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München - Die erste Woche FIFA 20 ist vorbei. Zwischenzeitlich hat EA Sports schon nachgebessert und unter anderem das Torhüterspiel angepasst. Das SPORT1-Fazit.

Nach etwas über einer Woche FIFA 20 kann ich sagen - es ist ein gutes FIFA. Der aktuelle Ableger spielt sich deutlich besser als FIFA 19 und bietet eine schöne Lernkurve. Allerdings gab es nach dem ersten Update auch ein kleines Spaß-Tief.

Die ersten Spiele in Ultimate Team liefen fast schon erschreckend gut. Kaum einer beherrschte die L2-Verteidigung und öffnete meinen Doppelpässen so Tür und Tor. Das kontrollierte Verteidigen ist in FIFA 20 zwingend notwendig, weil die CPU kaum noch Unterstützung bietet. Gut, dass ich bereits in den Vorjahren damit gearbeitet hatte. (Alles Wichtige zu FIFA 20 auch im TV auf eSports1)

Schlechte Phase und Lernbereitschaft

Mit dem ersten Patch stellte sich dann kurz Ernüchterung ein. Eigentlich sollte vor allem angepasst werden, dass die Torhüter bei Abprallern den Ball dem Stürmer nicht jedes Mal fein gewürzt servieren. Dem wurde das Update gerecht, allerdings fühlte sich das Spiel insgesamt auf einmal deutlich unkontrollierter an.

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Viele Pässe, die zwei Tage zuvor noch wunderbar funktioniert haben, gingen ins Nichts oder in die Füße der Gegner, gewonnene Zweikämpfe wurden auf seltsame Art und Weise doch noch verloren und so mancher Fernschuss zuviel fand den Weg ins Tor. 

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Dabei geht es nicht nur um Treffer gegen mich, sondern auch um mein eigenes Offensivspiel. An den ersten Tagen konnte ich absolut jedes Tor einwandfrei erklären, wo, wann und wie welcher Fehler gemacht wurde oder welche Pass-Kombination zum Erfolg führte. Nach dem Update gelang mir das kaum noch. Zudem verlor ich deutlich mehr Spiele und begann zu krampfen. 

FIFA-Profi SaLz0r als Vorbild

Nach einem Tag Pause und einigen taktischen Anpassungen stand die Defensive wieder besser, die Ergebnisse fielen knapper aus. Unter dem Strich hat es mir sehr geholfen, den Spielstil von Benedikt "SaLz0r" Saltzer in Ansätzen anzunehmen. Der Profi des VfL Wolfsburg spielt vorwiegend über die Zentrale und versucht durch simple Pass-Kombinationen Lücken in die gegnerische Defensive zu reißen. Nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern geduldig. 

Seither ist meine Siegausbeute wieder positiv und ich sehe wieder Stellschrauben, an denen ich drehen kann. Spiele mit deutlichen statistischen Vorteilen für mich verliere ich in der Regel gar nicht mehr. 

Grob zusammengefasst ist meine Strategie folgende:

  • Defensive Ausrichtung, Pressing erst ab der Mittellinie
  • Offensive über umsichtiges Passspiel, Lücke suchen
  • Vor dem Tor auf das kurze Eck zielen
  • Finesse-Schüsse aus dem Rückraum nur selten

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Bessere Karten machen den Unterschied

Nach inzwischen fast 80 Partien ist aber auch eine leichte Pay-2-Win-Tendenz zu erkennen. Sei es durch Trading oder Echtgeldeinsatz - die richtig guten Karten ab einer 87er Gesamtstärke gewinnen Zweikämpfe nicht selten wie von allein, schier unmögliche Abschlüsse landen auch ohne Timed Finish im Tor und über die Geschwindigkeit mancher Spieler muss ich gar nichts sagen.

Weil ich ohne Geldeinsatz wirtschafte sieht mein Team momentan so aus:

FIFA 20 Ultimate Team - Meine Mannschaft nach einer Woche
FIFA 20 Ultimate Team - Meine Mannschaft nach einer Woche © EA Sports

Emil Forsberg kann ich übrigens wärmstens empfehlen - kostet quasi nichts und ist sowohl als 10er, 8er, 6er und bisweilen zusätzlicher Stürmer eine Waffe.

Fazit

FIFA 20 ist ein FIFA, das ich mit Sicherheit noch eine ganze Weile intensiv spielen werde. Der Frust hält sich im Vergleich zu den Vorgängern in Grenzen, die Lernkurve ist spürbar. Es bleibt natürlich abzuwarten, was kommende Updates mit dem Spiel anstellen werden.

Auch der VOLTA-Modus wirkt interessant und könnte über die Story hinaus einen gewissen Reiz behalten. Den Karrieremodus habe ich bislang nicht angerührt, allerdings soll es dort auch so manchen Bug geben, der den Spielspaß trübt. Insgesamt macht mir FIFA 20 aber definitiv Spaß.

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