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Stefan Effenberg ist mit dem SC Paderborn schon seit sechs Spielen ohne Sieg
Stefan Effenberg ist mit dem SC Paderborn schon seit sechs Spielen ohne Sieg © imago
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Bochum - Der VfL Bochum überrollt einen hilflosen SC Paderborn. Der Trainer entschuldigt sich für die Pleite, warnt seine durchweg enttäuschenden Kicker aber vor den Konsequenzen.

Trainer-Neuling Stefan Effenberg gerät mit dem SC Paderborn von Woche zu Woche stärker unter Druck (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse).

Der Absteiger unterlag beim zuletzt heftig kriselnden VfL Bochum nach einer katastrophalen ersten Halbzeit mit 0:4 (0:3) und bleibt auf dem Relegationsplatz 16 im Tabellenkeller (DATENCENTER: Tabelle).

Seit sechs Spielen warten die Ostwestfalen mittlerweile schon auf einen Sieg.

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Donnerwetter in der Halbzeitpause

Effenberg zeigte sich nach dem spielerischen Offenbarungseid ziemlich angefressen, übernahm aber die volle Verantwortung dafür.

"Man kann sich nur entschuldigen. Ich entschuldige mich hier im Namen der gesamten Mannschaft. Ich hoffe, das machen auch einige Spieler. Mir tut es unheimlich leid für die Fans", sagte der 47-Jährige zu SPORT1.

In der Kabine sei er schon zur Pause etwas lauter geworden, aber "alles noch im sachlichen Ton", erklärte er.

© SPORT1

"Das wird Konsequenzen haben"

Und der Coach drohte seinen Kickern sogar mit Konsequenzen: "Das war heute gar nichts. Ich habe den Spielern schon in der Halbzeitpause gesagt, dass ich jetzt auf die Charaktere schaue - und da habe ich einiges gesehen. Das wird Konsequenzen haben, das kann sich ein Arbeitgeber so nicht bieten lassen."

Mit nur 16 Punkten nach 18 Partien ist der SCP der schlechteste Bundesliga-Absteiger seit 21 Jahren.

Auch Torhüter Lukas Kruse wollte die zehnte Saisonniederlage daher nicht schönreden: "Wir haben nichts von dem umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben."

VfL beendet seine Durststrecke

Bochums Trainer Gertjan Verbeek zeigte sich derweil erleichtert und zog ein zufriedenes Fazit.

Peniel Mlapa (M.) erzielt einen Doppelpack
Peniel Mlapa (M.) erzielt einen Doppelpack © imago

"Wir waren letzte Woche schon nah dran. Heute haben wir gut angefangen, das Glück kam dazu. Und so gewinnt man am Ende ein Spiel 4:0. Die Liga ist eng. Aber wir waren heute die bessere Mannschaft über die 90 Minuten", meinte der Niederländer.

Dank Peniel Mlapa (8./10.), Tom Hoogland (31.) und Felix Bastians (90.+2) befreite sich der VfL aus seinem Tief, punktete erstmals seit dem 3. Oktober dreifach und sprang zumindest vorübergehend auf Platz fünf.

Frühe Führung gibt Bochum Rückenwind

Paderborn machte es dem Nachbarn aus dem Ruhrgebiet jedoch auch extrem einfach, einzig Keeper Lukas Kruse erreichte Normalform und parierte in der 85. Minute einen Foulelfmeter des eingewechselten Simon Terodde.

Süleyman Koc hatte Thomas Eisfeld im Strafraum gefoult und die Rote Karte gesehen (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

"Der Sieg nach der langen Durststrecke war brutal wichtig für uns", sagte Doppeltorschütze Mlapa zu SPORT1: "Wir freuen uns jetzt und am Mittwoch versuchen wir gegen 1860 nochmal alles rauszuholen, damit wir in die nächste Runde einziehen."

Paderborn enttäuscht erneut

Defensiv und offensiv desolat und verunsichert trat Effenbergs Elf vor 11.479 Zuschauern auf, Stürmer Mahir Saglik (15.) traf völlig freistehend aus sechs Metern nur die Latte und verpasste damit nach Mlapas Doppelschlag den Anschlusstreffer.

Effenberg hatte vor der Partie angekündigt, dass "der Knoten bald platzen" werde, stattdessen nahm der Abwärtstrend, der mit der 1:7-Pokalklatsche in Dortmund begonnen hatte, weitere Fahrt auf.

Von der Anfangseuphorie, die Effenberg mit lockeren Sprüchen und zwei Siegen zum Start geschürt hatte, ist nichts mehr geblieben.

Effenberg reagiert prompt

Immerhin fruchteten beide Wechsel des ehemaligen Nationalspielers, die er unmittelbar nach dem 0:3 vorgenommen hatte (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel).

Zumindest präsentierte sich Paderborn in Durchgang zwei etwas stabiler, Bochum scheute allerdings auch das letzte Risiko.

Verbeek nahm den starken Mlapa bereits in der 54. Minute vom Platz und gönnte auch dem ebenfalls überragenden Marco Terrazzino ab der 76. Minute den frühen Feierabend.

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