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Markus Eisenschmid ist bei der Eishockey-WM der zweitbeste Scorer im deutschen Team und hofft auf eine zweite Chance in der NHL - nach einem Schritt zurück.

Beim Deutschen Meister Adler Mannheim verfolgen sie mit gemischten Gefühlen die Eishockey-WM (LIVE auf SPORT1) in der Slowakei.

Gleich drei ihrer wichtigsten Spieler stehen im Schaufenster und haben die Blicke der NHL-Scouts auf sich gezogen. Wenn es ganz schlecht läuft, muss Meistertrainer Pavel Gross in der nächsten Saison auf Youngster Moritz Seider, Neuzugang Lean Bergmann und auch noch Torjäger Markus Eisenschmid verzichten. (Eishockey-WM: Deutschland - Tschechien, ab 19.00 Uhr LIVE im TV und Stream auf SPORT1)

"Die NHL ist immer noch ein Ziel von mir", sagt der 24-Jährige, der mit der deutschen Nationalmannschaft für Furore sorgt und nach der Vorrunde mit einem Tor und sechs Vorlagen hinter Superstar Leon Draisaitl zweitbester Scorer war. Schon in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), in der er nach seiner Rückkehr aus Nordamerika die Adler mit 28 Toren zum Titel schoss, saßen Beobachter aus der NHL auf der Tribüne. 

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Eisenschmid in NHL? Entscheidung im Sommer 

Sie kamen zwar vor allem, um das Abwehrtalent Seider (18) für den Draft im Juni in Vancouver unter die Lupe zu nehmen. Aber sie schauten auch bei dem schnellen schussstarken Außenstürmer genau hin.

"Ich habe meinem Agenten gesagt, dass ich davon nichts wissen will", berichtet Eisenschmid, im Sommer nach der WM will er "entscheiden, wie es weitergeht".

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In Mannheim hat der ehemalige Kaufbeurer noch einen Vertrag für die kommende Saison, "sollte aus Amerika was kommen, würden sie mir aber keine Steine in den Weg legen". 

Eisenschmid kann selbst wählen, wohin er gehen will. Er ist an keinen NHL-Klub gebunden. Die Montreal Canadiens, die ihn vor vier Jahren in ihr AHL-Team aufnahmen und Anfang 2017 mit einem Zwei-Wege-Vertrag ausstatteten, haben keine Rechte mehr an ihm.

"Ich habe alles durchlebt"

Dass er zu Saisonbeginn von einem NHL-Klub ins Trainingscamp eingeladen wird, ist sehr wahrscheinlich. Wie der Neu-Mannheimer Lean Bergmann (20), dem mehrere Angebote vorliegen.

Diesmal will Eisenschmid aber genau hinschauen, wer ihm was anbietet. "Ich habe das alles durchlebt und weiß, dass sie einem einfach nur was erzählen, weil sie einen haben wollen", sagt er, "am Ende ist es dann doch nicht so. Da muss man schon vorsichtig sein."

NHL-Rekordmeister Montreal nahm ihn nach seiner Juniorenzeit in Medicine Hat in Alberta unter Vertrag, gab ihm in der AHL aber wenig Chancen, seine Offensivstärke auszuspielen. Auch mehrere Verletzungen warfen ihn zurück.

Enttäuscht kehrte Eisenschmid im vergangenen Sommer nach Deutschland zurück. Mit dieser Entscheidung ist er heute "happy", in Mannheim spielte er ein "super Jahr, ich habe mich persönlich weiterentwickelt und Selbstvertrauen aufgetankt".

Davon profitiert jetzt Bundestrainer Toni Söderholm, der Eisenschmid des Öfteren mit Draisaitl zusammen aufs Eis schickte - vor allem in Überzahl.

"Leon sieht auf dem Eis viel, viel mehr als 99 Prozent aller Eishockeyspieler auf der Welt", meint der Noch-Mannheimer. Seinem Ziel, wie sein deutscher Sturmkollege auch in der NHL auf Torejagd zu gehen, ist er wieder näher gekommen, obwohl - oder gerade weil - er aus Amerika zurückgekommen ist.

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