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In der Gruppe lernen Kinder das Skifahren oft einfacher © Getty Images
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Skifahren verspricht viel Spaß und Bewegung an der frischen Luft. Aber ab wie viel Jahren kann der Nachwuchs auf die Piste? SPORT1 gibt einen Überblick.

Viele wintersportbegeisterte Eltern wollen ihren Kinder so früh wie möglich das Skifahren beibringen, um gemeinsame Winterurlaube in den Bergen erleben zu können.

Und auch für die Kleinen ist das Skifahren meist ein großer Spaß. Zudem ist die Bewegung an der frischen Luft sehr gesund und stellt ein tolles Naturerlebnis dar. Aber ab wie viel Jahren ist es überhaupt sinnvoll, Kinder auf Skier zu stellen? Und wie viel Geld müssen Eltern einplanen? 

SPORT1 fasst die wichtigsten Informationen zusammen.

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Für den schnellen Leser:

  • Ab wann kann mein Kind Skifahren? Ab drei Jahren
  • Wo sollen Kinder Skifahren lernen? Am besten in einem Gruppenkurs oder bei den Eltern
  • Welche Ausrüstung benötigt mein Kind? Ski, Skischuhe, Stöcke, Helm, Brille, Skianzug, Handschuhe
  • Welche Fähigkeiten werden gefördert? Gleichgewicht, Beweglichkeit, Ausdauer, Muskulatur, Konzentration

Ab wann kann mein Kind Skifahren lernen?

Natürlich hängt das richtige Alter, um Skifahren zu lernen, davon ab, wie fit das Kind körperlich und koordinativ ist. Üblicherweise sind Kinder aber ab drei oder vier Jahren bereit für die ersten Versuche auf Skiern.

Die wichtigste Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind sich auf das Skifahren einlassen will und die Motivation hat, es zu lernen. In den sogenannten "Zwergerlkursen" werden Kinder unter professioneller Betreuung spielerisch an leichten Übungshängen an das Skifahren herangeführt. Oft wird dazu ein separates Übungsgelände mit Kleinliftanlagen genutzt.

Übrigens: Das Einstiegsalter fürs Snowboarden ist deutlich später. Erst mit sechs bis sieben Jahren haben Kinder die notwendigen körperlichen Voraussetzungen, diesen Sport auszuüben.

Wo sollen Kinder Skifahren lernen?

Kinder lernen am besten in der Gruppe. Daher ist es sinnvoll, den Nachwuchs in einem Skikurs anzumelden. Skikurse erstrecken sich in der Regel über zwei bis drei Stunden am Vormittag. Anschießend geht es mittags zum Essen auf eine Hütte und am Nachmittag wird noch einmal für circa zwei Stunden weitergefahren.

Es ist aber genauso gut möglich, dem Kind selbst das Skifahren beizubringen. Dazu ist eine Menge Geduld erforderlich, aber die gemeinsamen Übungen können zu einem schönen Familienerlebnis werden.

Ist der Nachwuchs dann so geübt, dass einem Skiausflug mit den Eltern nichts mehr im Weg steht, sollte darauf geachtet werden, ein kinderfreundliches Skigebiet auszuwählen.

Daran erkennt man familienfreundliche Skigebiete:

  • Mittelgebirge oder Gebiete mit flachen Pisten (viele blaue Pisten)
  • Kinderskipässe und vergünstigte Familienskipässe 
  • Kinderlifte und kindergerechte Zugänge zu den Liften
  • Übungslifte in Talnähe oder im Skigebiet direkt an der Zubringerbahn
  • Kinderspielparks, Abenteuerparcours, Maskottchen
  • Kindergerichte und Kindertoiletten in den Hütten an der Piste

Welche Ausrüstung benötigt mein Kind zum Skifahren?

Eine gute Ausrüstung ist vor allem für die Sicherheit des Kindes unumgänglich. Zur Skiausrüstung gehören Ski und Skischuhe, Helm, Skianzug, Handschuhe, Brille und Skistöcke.  

Wichtig bei der Skikleidung sind leuchtende Farben für eine gute Sichtbarkeit. Die Jacken und Hosen sollten atmungsaktiv sein und ausreichend Wärme bieten. Skiunterwäsche sorgt dafür, dass der Nachwuchs nicht zu sehr ins Schwitzen gerät.

Wie erkennt man die richtige Länge der Ski? Kinderski sollten etwa bis zur Achsel oder Schulter reichen. Bei den Schuhen ist zu beachten, dass sie nicht zu klein und bequem sind. Da die Ausrüstung sehr teuer ist, bietet es sich an, sie im Wohnort oder im Skigebiet auszuleihen. Eine andere Möglichkeit stellen Tauschsysteme dar, wie es viele Sportfachhändler anbieten. 

Dabei kauft man ein Kinderskiset und hat für eine bestimmte Laufzeit jedes Jahr die Möglichkeit, dieses gegen ein längeres, gebrauchtes Set umzutauschen. Beim Umtausch zahlt man lediglich eine geringe Tauschgebühr. Außerdem werden normalerweise bei jedem Tausch die Bindungen richtig eingestellt, die Beläge gewachst und die Kanten geschliffen. Ist die Frist abgelaufen, wird das zuletzt getauschte Set in Zahlung genommen.

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Welche Kosten fallen beim Skifahren mit Kindern an?

Skifahren ist ein äußerst teures Hobby. Für einen Tagesskikurs in der Gruppe müssen Eltern rund 30 bis 50 Euro hinlegen. Soll der Nachwuchs privat unterrichtet werden, muss noch tiefer in die Tasche gegriffen werden: Circa 45 Euro kostet eine Skistunde mit privatem Skilehrer.

Skikurse in Deutschland sind dabei günstiger als in Österreich oder Italien. Grund dafür: Die Skigebiete sind meist um einiges kleiner. Gerade für Skianfänger hat das aber keine großen Nachteile. Im Gegenteil, denn in kleinen Skigebieten übt sich das Skifahren oft einfacher, da diese übersichtlicher und weniger stark besucht sind.

Die Skipässe für Kinder bis fünf oder sechs Jahre sind in vielen Skigebieten kostenlos - teilweise sogar für Kinder unter zehn Jahren. 

Welche Fähigkeiten fördert Skifahren bei Kindern?

Beim Skifahren werden motorische, kognitive sowie soziale Fähigkeiten des Kindes gefördert. Der Nachwuchs verbessert seinen Gleichgewichtssinn sowie die Beweglichkeit und Ausdauer. Um die Bewegungen an die Gegebenheiten auf der Piste anzupassen, ist starke Konzentration gefordert. Außerdem lernen Kinder, wie sie sich gegenüber anderen Verhalten müssen, um weder sich selbst noch andere Fahrer zu gefährden.

Darüber hinaus entwickelt sich durch das Skifahren die Muskulatur, was Haltungsschäden vorbeugen kann.

Gefahren und Verletzungen beim Skifahren

Immer wieder machen tragische Unfälle beim Skifahren Schlagzeilen. Eine der wohl bekanntesten Fälle ist Michael Schumacher, der 2013 in den französischen Alpen verunglückte und in Lebensgefahr schwebte. Die Formel-1-Legende wurde in ein künstliches Koma versetzt und konnte erst rund ein halbes Jahr später das Krankenhaus verlassen. Bis heute sind keine Informationen über seinen Gesundheitszustand bekannt.

In der Skisaison 2017/18 verletzten sich insgesamt rund 44.000 deutsche Skifahrer so, dass eine ärztliche Behandlung notwendig war. Den größten Anteil, rund die Hälfte, machen regelmäßig Knie- und Schulterverletzungen aus. Kinder sind auf der Piste besonders gefährdet, da sie wegen ihrer geringeren Körpergröße leicht übersehen werden. Oft ist der Nachwuchs außerdem neugierig und risikobereit, dadurch schnell unterwegs, kann aber noch nicht sicher bremsen oder die Fahrtrichtung einhalten, was ihn unberechenbar macht.

Beachtet man allerdings einige grundlegende Regeln, können fast alle Gefahren stark reduziert werden. Dazu gehört zum einen die richtige Ausrüstung, um Verletzungen zu vermeiden bzw. bei einem Sturz Schutz zu bieten. Der Skihelm zählt zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen. Rückenprotektoren können vor Verletzungen der Wirbelsäule schützen. Verletzungen an Knie und Beinen sind beispielsweise oft auf falsch eingestellte Bindungen zurückzuführen.

Genauso wichtig ist es aber auch, dem Kind frühzeitig das richtige Verhalten auf dem Skihang beizubringen. Die wichtigste Regel lautet hierbei: Rücksichtnahme. Die kleinen Skifahrer müssen lernen, Gefahrensituationen richtig einzuschätzen und dass sie auf andere Wintersportler achten müssen. Als Eltern sollte man mit gutem Beispiel voranfahren und die Geschwindigkeit etwas drosseln. Ein weiterer Tipp: Anfängerpisten oder Kinderspielparks bieten ruhigere Umgebungen, um mit Kindern sicher zu fahren.

Felix Neureuther - bester deutscher Skifahrer

Felix Neureuther ist einer der besten deutschen Skifahrer aller Zeiten gewesen - wenn nicht sogar der beste. Das erste Mal stand er bereits mit zweieinhalb Jahren unter Aufsicht seines Vaters auf Skiern. Mit drei Jahren konnte er sogar schon seinen ersten Erfolg verbuchen: Er gewann sein erstes Rennen bei den Kinder-Skiclubmeisterschaften des SC Partenkirchen.

Felix Neureuther ist einer der größten deutschen Skistars
Felix Neureuther ist einer der größten deutschen Skistars © Getty Images

Heute kann Neureuther, der im März 2019 seine Karriere beendete, auf fünf Medaillen bei Weltmeisterschaften zurückblicken. Drei davon holte er im Slalom und zwei im Mannschaftswettbewerb. Nach seinem Karriereende nahm das Skiass eine Tätigkeit als Sportexperte bei ARD und BR auf.

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