vergrößernverkleinern
Heißhunger auf Chips oder Schokolade kann verschiedene Ursachen haben. © Christin Klose/dpa-tmn
Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

Nicht immer ist es sinnvoll, Heißhunger nachzugeben. Doch was sagen bestimmte Essens-Gelüste über uns aus - etwa die Lust auf Süßes oder Deftiges?

Manchmal haben wir ganz plötzlich das große Bedürfnis nach Chips, Schokolade oder etwa Gewürzgurken. Die Lust überfällt einen oft in den ungünstigsten Momenten - und kann böse enden.

Sind solche Heißhungerattacken normal? Oder gar ein Zeichen, dass der Körper etwas Bestimmtes braucht?

Heißhunger auf Süßes und Schokolade - das kann verschiedene Ursachen haben. Ein Grund dafür nennt Ökotrophologin Monika Bischoff in der Zeitschrift Shape: "Wir haben mittags zu wenig gegessen und zu wenig Kohlenhydrate aufgenommen. Der Körper braucht am Nachmittag mehr Energie - und will deshalb Zucker."

Anzeige

Körper braucht Energie

Während man Hunger eine Weile unterdrücken kann, ist das bei Heißhunger kaum möglich, da der Körper sich aufgrund der leeren Energiespeicher quasi in einer "Notlage" befindet. Aber nicht immer entsteht Heißhunger, weil man zu wenig gegessen hat. Oft sind eher die falschen Lebensmittel der Auslöser.

Startet man etwa mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit wie einem Nutellabrot in den Tag, befindet sich viel Glukose im Blut. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus, damit die Glukose in die Zellen transportiert und dort in Energie umgewandelt werden kann. Durch das Insulin sinkt allerdings auch der Blutzuckerspiegel, der nach dem Verzehr des Nutellabrots rasant in die Höhe geschossen ist, wieder. 

Für viele gehört Nutella zum Frühstück dazu, doch gesund ist der Brotaufstrich nicht. © SPORT1

Manchmal sinkt der Blutzuckerspiegel unter das normale Soll, weil die Bauchspeicheldrüse durch eine hohe Menge Zucker im Blut zu stark arbeitet. Die Folge: Im Gehirn wird eine Alarmstimmung ausgelöst und es kommt zu einer Heißhungerattacke.

Es gibt aber noch weitere Gründe: Für manche Menschen ist es pure Gewohnheit, etwas Süßes am Nachmittag zu essen - manche greifen auch bei Stress zur Schokolade. Besser ist in der Regel Sport. Denn Zucker und Fett machen süchtig und sind langfristig gar nicht gut für den Körper.

Suche nach Salz und Fett

Einmal in die Chipsüte gegriffen, können viele nicht mehr aufhören. Das sei laut Bischoff evolutionär bedingt, da der Mensch immer auf der Suche nach Salz und Fett ist, erklärt die Expertin. Die Chips wecken Bedürfnisse, die sie nicht erfüllen.

Herzhaftes animiert die Umami-Geschmacksknospen - der Körper assoziiert dies mit Eiweiß. Doch diesen Bedarf decken Chips nicht - und so isst man immer weiter, erklärt Bischoff.

Gewürze fördern Durchblutung

Wer gerne scharfgewürzte Speisen isst, hilft seiner Verdauung auf die Sprünge. Denn Pfeffer oder Chili fördern die Durchblutung und regen so den Darm an. Nur auf zu viel Salz sollte man verzichten - die Geschmacksknospen brauchen etwa sechs Wochen für die Umstellung.

Übrigens: Wer Gewürzgurken gläserweise essen will, produziert unter Umständen zu wenig Magensäure - daher die Lust auf Saures. Zugreifen erlaubt. Allerdings enthalten Gewürzgurken auch viel Zucker - im Glas mit 370 Millilitern sind es etwa vier Würfel.

Tipps gegen Heißhunger

Mit einigen einfachen Tipps lassen sich ungeliebte Heißhungerattacken einfach vermeiden. SPORT1 stellt eine Auswahl vor:

1. Nachmittagstief? Tauschen Sie die Süßigkeiten gegen eine gesündere, aber trotzdem leckere Alternative wie griechischen Joghurt mit Früchten oder einen Proteinriegel aus.

2. Versuchen Sie, den Verzehr von langsamen Kohlenhydraten (Toast, Kekse) zu verringern und greifen Sie stattdessen zu komplexen Kohlenhydraten. Hülsenfrüchte, Haferflocken, Süßkartoffeln und brauner Naturreis halten länger satt und der Blutzuckerspiegel bleibt konstant.

3. Den kleinen Hunger mit gesunden Snacks stillen! Dazu bieten sich Nüsse, Obst, Gemüsesticks oder auch Beef Jerky an.

4. Ein Kaugummi kann Wunder bewirken! Durch den frischen Atem wird dem Körper nach dem Hauptgang signalisiert, dass die Nahrungsaufnahme beendet ist. Das funktioniert auch mit Zähneputzen oder Pfefferminztee.

5. Oft verwechselt man Hunger und Durst miteinander. Ein großes Glas Wasser füllt außerdem den Magen, was den Hunger nicht mehr so groß erscheinen lässt.

6. Ablenkung: Eine Studie hat gezeigt, dass nur drei Minuten Tetris auf dem Handy verschiedene Arten von Gelüsten eindämmen. Aber auch jegliche andere Art der Ablenkung hilft, denn in der Regel dauern Heißhungerattacken nur rund 15 Minuten.

7. Auch Schlafmangel kann Gelüste verursachen, senkt die Laune und sorgt dafür, dass wir ständig hungrig sind.

8. Konzentrieren Sie sich aufs Essen, kauen Sie viel und genießen Sie die Mahlzeit ganz bewusst. Das fördert das Sättigungsgefühl.

9. Heißhungerattacken lassen sich auch mit der richtigen Ernährung vorbeugen. Besonders wichtig sind ausreichend Proteine.

10. Heißhunger ist oft das Resultat schlechter Gewohnheiten. Wann überkommt mich der Hunger und warum? Analysieren und vermeiden Sie diese Situationen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image