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Mannheim und München - Bei der WM-Generalprobe gegen die USA zeigt das DEB-Team ihre große Qualität, aber auch Schwächen. Während Draisaitl das Spiel Mut macht, mahnt Kapitän Müller.

Leon Draisaitl stieg mit einem "guten Gefühl" in den Charterflieger zur Eishockey-WM in der Slowakei (Eishockey-WM vom 10. - 26. Mai LIVE im TV auf SPORT1).

Nach einer sensationellen Saison in der NHL und dem Aufstieg zum Superstar will der Stürmer die deutsche Nationalmannschaft ins Viertelfinale und auf den direkten Weg zu Olympia 2022 führen.

Doch trotz aller Offensiv-Power: An Bord der Sundair-Maschine SR8838 von Baden-Baden nach Kosice flogen am Mittwochmorgen auch ein paar Zweifel mit.

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"Wir haben sehr viel Talent in der Truppe, ganz tolle Individualspieler. Aber wir müssen einfach begreifen, dass das Spiel ohne Scheibe genauso wichtig ist", mahnte der neue Kapitän Moritz Müller nach dem 2:5 bei der Generalprobe gegen den Titelaspiranten USA.

Abwehr des DEB-Teams wackelt bedenklich

Der letzte Test vier Tage vor dem WM-Auftakt am Samstag gegen Aufsteiger Großbritannien (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) hatte noch einmal deutlich gemacht: Mit Draisaitl, dem NHL-Neuling Dominik Kahun und vielen hoffnungsvollen Talenten ist der Angriff so hochkarätig besetzt wie wohl noch nie - aber die Abwehr wackelt bedenklich.

"Defensive fängt mit dem Scheibenverlust in der offensiven Zone an", betonte Müller: "Wir müssen lernen, als Fünfer-Einheit auf dem Eis auch sehr verlässlich defensiv zu arbeiten."

Offensiv-Feuerwerk von Draisaitl und Co.

Gegen die prominent besetzten Amerikaner, die nach WM-Bronze im vergangenen Jahr wieder zu den Favoriten zählen, wurden die Schwächen in der Abwehrarbeit gnadenlos bestraft. Und die Generalprobe vor 13.000 Zuschauern in Mannheim endete weniger begeisternd, als sie begonnen hatte.

Fast eine halbe Stunde lang hatten Draisaitl, Kahun und Co. ein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt, zahlreiche Chancen herausgespielt und durch Tore von Markus Eisenschmid nach Draisaitl-Vorlage (11.) und Kahun (16.) verdient mit 2:1 geführt.

Nicht zuletzt deshalb meinte Draisaitl: "Wir haben viele Schritte nach vorne gemacht. Wir gehen alle mit einem guten Gefühl in das Turnier."

Deutschland lässt sich auskontern

Danach jedoch zeigte die junge deutsche Mannschaft ihre andere Seite und ließ sich fast minütlich auskontern.

"Wir haben ein paar individuelle Fehler zu viel gemacht", gab Draisaitl zu, wollte aber an der grundsätzlichen Ausrichtung nichts ändern: "Wir versuchen natürlich, Tore zu schießen. Wenn wir keine schießen, werden wir wenig Spiele gewinnen. Wir müssen offensiv agieren."

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Der 23-Jährige, der in dieser Saison mit 50 Toren und 105 Scorerpunkten in die NHL-Elite aufgestiegen ist, will ins Viertelfinale und das Direktticket für die Winterspiele in Peking lösen.

"Natürlich wollen wir Olympia gerne jetzt klar machen", sagte er, "das haben wir im Hinterkopf." Bei der Silbersensation 2018 in Pyeongchang hatte Draisaitl gefehlt, weil die NHL ihren Spielern die Teilnahme untersagt hatte. In China wird wieder mit den Besten der Besten gerechnet.  

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