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Endlich der Befreiungsschlag! mousesports mischt an der Weltspitze mit! © DreamHack - Adela Sznajder
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Atlanta - Das Viertelfinale ist ausgespielt. Während die Favoriten Na'Vi und Fnatic wie erwartet weiterkamen, sorgte mousesports gegen Astralis für die Sensation.

Von Mike Koch

"Oh, wie ist das schön! So was hat man lange nicht gesehen. So schön, sö schön!" Diese Phrase hört man von vielen Fußballfans während der EM oder WM, aber heute haben auch eSports-Fans Grund zur Freude.

Berliner Team mit historischem Triumph

In längst vergangener Zeit gab es einen legendären mousesports-Kader, der in Counter-Strike 1.6 die Weltspitze auf den Kopf stellte: Die Spieler rund um Fatih "gob b" Dayik gewannen damals im Jahr 2008 die Intel Extreme Masters II und sicherten sich 50.000 US-Dollar.

An diesen Erfolg konnten sie nicht wieder anknüpfen – bis gestern.

Die Mäuse gewannen das Viertelfinale gegen den Top-Favoriten Astralis und zählen zu den vier verbleibenden Teams in der ELEAGUE. Plötzlich, von heute auf morgen, steht Deutschland in CS:GO an der Weltspitze.

In der ELEAGUE kämpfte sich das deutsche Team zuvor mühsam durch den Last-Chance-Qualifier, nachdem sie in der Gruppenphase gegen Natus Vincere und FlipSid3 Tactics sehr blass aussahen und nicht die direkte Qualifkation für die Playoffs als Gruppendritter schafften. 

Im LCQ spielte der Berliner Club gegen großartige Teams wie G2 Esports und FaZe Clan und zeigte einmal mehr, dass er auch wichtige Spiele gewinnen kann.

Die Viertelfinalpartie setzte mousesports aber noch einmal ein ganz anderes Kaliber vor.

Astralis gehört schon seit Monaten zu den besten Teams der Welt und trotz kleinem Leistungstief in den letzten Wochen, glaubte nicht ein einziger Analyst an das Weiterkommen der Mäuse.

Vielleicht, weil sie auf dem Major wie immer in der Gruppenphase ausschieden oder vielleicht, weil sie sich zu sehr auf ihren Star-Spieler Nikola "NiKo" Kovač verlassen und nie konstant genug sind, um einen Lauf erfolgreich zu Ende zu bringen.

Ein sensationeller Auftritt

Dieser ganze Frust und die Zweifel von Außen brachten womöglich das Potential der Mäuse zum Vorschein: NiKo und Co. fegten die Dänen regelrecht vom Server.

Gleich auf der ersten Map zeigten die Spieler von mousesports ihr ganzes Können. Nachdem der Coach, Aleksandar "kassad" Trifunovic, die Rolle des Ansagers übernommen hatte, offenbarten die Mäuse ein anderes Gesicht - ein selbstbewusstes.

Mit starkem Aim, aber vor allem auch guten, disziplinierten Taktiken spielten sie die Skandinavier an die Wand. Ein 16:2 auf Mirage und ein 16:12 auf Dust 2 sicherten dem Team den 2:0-Sieg - das war nicht mehr das schwache Team der letzten Monate und Jahre!

Durch den Sieg über Astralis sicherte man sich nicht nur einen Platz für die Finalspiele im Energy Cobb Centre in Atlanta, sondern auch ein Preisgeld von mindestens 60.000 US-Dollar.

Sieben Jahre hat es gedauert, bis der deutsche Traditionsclan seinen eigenen Preisgeldrekord von 2008 brechen konnte.

Auf eine Mammutaufgabe folgt die nächste

In den anderen Viertelfinalspielen kam es nicht zur erwünschten Überraschung. Das einzig spannende Spiel lieferten sich Natus Vincere und Cloud9. Das US-Team von Cloud9 setzte alles daran, um vor heimischen Publikum spielen zu können.

Das Lineup rund um Jordan "n0thing" Gilbert machte den Ukrainern das Leben sehr schwer und führte diese immer wieder an den Abgrund. Mit viel Disziplin kämpfte sich das CIS-Team aber wieder ins Spiel und zeigte seine Stärken.

Nach einem knappen 2:1 und einer Verlängerung steht Na'Vi im Halbfinale und trifft dort auf Fnatic. Die Schweden konnten sich deutlich gegen Team EnVyUS durchsetzten und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht.

Im letzten Viertelfinale qualifizierte sich Virtus.pro gegen NiP, die schon auf dem Major enttäuschten. Ohne Probleme bezwangen die Polen das schwedische Lineup und treffen nun am 29. Juli auf die Jungs von mousesports.

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