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Timo Boll will bei den European Games angreifen
Timo Boll will bei den European Games angreifen © Getty Images
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München - Bei den European Games strebt Timo Boll nach einer Medaille und der Qualifikation für Olympia. An ein Karriereende will der 38-Jährige aktuell nicht denken.

"Ich habe keine Existenzängste. Doch ich habe Angst, dass ich den Sport so vermisse, dass es mich belastet."

Die Worte, die Timo Boll vor Beginn der WM Mitte April wählte, ließen tief blicken. Der größte deutsche Tischtennis-Spieler aller Zeiten ist mit seinen 38 Jahren auf der Zielgeraden seiner Karriere angekommen.

An Motivation mangelt es Boll trotzdem nicht und mit den European Games (21. bis 30. Juni LIVE im TV und im LIVESTREAM auf SPORT1) steht das nächste Großereignis bereits in den Startlöchern. Ab Freitag kämpft er, genau wie sein deutscher Kollege Dimitrij Ovtcharov, um eine Medaille im weißrussischen Minsk.

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Bei der zweiten Ausgabe der Europaspiele, 2015 stieg die Veranstaltung erstmalig in Baku, geht es für Boll aber um mehr als nur einen Platz auf dem Podium. Schnappt sich der 38-Jährige eine Medaille, ist ihm auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio nicht mehr zu nehmen.

Boll nach WM-Aus motiviert

Nach dem bitteren WM-Aus ist die Motivation bei Boll umso größer. Mitte April hatte er bei der Weltmeisterschaft in Budapest seine Teilnahme aufgrund heftigen Fiebers abbrechen müssen und das, obwohl er sowohl im Einzel als auch im Doppel gut im Rennen lag.

Deutlich besser lief es dagegen bei den Deutschen Meisterschaften. Mit dem insgesamt 13. Titel seiner Karriere hatte sich der erfahrene Sportler im März endgültig von den nationalen Wettkämpfen verabschiedet.

Im für Profisportler hohen Alter von 38 Jahren muss sich Boll auf weniger Wettbewerbe fokussieren, will er seinen Karriereplan weiter durchziehen.

Hohe Erwartungen an Boll

"Mein Vertrag bei Borussia Düsseldorf läuft bis zum 20. Juni 2022. Und so lange möchte ich auch noch international spielen", sagte der 38-Jährige kürzlich in einem Interview mit der Welt.

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Bei den European Games lasten auf Boll hohe Erwartungen. Er ist der Topstar unter den deutschen Athleten und da die sonst so übermächtige Konkurrenz aus Fernost nicht am Start ist, erwartet nahezu jeder eine Medaille.

Trotz des Drucks wird Boll aber auch dieses Turnier genießen: "Ich habe in meinem Leben nichts anderes gemacht als Tischtennis gespielt. Ich bin fast schon abhängig von der Routine, die ich jede Woche abfahre. Ich habe extreme Freude an dem, was ich tue."

In Minsk will er diese Freude noch lange nicht zum letzten Mal erleben.

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