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© Blizzard / ELEAGUE
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Atlanta - Die Overwatch Open von ELEAGUE in Atlanta ist vorbei und das TV-Debüt ist gelungen. Dennoch können wir einiges aus dem großartigen Turnier lernen.

Von Matthias Holländer

EnVyUs hat Probleme

Zum wiederholten Male konnte das Superstar-Lineup von Team EnVyUs keinen Titel einfahren. Die Nordamerikaner scheiterten gegen die Misfits im Finale relativ deutlich mit 1-3. Im amerikanischen Finale haben sie gegen Fnatic noch aus allen Rohren geschossen und kollabierten dann im letzten Spiel.

Es scheint für INTERNETHULK & Co ganz klar ein mentales Problem zu sein: Was online, aber auch offline in Gruppenphasen und frühen Playoffs noch hervorragend funktioniert, wird je näher der Titel rückt zur Mammutaufgabe.

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Man kann keinen einzelnen Spieler isolieren, das Team als Kollektiv kann, wenn es wirklich um die Wurst geht, ihre Leistung einfach nicht abrufen. Die nächste Chance wird EnVyUs in Asien bei der OGN Overwatch APEX Season 1 haben, wo außer NRG, Rogue und REUNITED nur asiatische Teams antreten werden.

Wer ist die Nummer 1?

Die Frage aller Fragen in jedem Wettkampftitel. Die offensichtliche Antwort ist Misfits, die realistische Antwort ist keiner. Weder ELEAGUE-Sieger Misfits noch Atlantic Showdown-Überraschung Rogue können den Thron ihr Eigen nennen.

Auch die konkurrierenden Teams EnVyUs und REUNITED kann man nach erneuten Enttäuschungen natürlich nicht mehr an die Spitze setzen. Teams wie Fnatic und FaZe, welche Finalisten enorme Probleme bereitet haben, sind stärker als je zuvor.

Es wird noch 2-3 Events und Turniere brauchen, bis sich ein klarer Top-Dog aus dem großen Pool an absoluten Spitzenteams herauskristallisiert. Bis dahin genießen wir die Spannung, die ein offenes Teilnehmerfeld mit sich bringt, welche in anderen Spielen durch Dominanz einzelner verloren gegangen ist.

eSport im Fernsehen funktioniert

ELEAGUE hat noch während der ersten Saison ihres Counter-Strike: Global Offensive-Turniers die zweite Saison mit erhöhtem Preisgeld angekündigt. Die Zahlen stimmen und die Produktion kommt selbst bei eingefleischten Fans hervorragend an. ELEAGUE hat das gewisse Etwas, dieses US-Sport Feeling, das traditionelle Events nicht bieten können.

Kurz bevor die zweite Saison der CS:GO ELEAGUE beginnt hat ELEAGUE mit der Overwatch Open ein weiteres tolles Event abgehalten, dessen Finale ebenfalls im Fernsehen übertragen wurde. Von hartgesottenen Overwatch-Fans härter in die Kritik genommen, hinterlies das Event in Atlanta trotzdem erneut einen hervorragenden Gesamteindruck.

Gute Besetzung, schlechte Paarungen

Die Caster, Experten und Hosts der ELEAGUE waren ohne Frage gut gewählt, allerdings hatte selbst diese gute Auswahl Mängel, die man nicht ignorieren darf.

Vorweg muss man sagen, dass sowohl Desk-Host Rachel Quirico als auch Interviewer Malik Forte einen exzellenten Job gemacht haben. Zusammen mit der hervorragenden Produktion haben beide als eSports-Persönlichkeiten gezeigt, dass sie einer Show ein fernsehtaugliches Format geben können.

Insbesondere unter den Kommentatoren war mit Goldenboy & Mr. X aus Call of Duty sowie Anders & Semmler aus CS:GO eine Menge großer Namen und Erfahrung vor Ort. Für die neueren Zuschauer eine gute Wahl, der allerdings tiefgründige Expertise im Spielgeschehen fehlte.

Die Expertise war hingegen am Analyst-Desk vorhanden. Chris "HuK" Loranger und Andrew "ZP" Rush zeigten beide das hervorragende Spielverständnis, das jeder von ihnen erwartet hatte und konnten die Spiele ausführlich erklären und analysieren.

Bis zum Fernsehfinale hatte man insbesondere mit Anders & ZP ein Casting-Duo gefunden, welches ausgezeichnetes Play-by-Play von Anders und tiefgreifende Analysen von ZP beinhaltete. Ein guter Abschluss und eine gute Anpassung von ELEAGUE zum Ende des Events.

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