haien und dem EV Landshut kaum sein können.

Doch dann ebnet der Russe Sergej Beresin mit seinem Traumtor zum 1:0 den Weg zum Triumph für die Domstädter.

Die weiteren Treffer von Andy Lupzig, Thomas Brandl und erneut vom alles überragenden Beresin machen die erste Meisterschaft der Kölner in der gerade zu Saisonbeginn frisch gegründeten Deutschen Eishockey Liga (DEL) klar.

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Die Haie um Kapitän Jörg Mayr läuteten eine neue Ära im deutschen Eishockey ein. Der letzte Meister der alten Ära, der in Maddogs München umbenannte EC Hedos München, musste im Lauf der Saison Insolvenz anmelden und sich vom Spielbetrieb abmelden. Dass ausgerechnet die Kölner die Nachfolge antreten würden: Damit war nicht unbedingt zu rechnen.

Kölner Haie erbten großes Finanz-Chaos

Der Kölner EC, wie er bis vor der Saison hieß, hatte ebenfalls turbulente Jahre hinter sich.

Langwierige Finanzprobleme hatten sich im Sommer 1993 verschlimmert, als Kölns damaliger Präsident Heinz Landen nach einem Herzinfarkt ins Koma fiel und die Interimsführung Millionen-Schulden anhäufte.

Der Klub wurde zum Sanierungsfall, die Lage besserte sich diverse Spendenaktionen und eine neue Führung unter Immobilienunternehmer Heinz Hermann Göttsch. Auch die Liga-Reform kam Köln zugute. "Ohne die neue Konstellation mit der DEL hätte ich es sicherlich nicht gewagt", sagte Göttsch damals.

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Turbulenzen auch auf dem Eis

Sportlich blieb die Saison aber auch nicht ohne Turbulenzen: Die Vorrunde beendete Köln nur auf Platz 6. Auch hochkarätige Gastspiele der vom NHL-Streik betroffenen Topstars Jozef Stümpel und Jeremy Roenick konnten nicht verhindern, dass Trainer Wladimir Wassiljew Anfang 1995 seinen Hut nehmen musste.

Bob Murdoch, als Spieler Stanley-Cup-Sieger 1973 mit den Montreal Canadiens, übernahm - der bisherige Coach der untergegangenen Maddogs.

Unter Murdoch steigerten sich die Haie in den Playoffs in einen Lauf, der im Finale gegen Landshut (mit den früheren Kölner Idolen Udo Kießling und Helmut Steiger) gipfelte.

Der Serienmeister der Achtziger krönte seinen grandiosen Neustart - konnte die neue Liga aber letztlich nicht dauerhaft prägen: Nur noch einmal, 2002 mit Trainer Hans Zach, sackten die Haie den DEL-Titel ein.

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