vergrößernverkleinern
Nach den USA und Kanada enthüllt Ubisoft die Pläne für die neue europäische Liga in Rainbow Six Siege. SPORT1 sprach exklusiv mit den Verantwortlichen
Nach den USA und Kanada enthüllt Ubisoft die Pläne für die neue europäische Liga in Rainbow Six Siege. SPORT1 sprach exklusiv mit den Verantwortlichen © Ubisoft
Lesedauer: 6 Minuten
teilenE-MailKommentare

Nach den USA und Kanada enthüllt Ubisoft die Pläne für die neue europäische Liga in Rainbow Six Siege. SPORT1 sprach exklusiv mit den Verantwortlichen.

Neben Counter-Strike: Global Offensive und Overwatch gehört Rainbow Six Siege zu den bekanntesten Shootern der eSports-Szene. Seit 2017 treffen im Zuge der Weltmeisterschaft, dem Six Invitational, die besten Teams der Welt aufeinander und spielen um Ruhm, Ehre und eine nicht unerhebliche Summe an Preisgeld. 

Im Umfeld des Six Invitationals 2020 kündige Ubisoft zahlreiche Änderungen hinsichtlich der bestehenden eSports-Szene an. Es wird neue Ligen, dedizierte Turniere und ein noch umfangreicheres Rahmenprogramm geben. Für die USA sowie Kanada wurde diese Pläne bereits enthüllt, nun folgt Europa. 

Diesbezüglich hatte SPORT1 die Möglichkeit erhalten, exklusiv mit den Verantwortlichen der europäischen Liga zu sprechen. Das Interview führte Florian Merz und sprach mit Francois-Xavier Deniele (Esports Director EMEA) und Jérémy Somville (Senior Esports Manager EMEA).

Anzeige

Rainbow Six Siege - European League

SPORT1: Hallo zusammen! Schön, dass ihr die Zeit findet, mit uns über die kommenden Veränderung der eSports-Szene von Rainbow Six in Europa zu sprechen. Ganz im Groben: Könnt ihr unseren Lesern erklären, was genau sich nun ändern wird.

Francois-Xavier Deniele: Na klar! Jeremy, übernimmst du?

Jérémy Somville: Sehr gerne. Wir haben uns dafür entschieden, der regionalen eSports-Szene ein neues Gesicht zu verpassen. Ab jetzt gibt es eine Season pro Jahr, die in drei Stages aufgeteilt wird. Am Ende jeder Stage gibt es ein Major und am Ende das Six Invitational, sprich die Weltmeisterschaft.

SPORT1: Diese Änderungen betreffen nicht nur Europa, auch Kanada, die USA und weitere Regionen erhalten einen kompletten overhaul. Die US-Version der neuen Pro League ist lokal in Las Vegas angesiedelt. GIbt es für Europa ähnliche Pläne oder wird das Turnier weiterhin ausschließlich online stattfinden.

Francois-Xavier Deniele: Tatsächlich wird der europäische Wettbewerb weiterhin digital ausgetragen, jedoch mit einer für uns gänzlich neuen Erfahrung. Ubisoft baut in Paris ein eigenes Studio für die Übertragungen, was im Grunde das erste Mal für das Unternehmen ist. Hier bieten wir unseren Castern, Analysten und Mitarbeitern ein neue Umgebung um umfangreicheren Content zu produzieren. Das Thema Online wollten wir auch beibehalten, aufgrund der kulturellen Unterschiede der einzelnen Länder und auch Teams. 

Die ersten vier Teams einer Stage qualifizieren sich für die Major-Turniere
Die ersten vier Teams einer Stage qualifizieren sich für die Major-Turniere © Ubisoft

SPORT1: Für das erste Jahr der nun neue Pro League wurden die Teams eingeplant, die im Zuge der ESL Pro League angetreten sind plus zwei Organisationen, die sich über die Challenger League qualifiziert haben. Wie sieht das Line-Up im kommenden Jahr aus?

Jérémy Somville: Du hast vollkommen recht, wir haben uns für die Teams der ESL Pro League sowie die zwei Challenger-.League-Teams entschieden. Diese Teams sind insoweit gesetzt, dass es in der kommenden Saison ein Relegation mit den Teams der Challenger League geben wird. Teams können sich im Zuge der National Championships für eben jene Nachwuchsliga qualifizieren (In der D-A-CH-Region die GSA League, Anm. d. Red.), die wir in ganz Europa anbieten. Der Gewinner der Challenger League qualifiziert sich automatisch für den Aufstieg in die Pro League,. 

SPORT1: Es ist klar, dass sich das beste Team der Challenger League automatisch für die Pro League qualifizieren wird. Aber wie kann eine Organisation an der Challenger League teilnehmen?

Jérémy Somville: Klar! Wie bereits erwähnt bleibt der größte und wichtigste Einstieg in die Challenger League der nationale Wettbewerbe eines Landes oder einer Region. In Deutschland zum Beispiel steht es jedem Team frei, im Zuge der GSA League anzutreten und sich bis ganz nach oben zu spielen. Am Ende der Season qualifiziert sich das beste Team der Liga für die Challenger League. Wie bekannt ist, gibt es auch in der GSA League Profiteams, die für die Pro League gesetzt sind - G2 Esports, Team Secret und Rogue. Sollte es diesen Organisationen gelingen, die ersten drei Plätze der GSA League zu belegen, wird das Team auf dem vierten Platz in die Challenger League aufsteigen. 

Die nationalen Wettbewerbe bieten die Möglichkeit, den Champions in die Challenger League aufzusteigen
Die nationalen Wettbewerbe bieten die Möglichkeit, den Champions in die Challenger League aufzusteigen © Ubisoft

SPORT1: Das ganze Aufstiegs- und Abstiegssystem ist sehr interessant und stellt sich ein wenig gegen den Trend der Franchise-Ligen, wie sie unter anderem Riot Games betreibt. Wieso hat sich Ubisoft nicht für ein ähnliches System entschieden?

Jérémy Somville: Franchise-Ligen sind eine Form, wie man eine Liga betreiben kann. Für uns liegt jedoch das Herz von Rainbow-Six-eSports darin, dass jeder die Chance bekommt, sich bis ganz nach oben zu spielen. Deshalb haben wir uns für das gegenwärtige System entschieden. 

SPORT1: Obwohl diese ganzen Umsetzungen bereits im Januar während des Six  Invitationals angekündigt oder zumindest angeteast wurden, sieht sich R6S nach wie vor zahlreichen Mitbewerben gegenübergestellt, aktuell vor allem Riots Valorant, das aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls im eSports stattfinden wird. Wie geht Ubisoft mit einer solchen Konkurrenz um und seht ihr eine Chance, dass Rainbow Six mit all diesen Neuerungen auch in den kommenden Jahren eine größere Rolle im eSports spielen wird?

Francois-Xavier Deniele: Für mich persönlich ist es immer ein sehr spannender Moment, wenn ein neuer Mitbewerber, vor allem wenn er von Riot Games kommt, auf dem Markt erscheint. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass alles, was wir mit Rainbow Six Siege in den vergangenen Jahren geschaffen haben, etwas komplett eigenes auf dem Markt anbieten können. Jedes FPS (First-Person-Shooter, Anm. d. Red) verfügt über eigene Strategien, egal ob Counter-Strike oder Valorant und auch Overwatch. Wir wachsen nach wie vor, und sind nach wie vor ein Tier-1-Titel in der eSports-Szene. Im Grunde bauen wir uns unsere eigene "eSports-DNA" mit Rainbow Six Siege. Natürlich schauen wir jeden Tag, was die Konkurrenz macht, weil diese Spiele sind gut und bieten tolle Inhalte. Aber sie helfen uns auch zu wachsen und unsere Rainbow-Six-DNA zu verbessern. Entsprechend ist es für die Szene gut, wenn solche Konkurrenzprodukte wie Valorant erscheinen. Diese Titel helfen dabei, dass sich mehr und mehr Menschen für den eSports-Markt, speziell Shooter-Interessieren, und so auch auf Rainbow Six Siege stoßen können. Entsprechend sehe ich das Ganze als Chance, unser Spiel weiter wachsen zu lassen. 

SPORT1: Perfekt, ich danke euch vielmals für das Gespräch. Wir sind alle sehr gespannt darauf, welches Team sich am Ende der ersten Pro League Season durchsetzen wird.

Francois-Xavier Deniele: Vielen Dank für deine Zeit und ich hoffe, wir hören uns bald wieder. Bleib gesund und bis dann. 

Jérémy Somville: Auch von mir alles Gute und bis bald, bye bye.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image