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In der SPORT1-Kolumne spricht Tim "TheStrxnger" Katnawatos über das Event in Barcelona.
In der SPORT1-Kolumne spricht Tim "TheStrxnger" Katnawatos über das Event in Barcelona. © EA Sports / FC Basel
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Der FUT Champions Cup war das erste FIFA-Event des Jahres. Für SPORT1 blickt Tim "TheStrxnger" Katnawatos vom FC Basel in seiner Kolumne zurück.

Hallo Fans,

Der FUT Champions Cup in Barcelona wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Positiv wie negativ. Fangen wir mit dem Positiven an. Das Turnierformat mit Hin- und Rückspielen fand ich sehr gut. Man hat gesehen, dass sich über zwei Partien zumeist der bessere Spieler durchsetzen konnte. Dieser Ansatz ist absolut richtig, denn wir alle wollen, dass am Ende wirklich nur die Besten der Besten beim FIFA eWorld Cup (FeWC) dabei sind.

Durch meinen zweiten Platz auf der PlayStation bin ich diesem Ziel einen Schritt näher gekommen. Nach dem Gewinn der ESL Wintermeisterschaft in Stuttgart kurz vor Weihnachten ist mir in Barcelona damit auch der Start ins neue Jahr geglückt. Was ich für mich selber umso höher bewerte, weil die Bedingungen vor Ort gelinde gesagt unglücklich waren.

Kalte Hände und Verspätungen

Als wir am Freitag in der Location ankamen, war es sehr kalt in der Arena. Wir eSportler wollen nicht als Softie rüberkommen, aber mit kalten Fingern lässt es sich schlichtweg nicht gut spielen. Das haben auch die Organisatoren eingesehen, denn am Samstag bekamen wir wenigstens Handwärmer. Für mich eine Premiere.

Bayer-04-Profi nimmt EA in Schutz

Bevor es los ging hatten wir 90 Minuten Zeit für Teambuilding und Einspielen. Das Problem war jedoch, dass EA einige notwendige Objekte für unser Team wie Chemistry Styles oder  Positionskarten nicht auf den Konsolen hatte. Deshalb begann das Turnier mit zwei Stunden Verspätung. Gespielt wurde in der FIFA 18 eSports Edition, mit der wir vorher nicht trainieren konnten und dessen Gameplay wesentlich langsamer war als gewohnt. Ich hatte am Anfang grosse Probleme, mich darauf einzustellen und verlor das zweite Duell folgerichtig.

Dass dann für mehrere Stunden nicht weitergespielt werden konnte, weil das PlayStation-Network down war, kam mir daher fast schon entgegen. Als für den Tag endgültig abgebrochen wurde, bin ich sofort ins Bett, um am nächsten Morgen mit frischer Energie und neuem Fokus ans Werk zu gehen. Ich hatte mir vorgenommen, mein Spiel der letzten Wochen zu zeigen. Das hat dann mit fünf Siegen auch hervorragend funktioniert.

Meine Siegesserie konnte ich zum Glück auch in der K.o-Runde fortführen. Mit meiner 6:1-Bilanz hoffte ich auf ein etwas kleineres Kaliber – Pustekuchen! ShellZ war mein erster Gegner und der hatte den Qualimonat November als ungeschlagener Erster beendet. In zwei knappen Duellen konnte ich mich aber jeweils behaupten und auch die nächste Runde gegen SterrenStatuSs von Excelsior Rotterdam überstand ich trotz frühem 0:2-Rückstand im Hinspiel. Am Ende hieß es 10:3 und die Qualifikation für die Global Series Playoffs, dem nächsten Schritt zum FeWC, war sicher!

Auf der Xbox ins PS4-Finale

Der Rest ist bekannt. Nachdem ich mit YimmieHD von Feyenoord Rotterdam den nächsten Holländer schlagen konnte, gab es wieder technische Probleme. Wir haben das Turnier dann auf der Xbox (!) zu Ende gespielt – es war reine Lotterie, wer sich da durchsetzen würde. Gegen meinen Landsmann Mo_Aubameyang hat es im Halbfinale noch geklappt, obwohl ich schon da gemerkt habe, dass ich mit dem fremden Controller nicht klarkomme. Nicolas aus Argentinien war dann im „PlayStation-Finale“ einfach besser und ich habe überhaupt nicht zu meinem Spiel gefunden.

FIFA 18: Technische Probleme bei WM-Quali

Unterm Strich bin ich natürlich sehr glücklich über meine Leistung und das Ergebnis. Ich glaube aber, dass der FIFA eSport in Barcelona eine große Chance verpasst hat. Wenn ich mir nur anschaue, welche Zuschauermassen das Event weltweit via Twitch verfolgt haben oder wie über Nacht die Twitter-Reichweite vom 16-jährigen Gesamtsieger DHTekkz explodiert ist, dann sieht man das enorme Potenzial im FIFA eSport. Aber um das Maximum aus diesem Potenzial zu machen, muss beim nächsten Mal einfach viel mehr stimmen – nicht nur die Cinderella-Story von DHTekkz.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Tim   

Zur Person: Tim "TheStrxnger" Katnawatos ist der amtierende Sieger der ESL Wintermeisterschaft und nahm auch 2017 beim FIWC in Paris teil. Er ist seit August 2017 beim FC Basel angestellt und vertritt als Deutscher das Schweizer Team auch bei internationalen Events wie dem FUT Champions Cup. Durch seinen zweiten Platz im PlayStation-Turnierbaum ist er für die Playoffs zum FIFA eWorld Cup qualifiziert.

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