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© DreamHack – Adela Sznajder
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Atlanta - Die erste Runde des Swiss-Systems im Major-Qualifier ist ausgespielt und mousesports hat gegen die HellRaisers verloren. Was genau schief lief in der Analyse.

Von Matthias Holländer

Es ist der stärkste Major-Qualifier, den wir je gesehen haben. Viele Teams gehören zur Elite der CS:GO-Szene und nur die Hälfte von ihnen wird es auf das ELEAGUE Major im Januar schaffen.

Die HellRaisers gehören jedoch nicht zu genannter Elite und mousesports Anspruch sollte es sein, diese zu schlagen.

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Gestern verlor das Berliner Team allerdings mit 16:6 gegen HellRaisers und besonders auf der T-Seite hatte man Probleme. SPORT1 stellt heraus, woran es gelegen hat.

Map-Veto verloren

Was mousesports schon in der Vergangenheit geplagt hat, traf auch hier wieder ein: Ihr kleiner Mappool. Der Notwendigkeit halber Maps wie Nuke, Overpass, Cobblestone und Train zu bannen, ist es zu verdanken, dass mousesports Matches mit ebenbürtigen oder besseren Teams meist schon im Map-Veto verliert.

Gegen HellRaisers bannten sie mit ihren drei Bans Nuke, Overpass und Cobblestone, was Train offen ließ. Der Zufall entschied am Ende zwischen Cache und Train, erstere wäre eine hervorragende Map für mousesports gewesen. Wieder einmal gab es im Map-Veto schon eine Vorentscheidung über Sieg und Niederlage von mousesports.

Train und die One-Man-Show

Man konnte erahnen, dass mousesports sich auf Train vorbereitet hat. Allerdings war es nicht nur zu wenig, sondern Train auch nicht die passende Map für den Spielstil von mousesports.

Das Spiel von mousesports ist um NiKo aufgebaut, der auf Train das Spiel einfach nicht alleine gewinnen kann.

Dass mousesports immer noch überwiegend um NiKo spielt, wurde bereits in der dritten Runde klar, als es nach dem verlorenen Anti-Forcebuy in der zweiten Runde nicht in die Sparrunde ging, sondern ein eigener Forcebuy mit einer gelegten AK-47 für NiKo gespielt wurde.

Train ist allerdings eine Map mit einer Vielzahl von Winkeln und Positionen, die man nur mit Teamplay und entsprechender Koordination erfolgreich spielen kann. Auch ein Superstar wie NiKo kann auf Train alleine nur einen begrenzten Einfluss auf das Spiel seines Team haben. Dennoch war NiKo Dreh- und Angelpunkt der meisten erfolgreichen Runden für mousesports.

B-Fixierung mit Problemen

Gerade auf der T-Seite bereitete der A-Spot offensichtliche Probleme, da mousesports Teamplay und Koordination auf Train noch nicht ausgereift genug erscheint. Einfacher war der Angriff auf den B-Spot, wo sie die Bombe einige Male legen konnten. Allerdings ist eine Eigenschaft des B-Spots, dass ein Bomb-Plant noch lange keine gewonnene Runde bedeutet.

Zu oft konnte mousesports im Angriff auf den B-Spot zu wenig Raum einnehmen, um die gelegte Bombe im After-Plant auch zu verteidigen. Häufig wurde der B-Spot von den HellRaisers auch aus sicherer Entfernung verteidigt, was mousesports die Möglichkeit nahm, im Angriff genug Spieler der HellRaisers auszuschalten, bevor es in den Re-Take ging.

Hausaufgaben

Für mousesports ist im Qualifier aber noch nicht alles verloren. Besonders die Spielfrequenz von einem Match pro Tag und das Swiss-Format kommen mousesports zu Gute. Hier spielen Teams gegen ähnlich starke Gegner.

mousesports wird am zweiten Tag gegen Team Spirit spielen, welche am ersten Tag ebenfalls verloren haben.

Sie müssen sich im Map-Veto mehr auf das Ausschalten der gegnerischen Stärken, als das Bannen ihrer schwächsten Maps konzentrieren. Die Zeit zwischen den Spielen muss mouz nutzen, um sich auf die kommenden Gegner mental und taktisch vorzubereiten.

Am wichtigsten ist aber, dass sie den Kopf frei kriegen und wieder Spaß am Spiel haben, dann ist die Qualifikation machbar.

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