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Passend zum Start des neuen Trainingszentrums sprach SPORT1 exklusiv mit Steve Arhancet, dem Co-CEO von Team Liquid
Passend zum Start des neuen Trainingszentrums sprach SPORT1 exklusiv mit Steve Arhancet, dem Co-CEO von Team Liquid © Team Liquid
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Im Zuge der Eröffnung des neuen Team Liquid Leistungszentrums sprach SPORT1 mit Co-Owner Steve Arhancet über das Team, die Orga und was ein Bier mit allem zu tun hat.

Millionen Fans weltweit, zahlreiche erfolgreiche Spieler und bis zum Anschlag gefüllte Trophäenschränke: Team Liquid ist eine der bekanntesten Brands in der jungen Geschichte des eSports.

Menschen auf der ganzen Welt tragen das mal weiße, mal blaue Pferd auf T-Shirts, Jerseys, Kappen, Armreifen und vielem mehr. Kaum eine andere Organisation versteht sich so gut darauf, mit den eigenen Anhängern in den Austausch zu treten und diesen das Gefühl zu geben, Teil von etwas Besonderem zu sein. Teil von Liquid ist auch Steve Arhancet, einem der erfolgreichsten eSports-Manager der Welt. SPORT1 hat ihn auf ein Gespräch getroffen.

20 Jahre Team Liquid

Dieses Jahr, also 2020, feiert die eSports-Organisation ihr 20-jähriges Bestehen.

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Obwohl Liquid Vieles erreicht hat, unter anderem mit dem Triumph beim The International 2017 das prestigeträchtigste eSports-Turnier der Welt gewann, gibt es zu keiner Sekunde einen Stillstand. Erst jüngst wurde in Utrecht ein über 1000 Quadratmeter großes Leistungszentrum eröffnet, nach dem in Los Angeles das zweite seiner Art.

Dieses dient nicht nur als neue Heimat und Trainingsstätte der europäischen Liquid-Teams, auch Fans sind dank einer Viewing Area Hautnah an den Profis dran.

Das Ganze erinnert entfernt an einen Besuch an der Säbener Straße in München. Nicht selten finden sich mehrere Hundert Menschen am Trainingsgelände des FC Bayern ein, um den Spielern bei ihren Übungen zuzuschauen. Ähnlich dürfte es in Utrecht ablaufen. Alles unter dem Gedanken, Fans noch stärker an die eigene Marke zu binden.

Wie ein Bier die (eSports-)Welt veränderte

Obwohl Team Liquid seit 20 Jahren besteht, ist die Organisation, wie man sie heute kennt, erst 2015 entstanden.

Damals war Liquid auf der Suche nach neuen Ideen und Optionen die Marke noch bekannter, größer zu machen. Spannenderweise wurde der Grundstein hierfür bei einem Kaltgetränk in der Lobby eines Hotels gelegt.

"Kennst du das, wenn du jemanden triffst und es einfach klick macht? So erging es mir damals, als ich Victor Goossens traf", so Steve Arhancet, einer der heutigen Mitbesitzer der eSports-Organisation. 

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Im Jahr 2015 verschmolzen Team Curse und Team Liquid zu einer Einheit, im Zuge dessen Steve zu einem der Co-Owner aufstieg. Zuvor leitete dieser unter anderem Curses League-of-Legends-Team, das in der damaligen NA LCS antrat (heute rein als LCS bekannt).

"Um ehrlich zu sein haben wir den Deal mehr oder weniger bei einem Bier fix gemacht", meinte Arhancet gegenüber SPORT1 scherzhaft.

"Wir saßen da in dieser Lobby des Blizzcon-Hotels, in dem jeder abhing. Mit Victor habe ich mich auf Anhieb super verstanden und so kam man immer stärker ins Gespräch. Liquid wollte sich vergrößern und ich war auf der Suche nach einem möglichen Partner. Die Lizenz von Team Curse wäre Ende des Jahres ausgelaufen, entsprechend gab es für mich zwei Optionen: entweder mit eigenem Kapital eine komplett neue IP oder Brand zu schaffen oder mittels einer Fusion oder Synergie die eigenen Teams wo anders zu integrieren. Und dann kam Liquid."

Der Rest ist eSports-Geschichte.

Erfahrungen und Triumphe

Arhancet versteht das Business, kennt die Tücken, aber auch die Stärken. Er selbst war jahrelang als Profi aktiv, spielte neben Superstars wie Yiliang (Peter) "Doublelift” Peng oder Eugene  "Pobelter" Park League of Legends auf höchstem Niveau. Gerade diese Erfahrung half ihm dabei, Team Liquid auszubauen und erfolgreicher zu machen.

Zum Beispiel sollte später mit Doubelift einer der besten Spieler in der LCS zu Team Liquid wechseln. Von 2017 bis 2020 stand der AD Carry bei TL unter Vertrag und erreichte 2019 mit seinen Mitspielern erstmals als US-amerikanisches Team das Finale des Mid Season-Invitationals in League of Legends. Zwar unterlag das Roster G2 Esports mit 0:3, zeigte aber einmal mehr, welche Qualität das Unternehmen zutage fördert.

Seit der Vereinigung zwischen Curse und Liquid hat Arhancet aber nicht nur Beinah-Erfolge und Knapp-vorbei-Triumphe erlebt.

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Back-to-back-Erfolge in der LCS, Major-Gewinne in Counter-Strike: Global Offensive - die Liste ist lang, doch blieb Steve besonders ein spezielles Ereignis im Gedächtnis.

"Puh, der The-International-Gewinn war etwas extrem Besonderes für uns und für mich. An jenem Abend, als Liquid im Finale des Dota-2-Turniers stand, spielte die League-of-Legends-Abteilung um den Klassenerhalt. Die Nerven lagen blank und alle sind an ihr Limit gegangen. Dann, als endlich feststand, dass wir nicht in die Challenger League absteigen werden und wir uns alle in den Armen lagen, musste ich ganz kurz innehalten und dann gewissermaßen in den Raum brüllen "SCHNELL, MACHT DEN FERNSEHR AN!" denn nur eine Stunde später ging es dann im The International um alles."

eSports ist Sport

Die kürzlich erfolgte Eröffnung des Leistungszentrums in Utrecht ist ein weiterer Schritt, um die Bekanntheit und den Erfolg des Teams auszubauen. Der eSports ist unlängst keine Randerscheinung mehr, Millionen Menschen verfolgen täglich die unterschiedlichsten Spieler in den verschiedensten Sportarten. Egal ob Counter-Strike, League of Legends, Dota 2 und Co.: für Arhancet ist eSports Sport.

"Meine Definition davon, dass etwas als Sport bezeichnet wird, lässt sich auf einige wenige Aspekte herunterbrechen. Unter anderem, sobald Menschen anfangen es zu genießen, andere bei einem Wettstreit zuzusehen. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um einen geschossenen, geworfenen oder einem digitalen Ball handelt. Und überhaupt wird die Definition "Sport" von der Nachfrage diktiert. Wenn unzählige Menschen ein Spiel selbst spielen UND dann on top anderen dabei zuschauen, ist für mich die Definition von Sport erfüllt oder zumindest Zuschauersport."

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