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München - Toni Söderholm spricht im Podcast "DIE EISHOCKEY SHOW" über die Herausforderungen beim anstehenden Deutschland Cup. Er freut sich auf die Arbeit mit den Jungen.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht vor ihrer ersten Bewährungsprobe der noch jungen Saison. Beim Deutschland Cup trifft das ersatzgeschwächte DEB-Team auf Russland, die Schweiz und die Slowakei. (SPORT1 zeigt den Deutschland Cup 2019 LIVE und in Highlight-Sendungen im TV auf SPORT1)

Nicht nur für viele Spieler, auch für Bundestrainer Toni Söderholm ist das traditionsreiche Turnier - in Krefeld steigt die inzwischen bereits 30. Auflage - eine Premiere: Zum ersten Mal ist der Finne als Cheftrainer des DEB-Teams beim Deutschland Cup dabei.

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Im vergangenen Jahr stand noch Marco Sturm als Chef an der Bande. Der Trainer des Silberteams bei den Olympischen Spielen 2018 gab im November seine Rückkehr in die NHL als Assistenztrainer der Los Angeles Kings bekannt. Am 1. Januar übernahm Söderholm das Amt des Bundestrainers. 

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Im SPORT1-Podcast "DIE EISHOCKEY SHOW powered by SPORT1" spricht er über die großen Herausforderungen beim Deutschland Cup und blickt auch auf die WM 2020 (8. bis 24. Mai in der Schweiz) voraus.

Söderholm: "Macht einen Riesenspaß"

Fünf Debütanten, ein prominenter Rückkehrer und nur sechs WM-Teilnehmer: Söderholm muss in Krefeld auf zahlreiche Stammkräfte verzichten und setzt stattdessen auf die Zukunft. Dieser Situation kann er aber auch Positives abgewinnen.

"Es ist ein sehr interessanter Teil meiner Arbeit, den neuen, jungen Spielern unser taktisches System zu erklären. Es macht einen Riesenspaß, zu sehen, dass die Jungs alles, was sie haben, umsetzen. Ich freue mich, dass die Jungen jetzt ihre Chance in der Nationalmannschaft haben", sagte Söderholm. 

Mit dem Mannheimer Tim Stützle, die ebenfalls 17-jährigen John-Jason Peterka (München), Lukas Reichel (Berlin) und dem 19-jährigen Justin Schütz (München) fehlen ihm beim Deutschland Cup auch einige vielversprechende Jungstars. Sie laufen beim parallel stattfindenden Turnier der U20 auf, die sich für die WM im Dezember in Tschechien einspielen soll.

Jungstars im Februar im Test

"Wir müssen den jungen Spielern etwas Ruhe geben und sich auf das nächste große Ziel konzentrieren lassen. Das ist die U20-WM, dort wird auch ein hohes Niveau gespielt. Ich habe noch die Gelegenheit, sie bei den U23-Spielen gegen die Schweiz im Februar zu testen", erklärte Söderholm.

"DIE EISHOCKEY SHOW" - Jeden Donnerstag bei SPORT1

Der 41 Jahre alte Bundestrainer befindet sich in dieser Nationalmannschaftssaison in einer veränderten Situation. Erstmals kann er das Länderspieljahr und die Vorbereitung auf die WM so planen, wie er möchte. Ein großer Vorteil im Vergleich zum vergangenen Jahr, als er quasi ins kalte Wasser geworfen wurde.

Söderholm trifft die Vereinstrainer 

"Ich habe mir mehr Spiele und Spieler angesehen. Zudem hatte ich jetzt Zeit im August und September, die Vereinstrainer zu treffen und mit ihnen über die Spieler zu sprechen", beschrieb Söderholm.

Auch die Vorbereitung auf die WM 2020 - geplanter Trainingsbeginn ist Anfang April - soll etwas anders ablaufen.

"Ich will, dass wir in diesem Jahr in der ersten Trainingswoche ein Stück weiter sind, als wir es im vorigen Jahr waren. Deshalb ist es wichtig, dass mehr Jungs unser Spielsystem kennen. Dann haben auch mehr Spieler die Chance, in den WM-Kader zu kommen", erklärte Söderholm. Sehr viele junge Spieler machen jetzt erstmals Bekanntschaft mit seinem System - auch das spricht für deren Nominierungen für den Deutschland Cup im Hinblick auf die WM. 

Gerade die Gespräche mit den Vereinstrainern und generell die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und dem DEB seien von enormer Bedeutung.

"Ein Teil der Gespräche ist, ob es sich für den Spieler momentan lohnt, im Nationalteam zu spielen, oder ob eine mentale oder körperliche Pause braucht. Da waren die Gespräche in den letzten Monaten sehr gut", sagte Söderholm.

Toni Söderholm im Podcast: "DIE EISHOCKEY SHOW powered by SPORT1"

So lässt sich auch das Fehlen der vielbeschäftigten Münchner Olympia-Silberhelden Patrick Hager, Frank Mauer, Yasin Ehliz und Yannic Seidenberg, sowie der Mannheimer Matthias Plachta und Markus Eisenschmid erklären, die neben der DEL auch in der CHL (Champions Hockey League) auflaufen.

Russland als erster Gegner

Mit Russland wartet am ersten Turniertag gleich ein dicker Brocken auf das unerfahrene DEB-Team. Söderholm erwartet eine zweikampfstarken und technisch versierten Gegner.

"Wir müssen sehr körperlich spielen und schnell vom Spiel ohne Scheibe auf das Spiel mit Scheibe umschalten. Außerdem müssen wir die Räume sehr eng machen", gab Söderholm einen kleinen Ausblick in seine taktische Marschroute. 

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Vor allem die fünf Debütanten Kevin Reich, Maximilian Daubner (beide München), Mirko Sacher (Schwenningen), Colin Ugbekile (Köln)und Daniel Fischbuch (Nürnberg) stehen im Fokus. 

Gerade die Personalie Ugbekile ist ein Beispiel dafür, wie wichtig Söderholm der ständige Austausch mit den Vereinstrainern ist. "Ich habe mit Mike Stewart im September und dann zwei Monate später gesprochen. Er hat seine Entwicklung sehr gelobt", erklärte Söderholm.

© SPORT1

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