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Fußball verbessert Ausdauer, Kraft und Koordination aber auch die Teamfähigkeit
Fußball verbessert Ausdauer, Kraft und Koordination aber auch die Teamfähigkeit © Getty Images
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Fußball ist die beliebteste Sportart bei Kindern. Ab wann ist es sinnvoll, den Nachwuchs ins Fußballtraining zu schicken? SPORT1 hat die wichtigsten Infos.

Fußball gehört zu den beliebtesten Sportarten bei Kindern - gerade bei den Jungen.

Aus der Mitgliederstatistik des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geht hervor, dass 2019 insgesamt 1.307.000 Jungen bis 14 Jahre in Deutschland aktiv Fußball spielen. Bei den Mädchen bis 16 Jahre liegt der Wert bei knapp über 300.000. Zum Vergleich: Beim Turnen, das in der Rangliste der beliebtesten Sportarten bei Kindern direkt nach dem Fußball folgt, waren es im November 2018 insgesamt knapp 930.000.

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Aber ab wie viel Jahren ist es überhaupt sinnvoll, Kinder zum Fußballtraining zu schicken? Und wie viel Geld müssen Eltern für das Training einplanen? SPORT1 fasst die wichtigsten Informationen zusammen.

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Für den schnellen Leser:

  • Ab wann kann mein Kind zum Fußball? Fußballtraining für Kinder beginnt ab fünf oder sechs Jahren
  • Wo wird Fußballtraining für Kinder angeboten? Fast in jede Gemeinde gibt es einen Fußballverein
  • Welche Ausrüstung benötigt mein Kind? Fußballschuhe, Schienbeinschoner, Stutzen
  • Welche Fähigkeiten werden gefördert? Kondition, Koordination, Kraft, Gleichgewicht, Teamfähigkeit, Kommunikation

Ab wann kann mein Kind zum Fußball?

Mittlerweile wird in jedem Verein Fußballtraining für sogenannte "Bambinis" oder "G-Junioren", also Kinder ab fünf oder sechs Jahren, angeboten. In einigen Klubs gibt es sogar Angebote für Kinder ab vier Jahren. Hier steht der Spaß an der Bewegung im Vordergrund. Es handelt sich also noch um kein gezieltes Fußballtraining, sondern der Fokus liegt darauf, Kinder spielend an die Sportart heranzuführen und ihnen grundlegende motorische Fähigkeiten zu lernen.

Im Wesentlichen muss die Entscheidung, wann die Zeit für Fußballtraining gekommen ist, vom Kind abhängig gemacht werden. So macht es wenig Sinn, den Nachwuchs in das Fußballtraining zu schicken, bevor die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit ausreichend vorhanden ist. Ein weiterer Faktor ist der Aufbau des Trainings: Liegt der Fokus auf spielerischen Aspekte, welche die Koordination und die Reaktionsfähigkeit trainieren, sind Kinder mit vier Jahren gut aufgehoben.

Tipp: Viele Vereine bieten Schnupperstunden an, bei denen Kinder kostenlos beim Training teilnehmen dürfen. So kann sich gleich herausstellen, ob der Nachwuchs schon bereit für das Training ist und es ihm Spaß bereitet.

Wo wird Fußballtraining angeboten?

Fußballtraining wird eigentlich von jedem örtlichen Sportverein angeboten. Man sollte sich allerdings vorab informieren, ab welchem Alter Kinder das Training besuchen dürfen.

Außerdem fällt ein jährlicher Beitrag an, der gezahlt werden muss. Da örtliche Fußballvereine aber staatlich gefördert werden, halten sich die Kosten in Grenzen und liegen bei 50 bis 80 Euro pro Jahr. Zusätzlich kann eine einmalige Aufnahmegebühr fällig werden.

Welche Ausrüstung benötigt mein Kind beim Fußball?

Gerade am Anfang braucht es keine große Ausrüstung zum Fußballspielen. An die Witterung angepasste Kleidung ist für Einsteiger zunächst einmal ausreichend. Spezielle Fußballschuhe sind allerdings zu empfehlen, da ihre Aufgabe besonders darin liegt, Schutz und Stabilität zu geben. Um Verletzungen zu vermeiden, sollte ein Schuh Halt geben, weshalb es in der Halle ein anderes Modell als auf dem Rasen braucht.

Will der Nachwuchs auch bei Spielen mitkicken und lässt sich abschätzen, dass das Kind auch längerfristig beim Fußball bleiben will, gehören Schienbeinschoner und Stutzen zur Ausrüstung. Das Trikot und die Stutzen für das Spiel werden in der Regel vom Verein gestellt.

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Welche Fähigkeiten fördert Kinderfußball?

Allgemein ist es wichtig, dass sich Kinder möglichst früh bewegen. Sie brauchen körperliche Aktivität, um sich gesund zu entwickeln und die Welt und ihren Körper kennenzulernen. Umso mehr Reize vom Bewegungsapparat zum Gehirn gelangen, desto besser können Nervenverbindungen aufgebaut werden. Zudem kann ein Mangel an Bewegung zu schwerwiegenden Problemen wie Übergewicht oder Haltungsschäden führen.

Diese Fähigkeiten werden beim Fußball geschult:

  • Kondition
  • Koordination
  • Kraft
  • Gleichgewichtssinn verbessert
  • Stärkung des Immunsystems
  • Stärkung der Teamfähigkeiten
  • Lernen von Regeln, Kommunikation und Zusammenarbeit mit Anderen
  • Knüpfen neuer Kontakte

Verletzungen beim Kinderfußball

Natürlich besteht beim Fußball die Möglichkeit einer Verletzung. Zu den häufigsten gehören Zerrungen, Muskelfaserrisse, Bänderüberdehnungen oder -risse. Bei Kindern treten außerdem häufig Seitenstechen oder Schürfwunden auf. Doch auch bei anderen Sportarten besteht immer die Gefahr einer Verletzung.

Weitaus schlimmer sind jedoch Haltungsschäden durch mangelnde Bewegung. Da sportliche Aktivität eine wichtige Voraussetzung für die physische Entwicklung von Kindern ist, sollten Eltern die Gefahr von kleineren Verletzungen beim Kinderfußball nicht überbewerten.

Erfolgreiche Fußball-Profis: Ronaldo und Messi

Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi? Seit Jahren debattieren Fans darüber, wer der größte Fußballer aller Zeiten ist. Unabhängig davon, zu welchem Ergebnis man kommt, steht fest: Beide sind überragende Fußballer und wohl so einige kleine Nachwuchsspieler schauen zu den Beiden auf.

Das Sprichwort "Früh übt sich, was ein Meister werden will" passt auf beide Profis. Messi trat bereits mit fünf Jahren in seinen ersten Fußballverein ein, Ronaldo war gerade einmal drei Jahre alt. Bereits mit zehn Jahren erreichten den Portugiesen erste Angebote. Zwei Klubs zeigten Interesse am jungen Talent. 

Cristiano Ronaldo und Lionel Messi gehören zu den besten Fußballern der Welt
Cristiano Ronaldo und Lionel Messi gehören zu den besten Fußballern der Welt © Getty Images

Ähnlich lief es bei Messi. Der Argentinier verließ seinen ersten Klub bereits nach drei Jahren. Mit zarten 13 Jahren nahm der FC Barcelona den Youngster unter Vertrag und zahlte ihm ein Einstiegsgehalt von stolzen 600 Euro. Zwei Beispiele, wie aus einem Hobby heraus große Karrieren entstehen können.

Aber auch durch die Nachwuchsförderung in Deutschland haben sich einige Fußballer zu großen Stars entwickelt. Bestes Beispiel hierfür ist Manuel Neuer, der nicht nur Rekordmeister FC Bayern sondern auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Kapitän anführt und viermal zum Welttorhüter gekürt wurde.

Der Gelsenkirchener spielte bereits mit fünf Jahren beim FC Schalke 04 und damit in einem Profi-Verein. Mit 14 Jahren wechselte er auf ein Fußball-Teilinternat, das er 2006 mit der Fachhochschulreife abschloss.

Manuel Neuer ist seit 2016 Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Manuel Neuer ist seit 2016 Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft © Getty Images
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