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Mousesport hat es geschafft! © DreamHack - Adela Sznajder
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Atlanta - Die letzten zwei Finalisten der ELEAGUE konnten sich im Last-Chance-Qualifier durchsetzen. mousesports und Virtus.pro sind dabei.

Von Mike Koch

Die ELEAGUE sorgte während des Majors für Wirbel, als bekannt gegeben wurde, dass die Teams SK Gaming und TeamX nicht teilnehmen dürfen, weil sie neue Spieler verpflichtet hatten.

Dafür haben Renegades und Gambit Gaming eine weitere Chance bekommen, um sich für die Finals zu qualifizieren.

Den Nachrückern rechnete man angesichts der Präsenz von Kontrahenten wie FlipSid3, Virtus.pro, G2 und FaZe jedoch kaum Chancen aus.

Favoriten schwächeln

Während Virtus.pro ohne Probleme das Viertelfinale gegen Gambit Gaming gewinnen konnte, haben sich die anderen Favoriten erschreckend schwer getan.

Vor einer Woche konnte sich FlipSid3 Tactics noch überraschend gegen Ninjas in Pyjamas durchsetzen und erstmals in die Playoffs des Majors einziehen.

Wer nun damit gerechnet hätte, dass sie die Australier von Renegades ebenso locker aus dem Turnier schmeißen, hat sich geirrt. Im Gegenteil sogar: Renegades konnte mit zwei klaren Maps in das Halbfinale einziehen und das obwohl sie erstmals mit dem neuen Spieler Rickeh auftraten.

Auch das europäische Mix-Team FaZe musste auf die dritte Map gegen die Lokalmatadoren von Counter Logic Gaming.

CLG muss mit neuem Kader und ihrem Coach in der Spieler-Rolle antreten und trotzdem konnten sie FaZe nicht nur ins Schwitzen bringen, sondern waren dem Weiterkommen nur um Haaresbreite entfernt.

Auf der Entscheidungs-Karte konnten Cutler und koosta aufdrehen und erzwangen die Overtime gegen die Europäer. In der dritten Verlängerung konnte FaZe den Sack zu machen und ins Halbfinale einziehen.

mouz mit Herzschlag-Viertelfinale

Die Deutschen von mousesports haben es ihren Fans gegen G2 Esports nicht leicht gemacht. Mit den Maps Dust 2, Mirage und Overpass erarbeiteten sie sich einen Vorteil im Draft, den sie auch prompt ausnutzten.

Auf Dust 2 spielten sie ihr Spiel souverän runter und mit einigen ansehnlichen Runden gelang es dem Team mit 16:9 eine frühe Entscheidung zu finden.

Die zweite Map Cache gilt als Paradedisziplin für die Spieler von mouz. Die Experten rechneten damit, dass sie hier noch stärker aufspielen würden und den Sack vorzeitig zu machen. Dann hätten sie eines der besten Teams der Welt effektiv vom Server gefegt.

Zwar fehlte mit RpK ein wichtiger Spieler, der durch fuks ersetzt wurde – trotzdem wäre es ein gutes Ergebnis nach dem desaströsen Major gewesen.

In der ersten Hälfte sah es auch danach aus – zur Halbzeit stand es 11:4 für die Mäuse auf der schwächeren T-Seite. Die Unbeständigkeit des deutschen Teams führte jedoch dazu, dass sich die Franzosen wieder ins Spiel zurückkämpfen konnten: In einer packenden zweiten Halbzeit schafften diese es sogar in die Verlängerung.

Mit einem Spielstand von 25:22 und einem Hin und Her in der Overtime konnten sich die Franzosen die zweite Map sichern.

Nach so einem unglaublichen Comeback der Franzosen traute man mouz nicht mehr den Sieg auf der dritten Map zu, wo sie doch gerade erst ihre beste Karte abgeben mussten.

Doch auch hier starteten sie wieder stark ins Spiel und konnten sich einen 10:5-Vorsprung erarbeiten. Nachdem sich die deutschen Fans gerade erst wieder beruhigt hatten, ging das ganze Spiel von vorne los: mousesports gab Runde für Runde ab und schon wieder drohte eine Verlängerung.

Konnten sie eine zweite Overtime überstehen? Der Starspieler NiKo setzte alles daran, dass mousesports nicht so unglücklich aus dem Turnier ausscheiden muss: Mit mehr als 40 Frags konnte er in der ersten Overtime den Sieg sichern und mousesports ins Halbfinale bringen.

Glückliches Ende für mousesports

Auf Train startete das Entscheidungsspiel von mousesports gegen FaZe Clan furios. Beide Teams gaben sich keine Blöße und kämpften mit allen Mitteln um den Finaleinzug.

Mit einem neutralen 9:6 für FaZe ging es in die Halbzeit – beide hatten den Sieg noch in der Hand.

Auf der traditionell stärkeren CT-Seite konnte mousesports in der Pistolrunde gleich wichtiges Momentum gewinnen. Enttäuschend verloren sie darauf hin jedoch wieder die Anti-Eco, wie so oft in den letzten Monaten.

In Folge konnte mouz nicht Fuß fassen - mit einem souveränen 16:9 beendete FaZe die erste Map.

Die Fehler der ersten Map waren schnell vergessen. Mit einem fulminanten Start konnte mouz auf Dust 2 schnell in Führung gehen und immer stärker aufspielen.

Durch das Selbstvertrauen verbesserte sich ihr Teamspiel und ihre Zielgenauigkeit. Auf Dust 2 war das mousesports zu sehen, vor dem jedes andere Team auf der Welt Angst haben sollte – mit 13:2 auf der T-Seite konnten sie ein Ausrufezeichen setzen. In der zweiten Halbzeit machten die Jungs des Berliner Teams weiter und gewannen die Map deutlich mit 16:3.

Die letzte Map des Tages war zugleich die traditionell beste Map der Mäuse – auf Cache musste die Entscheidung her.

Das Selbstbewusstsein von NiKo und Co. war auch auf der dritten Map noch zu spüren.

Anders als auf Dust 2 fand aber auch FaZe ins Spiel zurück und konnte viele Ungenauigkeiten der Deutschen bestrafen. Auf der T-Seite erarbeiteten sie sich einen großen Vorsprung mit neun Runden. 

Hier zeigte mouz wieder bekannte Schwächen: Wenn es einmal nicht läuft, kommen sie nicht mehr ins Spiel. Die Shots gingen daneben, die Taktiken gingen nicht auf – es sah schlecht aus für die Deutschen.

Auch das Timeout brachte nicht den erwünschten frischen Wind – so sah es zunächst aus. Doch mousesports konnte sich immer mehr in die Gegner hineinversetzen und entwickelte gute Gegen-Taktiken. Mit starkem Teamplay konnten sie sich in die Verlängerung kämpfen.

Dort besiegten sie FaZe und gewannen die dritte Map mit 19:17.

mousesports spielt also in den Playoffs! Diese finden vom 29.-30. Juli in Atlanta statt.

Ohne Map-Verlust auf die Finals

Im ersten Halbfinale traf Virtus.pro auf Renegades. Auch wenn die Australier wieder einige unkonventionelle Taktiken auffuhren, konnten sie auf der ersten Map Cobblestone nur kleine Akzente setzen: Es reichte nicht, um den Polen gefährlich zu werden. Sie beendeten das Match mit einem klaren 16:9.

Auch auf der zweiten Map sah es ähnlich aus: Mit einem 12:3 ging Virtus.pro in Führung – sie waren mit einem Fuß in den Finals.

Die australischen Spieler gaben sich jedoch nicht auf und konnten ein unglaubliches Comeback starten, das bis in die Verlängerung führte.

An dieser Stelle konnte sich Virtus.pro aber wieder fangen und siegte in der zweiten Overtime mit 22:20. Damit zieht man ohne Map-Verlust in die Playoffs ein.

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